Dran bleiben!
Computerspiele in der Erwachsenenbildung
© Matthias Felling

Die schnelle Entwicklung der Medienwelt stellt auch immer neue Herausforderungen an Erwachsene. Die Auseinandersetzung mit neuer Technik ist für manche wichtig bei der beruflichen Weiterentwicklung – andere wollen aus persönlichen Gründen am Ball bleiben.

Inzwischen gibt es viele medienpädagogische Angebote für Eltern. Aber auch andere Zielgruppen werden verstärkt in den Blick genommen. Um den jeweiligen Bedürfnissen gerecht zu werden, gibt es z.B. Kurse, Infoangebote und Medienprojekte speziell für Menschen mit Behinderungen, Senior/innen, Migrant/innen oder Frauen.

Menschen mit Behinderungen müssen die Chancen und Vorteile der neuen Medien in gleichem Maß nutzen können wie Menschen ohne Behinderungen. Für Internetangebote gibt es deshalb Kriterien, wie diese barrierefrei gestaltet werden sollten. Eine Übersicht dazu findet sich beim BIENE-Wettbewerb, der alljährlich von der Aktion Mensch und der Stiftung Digitale Chancen veranstaltet wird. Viele praktische Tipps zur Barrierefreiheit bietet auch das Angebot barrierefrei kommunizieren! der Technischen Jugendfreizeit- und Bildungsgesellschaft (tjfbg gGmbH).

Viele Begegnungen von jung und alt gab es schon über intergenerative Medienprojekte. Seit 1998 wird beispielsweise der Wettbewerb Video der Generationen veranstaltet. Der bringt junge und ältere Filmfans zusammen, denn mitmachen können alle ab 50 Jahre sowie Jung-und-Alt-Teams (bis 25 und ab 50 Jahre). Der Wettbewerb wird vom Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert und vom Kinder- und Jugendfilmzentrum in Deutschland (KJF) organisiert.

Volkshochschulen, Bibliotheken und viele andere Anbieter haben inzwischen spezielle Medienkurse für Senior/innen im Programm. Ältere Menschen können dort z.B. den Umgang mit dem Internet oder Handy lernen.

Schließlich kann die Arbeit mit Medien eine Brücke zwischen verschiedenen Kulturen bauen. Beim Bürgerhaus Bennohaus in Münster sind z.B. viele internationale Medienprojekte angesiedelt, die zu Begegnungen und gemeinsamen Medienprojekten vor allem auf europäischer Ebene führen.
Um verstärkt Menschen mit Zuwanderungsgeschichte zu erreichen gibt es von klicksafe inzwischen auch ein Webangebot und medienpädagogische Materialien in türkischerrussischer und arabischer Sprache. Für die rund 2,8 Millionen türkeistämmigen Mitbürger in Deutschland hat auch das Internet-ABC ein türkischsprachiges Online-Angebot aufbereitet.

Maßnahmen und Projekte zur Stärkung der Online-Kompetenz von Migrant/innen in Deutschland sind in der Datenbank "Gute Beispiele" verzeichnet, die vom Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V. betreut wird. Eine Einrichtung, die sowohl die interkulturelle wie auch die intergenerative Medienarbeit auf ihre Fahnen geschrieben hat, ist das Modellprojekt LoComNET mit Sitz in Bonn. Dort werden u.a. auch regelmäßig Bürgerfunk-Sendungen produziert. Bürger/innen jeden Alters können sich darüber in demokratische Prozesse einmischen und das lokale Informationsangebot ergänzen.Bei der Nutzung neuer Medien gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede. Um dem entgegen zu wirken, gibt es gezielte Angebote für Frauen. Der Verein Frauen und neue Medien e.V. in Münster ist beispielsweise eine Einrichtung, die mit dem Motto „Von Frauen für Frauen und Mädchen!“ ein breites Kursspektrum in den Bereichen Telekommunikation und Multimedia anbietet.

 



Medienpädagogischer Atlas

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