Mai 2002: Medienprojekt der Stadt Wuppertal

Bigger than life - Produktorientierte Jugendvideoarbeit in Wuppertal
Das „Medienprojekt der Stadt Wuppertal Medienpädagogik definiert sich in Wuppertal als präventiver Jugendschutz, weil sie durch ihre kooperativen, partizipativen und produktiven Elemente hochwirksam bei der Entwicklung einer demokratischen, reflexiven, lustvollen Persönlichkeit von Jugendlichen ist. Video wird als kommunikative, neue Kulturtechnik gesehen, die Lust am Film und am künstlerischen wie inhaltlichen Ausdruck stehen bei den TeilnehmerInnen wie den unterstützenden MitarbeiterInnen im Vordergrund.

Das Kino als Präsentationsort ihrer Filme wird so die Bühne, wo Jugendliche erzählen können, was in ihren Herzen und Köpfen vorgeht, und wo sie sich selbst sexy, intelligent, witzig oder politisch darstellen können. Die dominierenden Themen der Jugendlichen in ihren Kurzspielfilmen, Reportagen, Trickfilmen und Musikvideos sind Sex und Gewalt, wie sie im täglichen Leben erfahren wird, was zwar bei Eltern, LehrerInnen, Politikern und Stadtverantwortlichen vor Ort regelmäßig massive Kritik auslöst, was jedoch beim jugendlichen Publikum ankommt und darüber hinaus zahlreiche Preise und Berichte in Presse und TV einbringt.

1/3 der jungen VideomacherInnen produzieren hier privat in Freundesgruppen, der Großteil filmt im Rahmen von Schulprojekten, Jugendtreffs, Vereinen und Beratungsstellen. Die Jugendlichen werden, soweit notwendig, von professionellen FilmemacherInnen aus der Region angeleitet, ihre Arbeiten im Kino, in Schulen und Jugendeinrichtungen präsentiert und als Bildungsmittel bundesweit vertrieben. Durch diesen konkurrenzlosen Vertrieb wird die für die Jugendlichen kostenlose Produktion finanziert.

Ein aktuelles Beispiel aus der Arbeit des Medienprojekts: Das israelisch-deutsche Jugendvideoprojekt

Acht Jugendliche aus Israel und Wuppertal drehen gemeinsam zwei Videodokumentationen (im Herbst 2001 in Deutschland und in den Osterferien 2002 in Israel). Thema der Filme ist das Leben und Zusammenleben von Jugendlichen verschiedener Kulturen in ihren Ländern im Zusammenhang mit ihrer Landesgeschichte. Von den vier Jugendlichen Teilnehmern aus Wuppertal sind zwei Migranten, die israelische Gruppe besteht aus zwei jüdischen und zwei arabisch-israelischen Jugendlichen. Die beiden Filme werden als Bildungsmittel in Israel und Deutschland vertrieben - deutsch/hebräisch/arabisch untertitelt. So werden Brücken geschlagen, Verständnis und Kommunikation zwischen den verschiedenen Kulturen geschaffen - in beiden Ländern und zwischen beiden Ländern.