Mit Medien leben lernen

Zwei Jungen an Laptops

Ein Leben ohne Medien ist kaum noch möglich. Neben Zeitungen, Radio und Fernsehen sind in den letzten Jahren Computer, Internet und Smartphones zu selbstverständlichen Begleitern des Alltags geworden. Medien durchdringen heute alle Lebensbereiche, auch die von Kindern und Jugendlichen, und sind damit zu einer wesentlichen Sozialisationsinstanz geworden.

Die Schlüsselqualifikation in der heutigen Medienwelt heißt Medienkompetenz. Sie bezeichnet ein ganzes Bündel von Fähigkeiten, um Medien und ihre Inhalte zu begreifen und sie gekonnt, verantwortlich und selbstbestimmt zu nutzen.

Medienkompetenz ist individuell

Es gibt nicht die Medienkompetenz, die bei allen Menschen gleich ist. Denn dafür ist die Ausbildung von Medienkompetenz als ein Bestandteil der kommunikativen Kompetenz zu individuell. Das zeigt auch ein Blick in die Geschichte des Begriffs, in welcher der einzelne, aktiv handelnde Mensch im Mittelpunkt steht.

Trotzdem gehört es heute zum allgemeinen Bildungsauftrag, Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene bei der Ausformung ihrer Medienkompetenz zu unterstützen. Dies findet in den verschiedenen Handlungsfeldern pädagogischer Arbeit auf vielfältige Weise statt. Geeignete Angebote zur Aus- und Weiterbildung befähigen Interessierte für die medienpädagogische Arbeit oder helfen dabei, die eigene Medienkompetenz zu stärken. Auch in der sozialwissenschaftlichen Forschung spielt die Welt der Medien und ihre Einflüsse eine große Rolle.

Medienkompetenz greifbar machen

Aufgrund der Vielschichtigkeit des Begriffs und der individuellen Auslegung ist Medienkompetenz im pädagogischen Kontext teilweise schwer zu greifen.

Technische Fertigkeiten oder klar umrissenes Wissen über Medien können konkret benannt werden. Hier gibt es bestimmte Inhalte, die in Theorie und Praxis vermittelt werden können. Der Grad der Zielerreichung kann dann auch abgefragt bzw. überprüft werden. Ein Beispiel für solch eine „Zertifizierung der Medienkompetenz“ ist das Programm klickITsafe, das die Dienstleistungsgesellschaft für Informatik (DLGI) in Kooperation mit der EU-Initiative klicksafe anbietet.

Schwieriger wird es, wenn Jugendliche oder Erwachsene ihre eigene Mediennutzung überdenken sollen. Denn diese Reflektion kann zu ganz verschiedenen Ergebnissen und auch zu unterschiedlichen Verhaltensänderungen führen. Die Förderung von Medienkompetenz besteht dann darin, eine Auseinandersetzung anzustoßen und im besten Falle zu begleiten. Dies kann z. B. in medienpädagogischen Elternabenden im Rahmen der Initiative Eltern+Medien geschehen. Genauso können Jugendliche beim Spieleratgeber NRW die Perspektive wechseln und Kritiken zu aktuellen Computerspielen verfassen. Der Mediennutzungsvertrag bringt Kinder und Eltern zusammen bei der Ausarbeitung von Vereinbarungen zum Medienumgang.