Januar 2016: Net-Piloten

Das Peer-Projekt "Net-Piloten – Durchklick mit Durchblick" hat zum Ziel, Kinder und Jugendliche für einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Internet und mit Computerspielen zu sensibilisieren. Es vereint medienpädagogische und suchtpräventive Ansätze und ist auf mehreren Ebenen wirksam.

Die "Net-Piloten" arbeiten in regionalen Netzwerken, sind aber als Bundespilotprojekt gleichzeitig in bundesweite Präventionsstrategien eingebettet. Die Fachstelle für Suchtprävention update der Caritas und Diakonie Bonn ist Koordinierungsstelle des Pilotprojekts. Weitere Projektstandorte sind neon bei der Fachstelle Suchtprävention in Rosenheim und Digital voll normal der Caritas Berlin. Finanziert und fachlich unterstützt wird das Projekt durch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in Köln.

Die Herstellung von Medienkompetenz ist eines der obersten Ziele der Präventionsbemühungen, um die Problematik der exzessiven Nutzung jugendaffiner Angebote im Internet – besonders von Computerspielen und Sozialen Netzwerken – zielgruppennah und nachhaltig zu bearbeiten. Dabei geht es vor allem um die Fähigkeit, Medienangebote einschätzen zu können und ihre Nutzung verantwortlich und selbstreflexiv zu erlernen. Unterstützt wird die Arbeit vor Ort vom Jugendportal www.ins-netz-gehen.de.

Die professionelle und sachkundige Ausbildung der Net-Piloten bildet einen zentralen Bestandteil des Projekts. Die Schulungen gehen über reine Informationsveranstaltungen weit hinaus: Eine gute und nachhaltige Ausbildung der Peers steht im besonderen Fokus geplanter Maßnahmen.

Der Erfolg des Peer Education-Konzepts hängt stark von der Auswahl geeigneter Peers ab. Ein "Nebenprodukt" der Qualifizierung zum "Net-Piloten" ist die Entwicklung oder Ausreifung persönlicher Kompetenzen der Peers selbst in Bezug auf die Verhaltensregulation innerhalb der digitalen Welt. Die Entwicklung von Soft Skills und Gesprächsführungskompetenzen der zukünftigen "Net-Piloten" wird unter professioneller Anleitung intensiv trainiert.

Mit dem Projekt gelingt die systematische und frühzeitige Förderung einer medienkritischen Haltung bei Kindern und Jugendlichen. Grundlage hierfür sind funktionierende Schnittstellen zwischen Schule und Suchtprävention.

Die Ausbildung der "Net-Piloten" verfolgt vier gleichrangige Ziele:

  • Erhöhung des Kenntnisstands über die negativen Folgen exzessiver Computerspiel- und Internetnutzung in den Zielgruppen,
  • Förderung der Reflexionsfähigkeit sowie Einstellungsänderungen in Bezug auf den eigenen Computerspiel- und Internetgebrauch,
  • Förderung der selbstkritischen Änderung des Nutzungsverhaltens von Computerspiel- und Internetangeboten,
  • Förderung der Beratungsbereitschaft im Bedarfsfall.

Statt des Lehrers erklären schließlich gleichaltrige Schülerinnen und Schüler die Tücken und Tricks zum verantwortungsvollen Umgang mit dem Netz: Über die "Net-Piloten" an einer Mädchenrealschule berichtet ein Radio-Beitrag von Bayern 3 und das WDR Fernsehen in der Lokalzeit aus Bonn.

Die "Net-Piloten" sprechen gezielt gleichzeitig Jugendliche und Erwachsene an. Die Elternarbeit bildet einen wichtigen Baustein im Projektaufbau. Mit einbezogen wird der lebensweltliche Kontext, in dem übermäßiger Computerspiel- und Internetgebrauch entsteht. Auf diese Weise lassen sich nachhaltige Lösungsansätze ableiten.

Für Eltern und Multiplikatoren gibt es das Internetportal www.multiplikatoren.ins-netz-gehen.de, auf dem man Informationen zur Thematik der exzessiven Mediennutzung und im Bedarfsfall auch eine E-Mail-Beratung erhält. (Folie für Multiplikatoren)

Es sollen langfristig in mehreren Bundesländern Koordinationspunkte eingerichtet werden – mit dem Auftrag, die Implementierung von Net-Piloten in ihrem Land zu unterstützen. Um einschätzen zu können, ob die Ziele erreicht werden und wie Schülerinnen und Schüler das Modell-Projekt beurteilen, wird es durch die Delphi-Gesellschaft für Forschung, Beratung und Projektentwicklung wissenschaftlich evaluiert.