Jugendschutz im Alltag
Heranwachsende brauchen Schutz vor problematischen Medieninhalten
© contrastwerkstatt/fotolia.com

Alterskennzeichen auf Filmen und Videospielen, späte TV-Sendezeiten für Programme ab 16, Beschwerdestellen für problematische Online-Inhalte – viele Instrumente des Jugendmedienschutzes sind im Alltag sichtbar.
Aber wie gehen wir damit um?

Ob Eltern sich z.B. an Altersfreigaben von Spielen halten, liegt in ihrer Verantwortung. Oder ob eine Sozialarbeiterin ein unzulässiges Video auf einem Handy der Polizei meldet, muss sie in Absprache mit ihrem Team entscheiden. So klar der gesetzliche Jugendmedienschutz in seinen Regelungen ist – so groß ist die Bandbreite des medienpädagogischen Handelns

Wer als Pädagog/in mit Kindern und Jugendlichen arbeitet, sollte die Grundlagen des gesetzlichen Jugendmedienschutzes kennen. Hier im Medienkompetenzportal NRW finden Sie eine Orientierung aus medienpädagogischer Perspektive, eine kurze Übersicht der Regelungen bei Internet, Filmen und Games und eine Liste der Beschwerdestellen, um problematische Inhalte zu melden.

Weiterführende Informationen bieten die rechts aufgeführten zentralen Institutionen des Jugendmedienschutzes. Viele der Einrichtungen geben auch konkrete Tipps zur Medienerziehung und haben entsprechend Materialien zum erzieherischen Jugendmedienschutz im Programm.

Aufklärung nötig

Kinder und Jugendliche sollen vor schädlichen Einflüssen durch Medien geschützt werden. Das ist im Jugendschutzgesetz und vor allem im Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) geregelt. Dort steht zum Beispiel, dass Filme und Computerspiele, die in Deutschland auf den Markt kommen, eine Alterskennzeichnung haben müssen oder dass im freien Fernsehen keine Pornografie zu sehen sein darf.

Problematische Inhalte

Der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag unterscheidet zwischen unzulässigen Inhalten und entwicklungsbeeinträchtigenden Angeboten. Absolut unzulässig – und damit unabhängig vom Alter der Nutzer/innen grundsätzlich verboten – sind z.B. Angebote, welche die Menschenwürde verletzen, Kinderpornografie oder Posendarstellungen enthalten. Diese Inhalte dürfen weder im Netz noch im Fernsehen verbreitet werden.

Einfach pornografische, schwer jugendgefährdende und indizierte Angebote dürfen in Telemedien verbreitet werden, sofern von Seiten des Anbieters sichergestellt ist, dass sie nur Erwachsenen zugänglich gemacht werden (geschlossene Benutzergruppe). Unterhalb der Schwelle zur Pornografie oder Jugendgefährdung gibt es Angebote, die aufgrund ihres möglicherweise gewalthaltigen oder sexuellen Inhalts als entwicklungsbeeinträchtigend bezeichnet werden, da sie einen negativen Einfluss auf die gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen haben können. Aufgrund dessen müssen Anbieter dafür Sorge tragen, dass derartige Inhalte von den entsprechend gefährdeten Altersgruppen üblicherweise nicht wahrgenommen werden können. Dies kann über eine Sendezeitbeschränkung oder ein sonstiges technisches Mittel erfolgen.

Trotzdem sind all diese Angebote in der Welt. Und wer als Pädagog/in mit Jugendlichen arbeitet, ist immer wieder gefordert, Stellung zu beziehen. Heranwachsende müssen heute lernen, eine Haltung zu solchen problematischen Inhalten zu entwickeln, die im Internetzeitalter rasend schnell verbreitet werden. Sie benötigen dafür die Möglichkeit zur Auseinandersetzung und klare inhaltliche Positionen von Erwachsenen. Denn Jugendliche fragen zu Recht, warum etwas verboten ist oder bestimmten Beschränkungen unterliegt.

Pflicht zur Aufsicht

Pädagog/innen haben Kindern und Jugendlichen gegenüber oftmals eine Aufsichtspflicht. Dies ist beispielsweise auch in Computerräumen an einer Schule der Fall oder bei Medienprojekten in einem Jugendzentrum. Vor allem beim Surfen im Netz können Jugendliche mit rechtswidrigen Inhalten konfrontiert werden, auch wenn sie gar nicht gezielt danach suchen, sondern eher zufällig Verlinkungen folgen.

Wer entwicklungsbeeinträchtigende, jugendgefährdende oder gar absolut unzulässige Inhalte im Netz findet, kann dies einer Beschwerdestelle melden.

Filter alleine reichen nicht

Es gibt inzwischen eine Reihe von technischen Möglichkeiten, Kinder und Jugendliche vor unerwünschten Inhalten zu schützen. Auf klicksafe.de wird die Funktionsweise von solcher Jugendschutzsoftware erläutert – zudem werden gängige Filterprogramme vorgestellt. Technische Schutzmaßnahmen sind vor allem für Kinder wichtig, die ihre ersten Schritte im Netz unternehmen.

"Wissen, wie´s geht"

Noch wichtiger ist es jedoch, Kindern beim Einstieg ins Internet zur Seite zu stehen und sie als Erziehungsberechtigte/r oder Pädagog/in zu begleiten. Konkrete Hilfe bei den ersten Schritten im Netz bietet das Internet-ABC mit der Rubrik „Wissen, wie´s geht“.

Der sinnvollste Schutz ist eine Kombination aus technischen Maßnahmen und erzieherischen Mitteln. Denn kein Filter bietet hundertprozentige Sicherheit, dass Kinder und Jugendliche nicht mit problematischen Inhalten konfrontiert werden. Deshalb ist es wichtig, dass sie einen Ansprechpartner haben, um schockierende Bilder oder andere bedenkliche Inhalte einordnen zu können und zu verarbeiten.