Townload TV

Bei Townload TV erhalten Jugendliche und junge Erwachsene die Chance, sich mit Videoclips für eine solidarische Stadtgesellschaft und ein tolerantes Miteinander einzusetzen.

Tonwload TV auf einen Blick:

  • Ein Projekt des Medienzentrums Ruhr e.V. in Kooperation mit dem Jugendmedienzentrum der Stadt Essen.
  • Wird gefördert durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und das Bildungswerk der Humanistischen Union NRW, die auch wichtiger Kooperationspartner ist.
  • Richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene ab 15 Jahren, die Interesse daran haben Videoclips zu erstellen oder eine Plattform für bereits erstellte Videos suchen.
  • In die Projekte bei Townload TV werden auch junge Flüchtlinge miteinbezogen.

Unterstützt von Medienpädagog/innen werden je nach Interesse der jungen Videomacher/innen Infos, Meinungen und Diskussionsthemen journalistisch aufbereitet und auf Wunsch auf der Plattform Townload TV online gestellt. Jugendliche lernen so redaktionelle Abläufe kennen und üben sich im Umgang mit Kamera, Bildgestaltung und technischer Umsetzung von Videoprojekten. Zudem werden Sie dazu angeregt, über journalistische Methoden und die Qualität medialer Inhalte zu diskutieren. Eigene Projekte können in einer Redaktionssitzung vorgestellt, diskutiert und anschließend auf Townload TV hochgeladen werden. 

Passgenaue Angebote

Bild: Gruppe bei Teamwork

Besonders am Projekt Townload TV ist, dass die Inhalte und Abläufe nicht von außen vorgegeben, sondern von jugendlichen Einzelpersonen oder Gruppen selbst eingebracht werden. Das selbständige und freie Arbeiten steht damit im Vordergrund: Idee, Storyboard, Dreh und Schnitt liegen in der Hand der Teilnehmenden.

Je nach eigener Kompetenz und Erfahrung unterstützen Medienpädagog/innen die Arbeit der Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Sie stellen dabei nicht nur Geräte und technischen Know-How zur Verfügung, sondern geben bei Bedarf auch Tipps zu Themen, Interviewparter/innen oder interessanten Orten in Essen. 

Themenschwerpunkte bei Townload TV

Berichten, Ankommen, Begegnen, Erinnern und Mitbestimmen – unter diesen Schlagwörtern finden sich auf der Webseite von Townload TV verschiedenste Clips. Ein weiterer Fokus des Projekts wird vor allem im Bereich Ankommen deutlich: Die hier eingestellten Clips richten sich an Geflüchtete und beinhalten wichtige Informationen oder Tipps und Empfehlungen. Durch ein kurzes Interview werden so beispielsweise Pro Asyl oder die Polizei in Essen vorgestellt. Die Videos sind jeweils in deutscher Sprache und optional mit englischen Untertiteln verfügbar.

Es geht aber nicht nur darum, Videos für Flüchtlinge zu erstellen, sondern auch junge Geflüchtete aktiv daran zu beteiligen. Dies gelingt unter anderem durch eine Zusammenarbeit mit Übergangsklassen bzw. internationalen Förderklassen des Hugo Kükelhaus Berufskollegs.

In der Regel arbeiten in Projekten mit Geflüchteten jeweils zwei Jugendliche aus Deutschland mit zwei jungen Flüchtlingen zusammen. Im engen Kontakt können so sprachliche Hindernisse leichter überwunden werden und ein intensiver Austausch miteinander angeregt werden. Die Jugendlichen sprechen meist deutsch und englisch miteinander. 

Wer kann mitmachen?

Bei Townload TV können Jugendliche ab 15 Jahren aktiv werden. Das Projekt richtet sich an Einzelpersonen oder Gruppen, die bereits eine bestimmte Idee haben oder einfach Lust dazu haben, sich durch Videos auszudrücken und zu beteiligen. Mitmachen kann man zwar auch in der Freizeit, häufig entstehen Videos aber im Rahmen von Schulprojekten oder Praktika bei Townload TV. Ob ein Video an Projekttagen, Projektwochen oder in einem Kurs über längere Zeit erstellt wird, kann individuell entschieden werden. Informationen zu möglichen Projekten gibt es auf der Webseite von Townload. In einem persönlichen Gespräch lässt sich dann genauer festlegen, in welcher Form ein Videodreh umsetzbar ist.

