Erwerb von Zusatzqualifikationen

Medien- und Vermittlungskompetenz für Multiplikator/innen

Für (medien-)pädagogisch Tätige, die ihr Arbeitsfeld im Bereich der Medien sowie ihre Vermittlungskompetenz erweitern möchten, gibt es eine Reihe von Fortbildungsangeboten für den beruflichen Einsatz als Multiplikator/in. Der Fokus liegt dabei auf dem Zugewinn von Qualifikationen, die sich – z. B. für Freiberufler/innen, Lehrer/innen oder Bildungsreferent/innen – für die eigene Arbeit nutzen lassen. Diese Qualifikationen werden zumeist durch ein Zertifikat bescheinigt und können Bausteine dafür sein, die eigene berufliche Medienkompetenz und damit das eigene Berufsfeld schrittweise zu erweitern.

Keine Angst vor Medien

Startpunkte für die Suche nach Zusatzqualifikation können die folgenden Überlegungen sein:

  • Welche Anknüpfungspunkte gibt es zu meiner bisherigen Arbeit?
  • Wie kann die künftige Qualifikation in mein berufliches Repertoire integriert werden?
  • Welche Medien oder Themen interessieren mich persönlich besonders?

Niemand sollte von sich selbst eine alle Medien umfassende Kompetenz erwarten oder sich von dem großen und thematisch vielfältigen Angebot an medienpädagogischen Fortbildungen abschrecken lassen. Durch kleine Schritte, die auf der eigenen Neugierde aufbauen und Anknüpfungspunkte zur bisherigen Arbeit bieten, findet jede/r Interessierte eine Nische, in der medienpädagogische Angebote sinnvoll und spannend umgesetzt werden können.

Aktive Medienarbeit anbieten

Eine dieser Nischen kann darin bestehen, sich kreativ mit Medien zu beschäftigen und andere darin anzuleiten. Aktive Medienarbeit bietet Raum dafür, selbst gewählte Themen mit Hilfe der Medien aus einer neuen Perspektive (z. B. in Form eines Radiobeitrags) zu betrachten und sie so aufzubereiten, dass am Ende ein fertiges Medienprodukt entsteht, das veröffentlicht werden kann.  

Nahezu alle Medien können auf diese Art und Weise aktiv im Unterricht oder in der Projektarbeit genutzt werden:

Mit dem Handy oder mit der Digitalkamera können unkompliziert Fotos für Bildbände, Collagen oder Foto-Storys hergestellt und anschließend am Computer bearbeitet werden. Viele kreative Einsatzmöglichkeiten listet www.handysektor.de auf. Mit den meisten Handys lassen sich auch kleine Filme erstellen. Anleitungen für die ersten Schritte zu einem Handyfilm finden sich z. B. auf dem Portal netzcheckers.de der Initiative „Jugend Online“. Workshops zu diesem Thema, aber auch zur Filmarbeit mit der Videokamera und zum Erstellen von Trickfilmen bietet u. a. die filmothek der jugend nrw an, die auch den Handyfilm-Wettbewerb "Mobilstreifen" veranstalten. Dem Thema Film und Schule in NRW widmet sich die gleichnamige Initiative des Ministeriums für Schule und Weiterbildung NRW und des LWL-Medienzentrums für Westfalen.

Auch Computerspiele können ein Medium für die aktive Medienarbeit sein. Dazu bietet z. B. das Institut Spielraum der Fachhochschule Köln unterschiedliche Formen für die Schulung und Ausbildung von Multiplikatoren der schulischen und außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit an und veranstaltet Tagungen. 

Zusatzqualifikationen im Bereich der „alten“ Medien Radio und Fernsehen bieten die Bürgermedien in NRW an. Die Landesanstalt für Medien NRW bildet für die Radioarbeit Medientrainer/innen aus, die Zertifizierungskurse für Bürgerfunker/innen und Radioprojekte in Schulen oder in der freien Jugendarbeit durchführen können. Interessierte können sich für die Ausbildung bei der LfM bewerben.

Auch das Bürgerfernsehen bietet Möglichkeiten zur Fortbildung. Der TV-Lernsender.NRW (nrwision) ist Bestandteil des Pilotprojekts „Ausbildungs- und Erprobungsfernsehen in NRW“, das von der LfM gefördert wird. Der Lernsender wird vom Institut für Journalistik der TU Dortmund betrieben. Das Projekt bietet interessierten Einrichtungen wie Vereinen, Volkshochschulen oder anderen Weiterbildungsstätten die Möglichkeit, Fernsehkurse für Bürgergruppen anzubieten. Weitere Informationen finden sich in dem Flyer "FernsehLernLand NRW - Kostenfreie Fernsehkurse für Bürgergruppen".

Viele Zusatzqualifikationen richten sich gezielt an bestimmte Berufsgruppen, z. B. an Lehrer/innen oder Erzieher/innen. Im Mittelpunkt steht hier nicht so sehr ein einzelnes Medium, sondern vielmehr die Frage, wie sich multimediale Angebote in einer bestimmten Einrichtung mit bestimmten Zielgruppen umsetzen lassen.

Beratungsangebote als Referent/in durchführen

Mit dem Einzug der neuen Medien in den (Erziehungs-)Alltag stehen pädagogisch Tätige vor der Aufgabe, sich mit den Chancen und Risiken von Smartphones, Computerspielen, oder Social Networks zu befassen und entsprechend reflektiert zu handeln. Eltern, Lehrer/innen, Erzieher/innen oder Mitarbeiter/innen der Kinder- und Jugendarbeit fehlen oft die Erfahrungen, die heutige Kinder und Jugendliche fast beiläufig beim Aufwachsen mit digitalen Medien sammeln. Entsprechend groß ist der Bedarf an Beratungsangeboten für Eltern und Pädagog/innen.

Um diesen Bedarf zu decken, bieten verschiedene Einrichtungen und Initiativen in NRW Fortbildungsveranstaltungen an, für die sich Interessierte bewerben können. In diesen Fortbildungen geht es nicht allein darum, sich Wissen über die Neuen Medien anzueignen. Vielmehr steht die Frage im Mittelpunkt, wie sich dieses Wissen in den Veranstaltungen, die man zukünftig als Referent/in durchführt, vermitteln lässt. Die Schulungen umfassen daher auch Methoden für die Arbeit mit verschiedenen Zielgruppen und fördern die Auseinandersetzung mit der eigenen Haltung, die man als Multiplikator/in zu Medienfragen vertreten will.

Initiative Eltern+Medien

Arbeitsgemeinschaft Kinder und Jugendschutz Landesstelle NRW e. V.

Deutscher Kinderschutzbund e. V.

Katholisch-Soziales Institut der Erzdiözese Köln

Netzwerk Inklusion mit Medien

Akademie Remscheid