Medienkompetenz in der Schule

Im Schulgesetz NRW (Stand: 15.08.2015) heißt es im § 2 Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule, dass Schüler/innen insbesondere lernen sollen, "mit Medien verantwortungsbewusst und sicher umzugehen."

Die Förderung von Medienkompetenz an Schulen bzw. im Unterricht wird immer wichtiger, um Kindern und Jugendlichen Schlüsselqualifikationen zu vermitteln und sie auf das Leben in unserer dynamischen Informationsgesellschaft vorzubereiten. So spielt der kompetente und verantwortungsvolle Umgang mit Medien heute nicht zuletzt in sehr vielen Berufen eine zentrale Rolle.

In den verschiedenen Schulformen kann die Förderung von Medienkompetenz auf vielfältige Weise umgesetzt werden. Es gibt inzwischen umfangreiche Unterrichtsmaterialien, um Schüler/innen verschiedener Jahrgangsstufen den richtigen Umgang mit dem Internet zu vermitteln. In offeneren Projekten können Kinder und Jugendliche selbst aktiv werden und eigene Medieninhalte produzieren bzw. reflektieren. Der Umgang mit elektronischen Medien findet an Schulen zunehmend auch im Unterricht statt, da vor allem Computer und inzwischen auch Tablets (fast) alltägliche Lernwerkzeuge geworden sind.

Logo der Medienberatung NRW

Grundsätzliche Unterstützung bei der Entwicklung und Umsetzung von medienpädagogischen Angeboten finden Schulen bei der Medienberatung NRW. Die Medienberatung NRW ist ein gemeinsames Angebot des LVR-Zentrums für Medien und Bildung und des LWL-Medienzentrums für Westfalen im Auftrag des Landes NRW und der Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe. Die Medienberatung NRW unterstützt auch die Arbeit der 53 Kompetenzteams NRW. Hier finden sich Ansprechpartner/innen vor Ort, die unter anderem auch zum Thema „Medien in der Schule“ beraten.

Grundschule

In den Bildungsgrundsätzen NRW werden Medien als eigenständiger Bildungsbereich gesehen. Diese Entwicklung spiegelt sich auch darin wider, dass es an immer mehr Grundschulen medienpädagogische Angebote gibt.

Der Umgang mit (neuen) Medien will gelernt sein. Nach Ergebnissen der KIM-Studie sammeln sehr viele Kinder im Grundschulalter erste Erfahrungen im Umgang mit PC, Internet und Handy. Ähnlich wie bei der Verkehrserziehung, die zum Ziel hat, dass Kinder sich im Straßenverkehr sicher bewegen können, kann die Medienerziehung Kindern dabei helfen, die Risiken der Medienwelt zu erkennen und die Möglichkeiten aktiv zu nutzen. Der Grundschulverband hat dazu einen Standpunkt formuliert.

Cover des Lehrerhandbuchs des Internet-ABC

Wissen, wie´s geht – Das Lehrerhandbuch des Internet-ABC setzt genau hier an und kann kostenlos bestellt werden. Es bietet Lehrkräften Informationen, wie sie mit ihren Schüler/innen das weltweite Internet mit all seinen Chancen und Gefahren gemeinsam kennenlernen und erkunden können: Wie funktioniert das Internet, worauf muss ich achten, wie werde ich selbst aktiv? Praxisnah, anschaulich und kindgerecht kann mit den umfangreichen Materialien Basiswissen zu Inhalten wie Surfen und Navigieren, Internetsicherheit, Medien im Internet oder E-Mail und Chat vermittelt werden. Im Idealfall ist das Handbuch gemeinsam mit der dazu passenden CD-ROM oder den Online-Lernmodulen im Unterricht zu verwenden.

Logo des Medienpass NRW

Der Medienpass NRW bietet – derzeit für Grundschulen und die Jahrgangsstufen 5 bis 6 bzw. 7 bis 10 – eine Fülle von Materialien zum Einsatz im Unterricht. Das Angebot besteht aus drei Bausteinen: Ein Kompetenzrahmen gibt Orientierung, über welche Fähigkeiten Kinder und Jugendliche verschiedener Altersstufen verfügen sollten. Der von der Medienberatung NRW erarbeitete Lehrplan-Kompass enthält praxisbezogene Hilfen für den Unterricht. Der eigentliche Medienpass, ein Sammelheft für Grundschulkinder, dokumentiert das Kompetenzniveau und motiviert zur weiteren Beschäftigung mit Medien. Das Angebot wird kontinuierlich erweitert und soll auch für den Vorschulbereich angepasst werden.

