Lernziel Medienkompetenz

Wieso sollte Medienkompetenz vermittelt werden?

Kind an Touchscreen

Die Förderung von Medienkompetenz ist eine sehr individuelle Angelegenheit. Es gibt nicht die Medienkompetenz, die für alle Menschen gleich ist und für die sie wie für eine Führerscheinprüfung lernen können. Dafür ist der Begriff Medienkompetenz zu vielschichtig.

Medienkompetenz wird häufig reduziert begriffen, z. B. als Fähigkeit, einen Computer zu bedienen. Technische Fertigkeiten spielen natürlich eine wichtige Rolle, um überhaupt Zugang zu neuen Medien zu bekommen und beispielsweise Informationen im Internet zu finden. Darüber hinaus geht es bei der Förderung von Medienkompetenz aber auch um Fähigkeiten zur kritischen Reflektion der Medienlandschaft und des eigenen Handelns.

Bildung

In unserer Informationsgesellschaft wird die kompetente Nutzung von (Online-) Medien immer wichtiger, um zu lernen und Zugang zu Informationen zu bekommen. Medienkompetenz wird deshalb auch als vierte Kulturtechnik bezeichnet – neben dem Lesen, Rechnen und Schreiben. Das Beherrschen dieser Technik entscheidet heute in hohem Maße darüber, welche Entwicklungschancen sich Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen eröffnen.

Chancengleichheit

Große Teile unserer Bevölkerung finden noch immer keinen oder nur eingeschränkten Zugang zu den Medien und ihren Möglichkeiten zur Bildung und Partizipation. Mögliche Ursachen für diese ungleichmäßige Teilhabe können Geschlecht, Alter, sozialer Status, Behinderungen oder nationale Herkunft sein.

Für die Zukunft wäre es jedoch zu wünschen, dass möglichst viele Menschen an den Medien und den Kommunikationstechniken teilhaben und die von ihnen ausgehenden Chancen nutzen können. So kann einer gesellschaftlichen Benachteiligung und Ausgrenzung bzw. einer digitalen Spaltung entgegen gewirkt werden.

Mediennutzerschutz / Jugendmedienschutz

Mediennutzer/innen müssen informiert und qualifiziert werden, um z. B. nicht auf Abzocke oder ungerechtfertigte Abmahnungen hereinzufallen und über ihre Persönlichkeitsrechte Bescheid zu wissen. Konkrete Infos und praktische Hilfe bekommen Mediennutzer/innen bei Initiativen wie iRights.info, den Verbraucherzentralen in Deutschland mit ihren Beratungsstellen vor Ort oder dem Webangebot www.surfer-haben-rechte.de.

Mediennutzer/innen sollten zudem dabei unterstützt werden, Rundfunk und Internet mit kritischen Augen zu begleiten. Denn sie müssen sich grundsätzlich nicht alles gefallen lassen, was ihnen in Internet, TV und Co begegnet. Wenn Inhalte gegen bestehendes Recht verstoßen, kann eine Beschwerde eingereicht werden, z. B. bei der Landesanstalt für Medien NRW (LfM) zu TV- und Radio-Sendungen sowie Internetseiten. Sie fragt zudem bei Facebook als „Die Programmbeobachter“ nach aktuellen Meinungen zum Mediengeschehen und möchte mit den Zuschauer/innen ins Gespräch kommen.

Der gesetzliche Jugendmedienschutz richtet seinen Blick auf problematische Inhalte, vor denen Kinder und Jugendliche geschützt werden sollen. Instrumente des Jugendmedienschutzes sind z. B. Alterseinstufungen von Computerspielen und Zugangsbeschränkungen bei Webseiten.

Initiativen und Projekte wie klicksafe, Handysektor oder das Internet-ABC klären insbesondere Eltern und pädagogische Fachkräfte auf, damit diese potentiellen Gefahren durch Begleitung und pädagogische Prävention entgegen wirken können.

Demokratiekompetenz

Leitbild Medienkompetenz der LfM
Leitbild Medienkompetenz der LfM

Die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Werten und politischen Zielen findet heute im Wesentlichen über Medien statt. Wer diese Prozesse aktiv und mündig mitgestalten will, muss kompetent mit Medien umgehen: Hier sind insbesondere die Fähigkeit zur kritischen Reflexion von Medieninhalten gefragt, die eigenen Kompetenzen, sich (mithilfe der Medien) öffentlich zu artikulieren und das Wissen um die Macht- und Wirkungsstrukturen in der Medienlandschaft.

Die genannten Aspekte Bildung, Chancengleichheit, Mediennutzer-/Jugendmedienschutz und Demokratiekompetenz orientieren sich an den Leitbildern und Themenschwerpunkten zur Förderung von Medienkompetenz der LfM.