Familie

Treffen der Generationen

Familie im Gras

Viele Eltern sind heute in Fragen der Medienerziehung verunsichert. Von ihnen wird gefordert, dass sie sich zu allen gesellschaftlichen Entwicklungen positionieren und entsprechend handeln. Wenn in der Zeitung z. B. über „Gefahren in Online-Communities“ oder „Gewaltvideos auf dem Handy“ berichtet wird, sehen sie sich in der Verantwortung. Doch vor allem im Bereich der neuen Medien Internet und Handy sind die technischen und inhaltlichen Entwicklungen so rasant, dass viele Mütter und Väter sich „abgehängt“ fühlen und gar nicht mehr verstehen, was ihre Kinder da genau machen.

Der amerikanische Sozialwissenschaftler Marc Prensky bezeichnet in diesem Zusammenhang sehr passend die heutigen Kinder und Jugendlichen als Digital Natives – digitale Einheimische. Sie wachsen ganz selbstverständlich mit digitalen Medien auf. Die meisten Eltern haben Computer, Internet und Handy jedoch erst im Erwachsenenalter kennen gelernt. Im Gegensatz zu ihren Kindern wären sie Digital Immigrants, also Zugewanderte in digitalen Welten. Die medienpädagogische Elternarbeit befindet sich somit in diesen Tagen in einem geradezu historischen Spannungsverhältnis zwischen den Generationen.

Medienerziehung in der Familie

Es gibt viele Möglichkeiten zur Medienkompetenzförderung in der Familie. Eltern können z. B. zu einem medienpädagogischen Informationsabend an die Schule oder in die Kindertageseinrichtung eingeladen werden. Denkbar sind auch Projekte, bei denen das Elternhaus und die Schule bzw. Kita sich vernetzen. Wenn Erziehende das Thema Medienkompetenz vertiefen möchten, können sie längere Medienkurse besuchen oder sich über zahlreiche Webangebote, Broschüren oder Bücher informieren, die Medienthemen speziell für Eltern aufbereiten.

Logo der Initiative Eltern+Medien

Mit der Initiative Eltern+Medien greift die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) seit 2007 den deutlich gestiegenen Orientierungs-, Beratungs- und Aufklärungsbedarf von Eltern in der Medienerziehung ihrer Kinder auf. Sie unterstützt Kindergärten und Kitas, Schulen und Familienzentren, aber auch Elternvereine und andere Initiativen bei der Planung und Organisation von medienpädagogischen Elternabenden. Zum Angebot der Initiative Eltern+Medien gehört u. a. die Vermittlung qualifizierter Referent/innen an die Einrichtungen vor Ort und die Übernahme der anfallenden Honorarkosten.

In Zusammenarbeit mit der „Initiative Eltern+Medien“ hat klicksafe mehrere Handreichungen zur Durchführung von Elternabenden herausgegeben. In einem umfangreichen Ordner finden Referent/innen konkrete inhaltliche und methodische Tipps zur Durchführung von Elternabenden im Themenspektrum „Internet und Handy“ sowie Computerspiele. Bei klicksafe findet sich auch eine bundesweite Übersicht von verschiedenen Initiativen und Angeboten der medienpädagogischen Elternarbeit.

Logo des Internet-ABC

Wer selbst aktiv werden möchte, um die Mediennutzung seiner Kinder zu begleiten, findet viele interessante Webseiten für verschiedene Altersgruppen. Beim Internet-ABC können Eltern z. B. gemeinsam mit ihren Kindern einen Surfschein machen oder spielerisch zum Web-Profi werden. Das Internet-ABC bietet neben den Kinderseiten auch ein Portal für Eltern und Pädagogen mit vielen aktuellen Hintergründen und praktischen Tipps.

Cover der Handreichung "Mit Medien leben lernen"

Eltern finden viele weitere Informationen und Ratgeber zu Fragen der familiären Mediennutzung. Ein populäres Beispiel ist die Initiative "SCHAU HIN!".
Speziell für Eltern von Vorschulkindern beantwortet die LfM-Broschüre "Mit Medien leben lernen" die wichtigsten Fragen zur Medienerziehung. Konkrete Tipps zum Umgang mit dem Fernsehen und Bewertungen einzelner Sendungen aus dem Kinderprogramm bietet der Flimmo – die Programmberatung für Eltern – sowohl online als auch in einer Broschüre.

Logo der Aktion Lesestart

Mit dem Programm "Lesestart - Drei Meilensteine für das Lesen" bieten das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Stiftung Lesen eine deutschlandweite Initiative zur Leseförderung an. Denn Kinder, die mit Büchern und Geschichten aufwachsen, lernen besser lesen und haben mehr Spaß daran. Das ist eine wichtige Voraussetzung für gute Bildungschancen. Eltern erhalten ein Lesestart-Set mit wertvollen Alltagstipps rund ums Vorlesen und einem Buchgeschenk für ihre Kinder, wenn diese ein, drei und sechs Jahre alt sind. Weiterhin regt die die Lesestart-App Kinder dazu an, sich aktiv am gemeinsamen Vorleseerlebnis zu beteiligen.