Der „Medienpass NRW“ ist eine gemeinsame Initiative der Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien, des Ministeriums für Schule und Weiterbildung, des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport, der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) und der Medienberatung NRW.

Weiterführende Schule

Ausschnitt vom Cover des Klicksafe-Lehrerhandbuchs "Knowhow für junge Leute"

Die Entwicklung des Internets hin zum Social Web und die Möglichkeiten von mobilen Medien sind für viele Schüler/innen spannend. Der alltägliche Umgang führt an vielen weiterführenden Schulen aber auch zu Problemen. Schlägereien werden gefilmt (Happy Slapping), beleidigende Bilder im Netz veröffentlicht und auch Mobbing von Mitschüler/innen und Lehrern findet immer häufiger auf elektronischen Wegen statt – das sogenannte Cybermobbing. Umso wichtiger wird es, dass Jugendliche eine Haltung entwickeln, um mit neuen Medien verantwortungsvoll umzugehen.

Die EU-Initiative klicksafe hat umfangreiche Unterrichtsmaterialien entwickelt, um den kompetenten Umgang mit dem Netz und mobilen Medien in der Schule zum Thema zu machen. Zum klicksafe-Lehrerhandbuch "Knowhow für junge User" sind inzwischen mehrere Zusatzmodule veröffentlicht worden.

Auch der WDR bietet verschiedene thematische Arbeitspakete zum Einsatz im Unterricht an. Auf klicksafe.de findet sich eine Übersicht zu vielen weiteren medienpädagogischen Unterrichtsmaterialien.

Medien kreativ und sinnvoll nutzen

Logo von Handysektor

Damit die Handys der Schüler/innen nicht zu ständigen Störenfrieden werden, sollte sich jede Schule klare Regeln für eine Handyordnung überlegen. In solch eine Handyordnung können nicht nur Verbote aufgenommen werden, sondern auch Gebote darüber, wie Heranwachsende positiv miteinander umgehen sollten. Solch eine Vereinbarung mit Regeln und Geboten könnte von allen Beteiligten als Selbstverpflichtung unterschrieben und ausgehängt werden. Beim Projekt qualiboxx finden sich Tipps und Beispiele zum Thema Handyordnung. Auch der Handysektor widmet sich dem Thema "Handy in der Schule" und zeigt kreative Einsatzmöglichkeiten für Smartphone und Tablets im Unterricht auf. Damit setzt sich z. B. auch das Projekt MyMobile von medien+bildung.com auseinander.

Medien-Updates direkt aufs Smartphone

Logo des DigiScan

Aktuelle News zu Medienthemen erhalten die Jugendlichen über den DigiScan. Das werbefreie und kostenlose Angebot liefert wöchentlich aktuelle Infos zu angesagten Apps, digitalen Trends, Sicherheit, Social Media und Youtube-Stars per WhatsApp, Telegram oder E-Mail auf die Smartphones der Abonnenten. Die LfM möchte Jugendliche damit für die sichere Mediennutzung fit machen und sie über die Kanäle ansprechen, die sie täglich nutzen.

Besonderes Augenmerk legt das Angebot auch auf die Medienscouts in Nordrhein-Westfalen. Wer sich als Medienscout beim DigiScan anmeldet, erhält durch die News vertiefende Infos zur Unterstützung bei der täglichen Arbeit an der Schule. Zudem wird gelegentlich auch auf aktuelle Events und Netzwerktreffen hingewiesen.

"Alte" Medien

Auch die „alten“ Medien Radio und Video bieten viele Möglichkeiten zur handlungsorientierten Medienarbeit in der Schule. Beim Bürgerfunk in NRW werden beispielsweise verstärkt Radioprojekte an Schulen gefördert. Auch das Drehen und Nachbearbeiten von Filmen ist durch die Digitalisierung der Technik immer einfacher geworden. Die entstandenen Produktionen können bei verschiedenen Wettbewerben eingereicht werden.

Lernwerkzeuge

Nicht zuletzt werden Medien in weiterführenden Schulen als Lernwerkzeuge eingesetzt. Der Computer als Arbeitswerkzeug ist inzwischen ganz selbstverständlich geworden. Auch mobile Medien wie Smartphones und Tablets werden immer häufiger im Unterricht eingesetzt.

Die Medienberatung NRW bietet weitere Informationen an zum Lernen mit Medien an.