Medienkompetenz in der Schule

Im Schulgesetz NRW (Stand: 1. 7. 2010) heißt es im § 2 Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule, dass Schüler/innen insbesondere lernen sollen, "mit Medien verantwortungsbewusst und sicher umzugehen."

Die Förderung von Medienkompetenz an Schulen bzw. im Unterricht wird immer wichtiger, um Kindern und Jugendlichen Schlüsselqualifikationen zu vermitteln und sie auf das Leben in unserer dynamischen Informationsgesellschaft vorzubereiten. So spielt der kompetente und verantwortungsvolle Umgang mit Medien heute nicht zuletzt in sehr vielen Berufen eine zentrale Rolle.

In den verschiedenen Schulformen kann die Förderung von Medienkompetenz auf vielfältige Weise umgesetzt werden. Es gibt inzwischen umfangreiche Unterichtsmaterialien, um Schüler/innen verschiedener Jahrgangsstufen den richtigen Umgang mit dem Internet zu vermitteln. In offeneren Projekten können Kinder und Jugendliche selbst aktiv werden und eigene Medieninhalte produzieren bzw. reflektieren. Der Umgang mit elektronischen Medien findet an Schulen zunehmend auch im Unterricht statt, da vor allem Computer inzwischen (fast) alltägliche Lernwerkzeuge geworden sind.

Medienberatung NRW

Grundsätzliche Unterstützung bei der Entwicklung und Umsetzung von medienpädagogischen Angeboten finden Schulen bei der Medienberatung NRW. Die Medienberatung NRW ist ein gemeinsames Angebot des LVR-Zentrums für Medien und Bildung und des LWL-Medienzentrums für Westfalen im Auftrag des Landes NRW und der Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe. Die Medienberatung NRW unterstützt auch die Arbeit der 53 Kompetenzteams NRW. Hier finden sich Ansprechpartner/innen vor Ort, die unter anderem auch zum Thema „Medien in der Schule“ beraten.

Grundschule

Im Entwurf der Bildungsvereinbarung NRW werden Medien als eigenständiger Bildungsbereich gesehen. Diese Entwicklung spiegelt sich auch darin wider, dass es an immer mehr Grundschulen medienpädagogische Angebote gibt.

Der Umgang mit (neuen) Medien will gelernt sein. Nach Ergebnissen der KIM-Studie sammeln sehr viele Kinder im Grundschulalter erste Erfahrungen im Umgang mit PC, Internet und Handy. Ähnlich wie bei der Verkehrserziehung, die zum Ziel hat, dass Kinder sich im Straßenverkehr sicher bewegen können, kann die Medienerziehung Kindern dabei helfen, die Risiken der Medienwelt zu erkennen und die Möglichkeiten aktiv zu nutzen.

Lehrerhandbuch vom Internet-ABC

Wissen, wie´s geht. Das Lehrerhandbuch des Internet-ABC setzt genau hier an und kann kostenlos bestellt werden. Es bietet Lehrkräften Informationen, wie sie mit ihren Schüler/innen das weltweite Internet mit all seinen Chancen und Gefahren gemeinsam kennenlernen und erkunden: Wie funktioniert das Internet, worauf muss ich achten, wie werde ich selbst aktiv? Praxisnah, anschaulich und kindgerecht kann mit den umfangreichen Materialien Basiswissen zu Inhalten wie Surfen und Navigieren, Internetsicherheit, Medien im Internet oder E-Mail und Chat vermittelt werden. Im Idealfall ist das Handbuch gemeinsam mit der dazu passenden CD-ROM im Unterricht zu verwenden.

Weiterführende Schule

klicksafe-Lehrerhandbuch "Knowhow für junge User"

Die Entwicklung des Internets zum Mitmachnetz Web 2.0 ist für viele Schüler/innen spannend. Die EU-Initiative klicksafe hat umfangreiche Unterrichtsmaterialien entwickelt, um den kompetenten Umgang mit dem Netz in der Schule zum Thema zu machen. Zum klicksafe-Lehrerhandbuch "Knowhow für junge User" sind inzwischen Zusatzmodule zu den Themen Cyber-Mobbing, Social Communities und Datenschutz veröffentlicht worden.

Auch der WDR bietet verschiedene thematische Arbeitspakete zum Einsatz im Unterricht an. Auf klicksafe.de findet sich eine Übersicht zu vielen weiteren medienpädagogischen Unterrichtsmaterialien.

Probleme mit Medien
Der alltägliche Umgang von Schüler/innen mit Medien führt an vielen weiterführenden Schulen zu Problemen. Da werden Schlägereien gefilmt (Happy Slapping) und beleidigende Bilder im Netz veröffentlicht. Auch Mobbing von Mitschüler/innen und Lehrern findet immer häufiger auf elektronischen Wegen statt. Umso wichtiger wird es, dass Jugendliche eine Haltung entwickeln, um mit neuen Medien verantwortungsvoll umzugehen.

Kreative Lösungen
Damit die Handys der Schüler/innen nicht zu ständigen Störenfrieden werden, sollte sich jede Schule klare Regeln für eine Handyordnung überlegen. In solch eine Handyordnung können nicht nur Verbote aufgenommen werden, sondern auch Gebote darüber, wie Heranwachsende positiv miteinander umgehen sollten. Solch eine Vereinbarung mit Regeln und Geboten könnte von allen Beteiligten als Selbstverpflichtung unterschrieben und ausgehängt werden. Beim Projekt qualiboxx finden sich Tipps und Beispiele zum Thema Handyordnung. Auch der handysektor widmet sich dem Thema "Handy in der Schule". Mit Möglichkeiten des kreativen Einsatzes von Handys in der Schule setzt sich z.B. das Projekt taschenfunk von medien+bildung.com auseinander.

An verschiedenen Schulen etablieren sich momentan so genannte peer-to-peer-Projekte, in denen Schüler/innen als „Experten“ fortgebildet werden, um anderen Schüler/innen zu helfen. Die schülerVZ-scouts am Oberhausener Elsa-Brandström-Gymnasium wurden z.B. in den Bereichen Social Communities, Datenschutz, Urheberrecht, Persönlichkeitsrecht und Cyber-Mobbing geschult, um Infoveranstaltungen in den Klassen 5 und 6 durchzuführen.

Auch die „alten“ Medien Radio und Video bieten viele Möglichkeiten zur handlungsorientierten Medienarbeit in der Schule. Beim Bürgerfunk in NRW werden beispielsweise verstärkt Radioprojekte an Schulen gefördert. Auch das Drehen und Nachbearbeiten von Filmen ist durch die Digitalisierung der Technik immer einfacher geworden. Die entstandenen Produktionen können bei verschiedenen Wettbewerben eingereicht werden.

Lernwerkzeuge
Nicht zuletzt werden Medien in weiterführenden Schulen als Lernwerkzeuge eingesetzt. Der Computer als Arbeitswerkzeug ist inzwischen ganz selbstverständlich geworden. Vielleicht werden künftige Generationen auch Handys oder andere mobile Endgeräte wie einen Taschenrechner benutzen.

Medien als Lernwerkzeuge

Wer sich sich über verschiedene Ansätze zum Einsatz von Neuen Medien als Lernwerkzeuge informieren möchte, findet hier weitere Anregungen:

Medien zum Lernen nutzen / Medienberatung NRW

Projekt My Mobile / medien+bildung.com

Handys im Schulalltag / Artikel und Links vom handysektor