Erwachsenenbildung

Dran bleiben!

Mann am Computer, spielt Computerspiel
© Matthias Felling

Die schnelle Entwicklung der Medienwelt stellt auch Volljährige vor immer neue Herausforderungen. Inzwischen gibt es viele medienpädagogische Angebote für Eltern. Aber auch andere Zielgruppen werden verstärkt in den Blick genommen.

Um den jeweiligen Bedürfnissen gerecht zu werden, gibt es z. B. Kurse, Infoangebote und Medienprojekte speziell für erwachsene Menschen mit Behinderungen, Migrant/innen, Frauen oder Senior/innen.

Medienbildung für den Beruf

Die Erwachsenenbildung/Weiterbildung wurde von dem Strukturplan des Deutschen Bildungsrats im Jahr 1970 als vierte Säule des Bildungssystems beschrieben. Die Auseinandersetzung mit neuer Technik ist für manche wichtig beim beruflichen Einstieg oder der Weiterentwicklung. Medienkompetenz ist vielfach eine wichtige Schlüsselqualifikation, insbesondere die Informationskompetenz. Hier kann das Kursangebot der Volkshochschulen in NRW helfen, alltagsrelevante wie berufsspezifische Medienbildungsangebote zu finden.

Gerade für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, beruflichen oder familiären Verpflichtungen kann das mediengestützte Lernen unabhängig von bestimmten Präsenzorten eine Bereicherung darstellen. Im „Virtual Classroom“ bleiben sowohl Seminarteilnehmer/innen als auch Trainer/innen an ihrem Arbeitsplatz und kommunizieren zur vorher festgesetzten Zeit über das Internet. Blended Learning-Sitzungen sind hingegen eine Mischform aus räumlicher Präsenz und  modernen Formen von E-Learning.

Der Deutsche Bildungsserver bietet neben Informationen zur Historie, den rechtlichen Grundlagen und dem aktuellen Forschungsstand zu E-Learning auch konkrete Kursvorschläge für die Erwachsenenbildung.

Frauen und Medien

Bei der Nutzung neuer Medien existieren geschlechtsspezifische Unterschiede.  Um diese zu berücksichtigen, gibt es gezielte Angebote für Frauen. Der Verein „Frauen und neue Medien e.V.“ in Münster ist beispielsweise eine Einrichtung, die mit dem Motto „Von Frauen für Frauen und Mädchen!“ ein breites Kursspektrum in den Bereichen Telekommunikation und Multimedia anbietet.

Logo der Medienfrauen NRW

In der Medienbranche sind Frauen (noch) unterrepräsentiert. Auf der jährlich stattfindenden Veranstaltung „Medienfrauen NRW“ in Köln geben ausgewählte Vertreterinnen aus verschiedenen Medienbranchen einen Einblick in ihren beruflichen Werdegang und ihren beruflichen Alltag. Ziel ist es, Frauen vor dem Studium oder der Ausbildung, aber auch solche, die sich beruflich weiterbilden oder umorientieren wollen, über die Branche zu informieren.

Senior/innen und Medien

Dass auch Senior/innen mittlerweile im Internet angekommen sind, zeigt die Studie „(N)ONLINER Atlas 2014“ des TNS Infratest im Auftrag der Initiative D21.

Medien wie das Internet können für Senior/innen vielfältige Bedeutungen haben. Sie dienen als Kommunikationsmittel sowie als Informations- und Wissensquelle. Vor allem bieten sie Unterstützung bei dem Erhalt der Selbstständigkeit. So eignet sich das Internet z. B. zum Einkaufen oder der Recherche von Fahrplänen. Der Kontakt mit Freunden und Familienangehörigen kann auch über große Distanz gepflegt werden.

Doch der kompetente Mediengebrauch will geübt sein. Volkshochschulen, Bibliotheken und viele andere Anbieter haben inzwischen spezielle Medienkurse für Senior/innen im Programm. Ältere Menschen können dort z. B. den Umgang mit dem PC, Internet oder Handy lernen.

Pädagogisch begleitete Internetcafés für Senior/innen stehen ebenfalls hoch im Kurs. Sie bieten älteren Menschen neue Lernorte zur Klärung technischer Fragen und dienen als Treffpunkte zum Austausch.

Maßnahmen und Projekte zur Stärkung der Online-Kompetenz von erwachsenen Migrant/-innen und Senior/-innen in Deutschland sind in einer Datenbank , die vom Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e. V. betreut wird, verzeichnet.

Intergenerative Medienprojekte

Viele Begegnungen von Jung und Alt gab es schon über intergenerative Medienprojekte. Hier sind die Kinder und Jugendlichen Profis und teilen mit der älteren Generation ihre Kompetenzen. Im Zentrum solcher Projekte steht nicht allein die Medienkompetenzvermittlung. Auch sollen über das jeweilige Medienthema Begegnungsräume, gemeinschaftliche Erlebnisse sowie ein intergenerativer Dialog geschaffen werden. Seit 1998 wird beispielsweise der Wettbewerb Video der Generationen veranstaltet. Der bringt junge und ältere Filmfans zusammen, denn mitmachen können alle ab 50 Jahre sowie Jung-und-Alt-Teams (bis 25 und ab 50 Jahre). Der Wettbewerb wird vom Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert und vom Kinder- und Jugendfilmzentrum in Deutschland (KJF) organisiert.

Junge zeigt älterer Dame etwas am Computer
© Jürgen Sleegers

Das Projekt Silver Gamer nutzt das Medium „Computerspiele“ jährlich für ein Treffen der Generationen in einem Kölner Seniorenzentrum. Vorbereitet wird der gesellschaftliche Spiele-Event von Jugendlichen, die sich mit der Lebenswelt und evtl. vorhandenen Handicaps von Senior/innen aktiv auseinandersetzen, eine Spielauswahl treffen und konkrete Hilfestellungen erarbeiten.

Eine Einrichtung, die sich sowohl die interkulturelle wie auch die intergenerative Medienarbeit auf ihre Fahnen geschrieben hat, ist das Modellprojekt LoComNET mit Sitz in Bonn. Dort werden u.a. auch regelmäßig Bürgerfunk-Sendungen produziert. Bürger/innen jeden Alters können sich darüber in demokratische Prozesse einmischen und das lokale Informationsangebot ergänzen.