Offene Kinder- und Jugendarbeit

Medien erleben

Vom einmaligen Radioprojekt im örtlichen Jugendtreff über das offene Computerspielangebot für Mädchen bis hin zur festen Spinxx-Redaktion mit jugendlichen Filmkritiker/innen in der Familienbildungsstätte – in offenen Angeboten für Kinder und Jugendliche gibt es häufig den nötigen Freiraum für handlungsorientierte Projektarbeit.

Viele niedrigschwellige Ansätze von praktischen Medienprojekten sind auch in Einrichtungen mit wenig technischer Ausstattung umsetzbar. Manche Einrichtungen haben sich auch thematische Schwerpunkte gesetzt und z. B. in ein Tonstudio oder Computerspielplätze investiert. Oftmals kann auch externes KnowHow samt Technik organisiert werden, z. B. bei Jugendradioprojekten für den Bürgerfunk.

Chance Projektarbeit

Die Beteiligten haben bei handlungsorientierten Projekten die Möglichkeit, sich selbst einzubringen und die Ziele eines Projekts in der Gruppe abzustimmen. Das passiert zum Beispiel dann, wenn Jugendliche in aktiver Medienarbeit eigene Themen bearbeiten und in Form von Radio- oder Videobeiträgen veröffentlichen. Die Projektarbeit bietet Individuen Raum zur Entfaltung und zur Gestaltung eigener Entwürfe von Medienrealität.

Logo des Jugendportals Netzcheckers

Viele Anregungen für kreative Medienprojekte finden sich auf netzcheckers.de, dem Jugendportal für digitale Kultur. Dort finden sich praktische Tipps und Online-Workshops u. a. zu den Themen Podcasting, Handy-Clips, Videoschnitt, Fotografie, Audiobearbeitung und Webseiten bauen. Das Jugendportal netzcheckers.de gehört zur Initiative “Jugend Online? und wurde vom Bundesjugendministerium gefördert. 2011 wurde die Community abgeschaltet, die Inhalte sind aber weiterhin verfügbar.

Logo des Spieleratgeber NRW

Computer- und Konsolenspiele sind für Kinder und Jugendliche faszinierend. Diese Faszination lässt sich auch auf die medienpädagogische Arbeit übertragen. Beim Spieleratgeber NRW vom ComputerProjekt Köln e. V. werden z. B. unter Anleitung erfahrener Medienpädagog/innen gemeinsam mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen aktuelle und interessante Spiele getestet und beurteilt. Auch beim Projekt Hardliner wird eine Auseinandersetzung mit digitalen Spielewelten angeregt. Die beteiligten Jugendlichen spielen dabei u. a. ihre liebsten Computerspiele in der Realität nach, um die begrenzte sinnliche Erfahrung bei Bildschirmspielern durch authentische Erlebnisse auszugleichen.

Für Einrichtungen der Jugendhilfe bietet das Projekt Gecheckt! des Computerprojekts Unterstützung bei der praktischen Medienarbeit und Coaching. Gleiches gilt für das M-Team der GMK. Beide werden gesondert gefördert und sind mit geringen Zusatzkosten verbunden.

Logo von spinxx.de

Kritisch setzt sich auch das Projekt Spinxx als Onlinemagazin für junge Medienkritik mit Medien auseinander. Hier schauen 10-15-Jährige aktuelle Kinder- und Jugendfilme an und bewerten diese. Viele Kritiken können auf www.spinxx.de nachgelesen werden. Inzwischen wurden – verteilt über ganz NRW – einige feste Spinxx-Redaktionen gegründet. Koordiniert wird das Projekt vom JFC Medienzentrum Köln.

Auch das Medium Radio eignet sich sehr gut für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Die Technik ist relativ leicht zu bedienen und so rücken bei der Radioarbeit die Themen in den Vordergrund. Kinder und Jugendliche können sich mit ihrer Lebenswelt auseinandersetzen und die Themen aufgreifen, die sie beschäftigen. Über die Möglichkeit zur Veröffentlichung im Bürgerfunk werden alle Beteiligten zudem Teil der lokalen Öffentlichkeit. So können auch kontroverse Themen ihr Gehör finden. Auch das Drehen und Nachbearbeiten von Filmen ist durch die Digitalisierung der Technik immer einfacher geworden. Die entstandenen Produktionen können bei verschiedenen Wettbewerben eingereicht werden.

Auch einfache medienpädagogische Fernsehprojekte können mit Kindern und Jugendlichen durchgeführt werden. Der Bielefelder Jugendring e. V. hat das Magazin NetzLichter-TV entwickelt, anhand dessen beispielhaft die Tätigkeiten und Aufgaben bei der Produktion eines Fernsehmagazins erfahrbar gemacht werden. Erfahrene Medienpädagog/innen begleiten die Kinder und Jugendlichen. Die fertigen Beiträge gelangen dann unter anderem über das Programm des TV-Lernsenders nrwision an die Öffentlichkeit.

Bei der aktiven Medienarbeit in einem Projekt steht das Handeln im Mittelpunkt. Der Mediennutzer steht den Medien nicht nur als Konsument passiv gegenüber, sondern wird mittels Medien aktiv, greift handelnd in seine Umwelt ein und gewinnt in der Praxis eine eigene Position gegenüber den Medien.

Ansprechpartner bei Problemen

Mitarbeiter/innen in der offenen Jugendarbeit müssen sich darauf einstellen, dass sie als Vertrauensperson angesprochen werden, wenn es Probleme mit der Mediennutzung gibt. Deshalb ist es grundsätzlich sinnvoll, sich in der medialen Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen orientieren zu können.

Derzeit macht u. a. das Thema Cybermobbing bzw. Cyberbullying große Probleme. Denn im Zuge der ständigen Erreichbarkeit durch Handy, Social Networks, Instant Messenger und Co werden Mobbingprobleme häufig aus der Schule heraus in den Nachmittag getragen. Eine gute Einführung in dieses Thema bietet der Schwerpunkt Cybermobbing von klicksafe. Dort werden auch die juristischen Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt.

Ebenfalls empfehlenswert: juuuport – eine Selbstschutz-Plattform von Jugendlichen für Jugendliche im Web. Auf juuuport helfen sich Jugendliche gegenseitig, wenn sie Probleme im und mit dem Web haben. Das Kinder- und Jugendtelefon steht telefonisch bei Fragen oder Problemen zur Verfügung.

News aus der Medienwelt erhalten Jugendliche mit dem DigiScan. Abonnenten des werbefreien und kostenlosen Angebotes erhalten wöchentlich die neusten Infos zu angesagten Apps, Social Media, Youtube-Stars, Sicherheit und digitalen Trends per WhatsApp, Telegram oder E-Mail auf ihr Smartphone. Die LfM möchte Jugendliche damit für die sichere Mediennutzung fit machen und sie über die Kanäle ansprechen, die sie täglich nutzen.