Januar 2005: Filmmuseum Landeshauptstadt Düsseldorf

Eine "Schule des Sehens"

Mit speziellen, ganzjährig ausgerichteten Veranstaltungen bietet das Filmmuseum Düsseldorf Kindern (ab 6 J.) und Jugendlichen die Möglichkeit, die Welt des Films und die Filmgeschichte kennen zu lernen. Auf 2.000 qm und vier Etagen Dauerausstellung sind viele Dinge zu entdecken, die für die Entwicklung der Filmkunst von Bedeutung waren, so das Schattenspiel, die Zauberlaterne und Wundertrommel oder die Reihenfotografie. Filmbeispiele herausragender Regisseure belegen die Finesse dieses über 100 Jahre alten Mediums. Kostbare Kostüme, Requisiten und originale Preise liefern den Hauch von Glamour rund um das Thema Film.

Neben Schwerpunktführungen zu Gebieten wie "Trickfilm" oder der "Trick im Film" (mit der "Blue Box" kann man sich in einen laufenden Film "hinein mogeln") werden für Gruppen bis max. 15 Teilnehmern Workshops angeboten, die das Prinzip der bewegten Film-Bilder und deren Entwicklungsgeschichte unmittelbar erfahrbar machen.

Für das Düsseldorfer Projekt "Offene Ganztagsschule" hat das Filmmuseum vier Angebotskomplexe erarbeitet:

"Optische Spiele mit Licht und Farbe": Der Wunsch der Menschen, in der Vorzeit von Film und Kino einem Bild Leben einzuhauchen, Lichtbilder einzufangen oder zu projizieren, führte zu vielen bekannten Erfindungen. Hier werden das Prinzip des Kaleidoskops, der Zauberlaterne und der Camera Obscura eingehend behandelt.

"Spiel mit den Schatten": Das aus Asien stammende "Schattentheater" gehört mit zu den ältesten und bedeutendsten Vorführformen der Kulturgeschichte. Mit Leinwand, Lichtquelle, bewegten Objekten, Erzählung, Farbe und Musik weist es bereits einige Elemente der späteren "Kinematographie" auf. Erprobt und gebastelt werden Schattenspielfiguren, Tischschattenspiele und das Spiel vor der Leinwand.

"Wie die Bilder laufen lernten ...": Die eigentliche Kraft des Films, die Illusion der Bewegung zu erzeugen, beruht auf der Trägheit des menschlichen Auges und dem sogenannten "Phi-Effekt". Beide bewirken, dass der Mensch ab einer bestimmten Projektionsgeschwindigkeit die Abfolge von Einzelbildphasen als eine konstante Bewegung wahrnimmt. Dieses Phänomen wird über das "Daumenkino", dem "kleinen Film ohne Kamera", und die "Wundertrommel" spielerisch vermittelt.

"Gespräche über den Film": Anhand vorgeführter Beispiele werden "Möglichkeiten und Absichten" eines Films erkundet, seine Tricks enträtselt und seine HeldInnen auf ihre "Echtheit" hinterfragt.