Betriebspraktikum bei Townload TV

Vom 19. Juni bis zum 28. Juli bietet Townload TV Praktikumsplätze an. Themenschwerpunkt der diesjährigen Praktika ist lokalhistorisches Erinnern. Praktikanten können in ein- bis sechswöchigen Praktika eigene Videoclips erstellen, die sich mit einem von 300 Stolpersteinen in Essen auseinandersetzen. Ziel ist es, den Personen, die hinter den Stolpersteinen stehen, ein Gesicht zu geben und ihre Geschichte zu erzählen. Welche Personen besonders interessant erscheinen und wie deren Geschichte spannend dargestellt werden kann, entscheiden die Videomacher/innen selbst. Das besondere daran wird sein, dass die Videos zu Essens Stolpersteinen nicht nur auf Townload TV erscheinen, sondern dass eigens hierfür eine App erstellt wird, in welche die Clips ebenfalls eingepflegt werden. Das Bildungswerk der Humanistischen Union NRW stellt in diesem Projekt einen wichtigen Kooperationspartner dar. 

Ziele des Projekts

Townload TV erreicht Jugendliche auf unterschiedlichen Ebenen. Zunächst lernen Jugendliche journalistische und redaktionelle Arbeitsweisen kennen und den Umgang mit Kamera, Gestaltung und Videoschnitt kennen. Die Medienkompetenz der Teilnehmenden wird zudem dadurch gefördert, dass ein bewusstes Nachdenken über mediale Inhalte angeregt wird. Wie unterschiedlich kann ein Thema dargestellt werden, wenn es aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet wird? Wie wirke ich selbst vor der Kamera? Wer darf mich oder mein Video im Internet sehen und wie fühlt sich das für mich an? Mit solchen Fragen werden Jugendliche bei Townload TV teilweise zum ersten Mal konfrontiert und erhalten den Raum, sich darüber Gedanken zu machen und auszutauschen.

Da Medienpädagog/innen bei Townload TV eher unterstützend agieren, steht die Peer Group Education im Vordergrund. In den einzelnen Projekten ist intensiver Austausch miteinander notwendig, so wird der Kennenlernen anderer Peers gefördert. Dies erscheint im Hinblick auf die Arbeit mit Flüchtlingen besonders wertvoll. So wird nicht nur die Medienkompetenz der Teilnehmenden gefördert, sondern auch eine Plattform zum Kennenlernen von Peers mit bzw. ohne Fluchthintergrund geschaffen. Die in Townload TV behandelten Themen stellen zudem ein solidarisches und tolerantes Miteinander in den Vordergrund und regen Jugendliche dazu an, sich mit neuen, oftmals bisher als uninteressant wahrgenommenen Bereichen wie beispielsweise politischer Teilhabe auseinanderzusetzen. 

Gründe für die Auszeichnung als Empfehlung des Monats:

Das Projekt Townload fördert die Medienkompetenz Jugendlicher auf vielschichtige Weise. Durch die Produktion eigener Inhalte lernen sie nicht nur den Umgang mit zur Filmproduktion nötiger Technik, sondern werden auch auf Fragen journalistischen Arbeitens gestoßen. Es werden so Reflexionsprozesse und Diskussionen beispielsweise über die Qualität oder Echtheit medial vermittelte Inhalte angeregt. Das selbständige Arbeiten Jugendlicher miteinander, die Peer-to-Peer Education, wird bei Townload TV durch die Miteinbeziehung jugendlicher Flüchtlinge besonders spannend. Diese Herangehensweise setzt die intensive Zusammenarbeit von Jugendlichen mit verschiedenen Hintergründen voraus. So werden Anknüpfungspunkte mit anderen Jugendlichen hergestellt, zu denen der Kontakt ansonsten oftmals schwerfällt und ein Boden für weiterbestehenden Austausch miteinander geschaffen.