Juni 2002: Bielefelder Jugendring e.V. (BJR)

Die Hörfunk- und Videoarbeit mit Kindern und Jugendlichen bildet seit Jahren die Grundlage der überaus vielfältigen Medienprojekte des Sei es das "Kinderradio Kurzwelle“, das fast jeden Sonntag um kurz nach 19 Uhr läuft, sei es „Rasant“, das Radiomagazin von Behinderten für Behinderte und Nicht-Behinderte, seien es Radiosendungen von MigrantInnen oder die aktive Medienarbeit in zahlreichen Schulradioprojekten – überall können die TeilnehmerInnen Inhalte und Form der Sendungen weitestgehend selbstbestimmt gestalten. Produziert werden die Sendungen in der "Radiowerkstatt im Bielefelder Jugendring".

Genau wie bei der Radioarbeit ist es auch bei den Videoprojekten des BJR Prinzip, daß die Produkte nach Fertigstellung nicht nur im internen Raum verbleiben. Medien brauchen Öffentlichkeit.
Nicht zuletzt deshalb hat der Bielefelder Jugendring im einjährigen Turnus eine Videoaktionswoche etabliert. Am Ende der Drehphase steht dabei immer die feierliche Präsentation aller entstandenen Videoclips in einem Kino. Grundgedanke ist auch hier, daß die beteiligten Kinder und Jugendlichen am gesamten Entstehungsprozeß ihrer Videoclips beteiligt sind. Innerhalb eines einzigen Produktionstages machen sie so nicht nur Erfahrungen in den Bereichen Drehbuch, Kamera, Regie und Schauspielerei, sondern bekommen auch einen Einblick in die Nachvertonung und den Endschnitt eines Videofilmes.

Mehr als ein virtueller Kinder- und Jugendstadtplan: die bielewelt.de
Eines der innovativsten und spannendsten Projekte des Bielefelder Jugendrings: Unter www.bielewelt.de/stadtplan findet sich ein außergewöhnlicher Wegweiser durch Bielefeld. Der bielewelt-Stadtplan wird von Kindern und Jugendlichen mit Inhalten gefüllt. Es handelt sich um ein multimediales On- und Offline-Projekt, das Methoden der klassischen Jugendarbeit wie Lebensumfeld-Erkundungen, mit einem vernetzenden medienpädagogischen Ansatz und dem Ziel lokaler Beteiligung von Heranwachsenden verknüpft. Der virtuelle Stadtplan wird von den Kindern und Jugendlichen der Stadt Bielefeld in jeder Phase der Entstehung maßgeblich mitgestaltet. Innerhalb unterschiedlich strukturierter – aber durch die Arbeit an der gemeinsamen Plattform miteinander vernetzter – Aktionen erkunden die teilnehmenden Kinder, ausgerüstet mit einem „Forscherausweis“, einem kleineren oder größeren Forschungsauftrag, Kamera und digitalem Aufnahmegerät nach und nach die Ortsteile von Bielefeld.

Mit Texten, Fotos und auch Audiobeiträgen werden die gesammelten Informationen ins Internet gestellt. Hinweise auf Lieblings-Spielplätze finden sich hier ebenso wie Kommentare zu Jugendclubs, Veranstaltungshinweise, Empfehlungen zu Shopping-Adressen, Eisdielen, und und und ... „Tops“ und „Flops“ werden – in für Erwachsende häufig überraschender Weise – vergeben, im Forum diskutieren Kinder, Jugendliche und „internette“ PädagogInnen in Bielefeld und Umgebung über ihre Heimatstadt.  „Die Idee ist derart gut, dass man sie man ohne zu zögern auch anderen Städten nahelegen möchte“, fand die Jury des Grimme Online Award 2002, die bielewelt.de für den Förderpreis Medienkompetenz nominierte.