April 2007: Institut für Kino und Filmkultur e.V. (IKF)

Das Institut für Kino und Filmkultur (IKF) ist bekannt als Vermittler von Film- und Medienkompetenz, als Herausgeber von Begleitmaterialien zu Filmen für den Unterricht (Film-Hefte, Kino & Curriculum, Kino-Kolleg, Arbeitshefte für die Grundschule, Multimedia-Box "Wölfe im Schafspelz", Film-Sternchen), als Veranstalter von Schul-Film-Wochen, Kino-Seminaren ("Kino gegen Gewalt"), Fortbildungen oder Tagungen. Auf der Webseite des IKF stehen zu 85 Filmen Film-Hefte zum Download zur Verfügung, und hier findet sich das Online-Format "Kino & Curriculum", das Pädagogen aktuelle Filme vorstellt und Einsatzmöglichkeiten des Filmes im Unterricht vorschlägt.

Der Ansatz: Die Voraussetzung für einen medienkompetenten Umgang mit dem modernen Film- und Bildangebot besteht in der Kenntnis der formalen Sprache des Mediums. Bildtraditionen, Bildkonnotationen, Bildsymbolik, die von Filmen vermittelte Emotionalität sind Lerngegenstände. Für den Ansatz zentral ist die Erkenntnis der Eigenständigkeit der vom Medium Film entwickelten Formensprache. Film ist keine Fortsetzung der Literatur mit anderen Mitteln, sondern selbständige Kunstform. Film ist inszeniertes gerahmtes Bild, verbunden entsprechend der filmischen Syntax. Filmische Erzählweisen (Narration) haben ihre eigene Formengeschichte (Genre). Da im Schulunterricht keine Filmvermittlung vorgesehen ist, ein Fach Filmgeschichte / Filmästhetik / Filmkommunikation nicht existiert, muss bei der Arbeit im Bereich von Schule und Film von den vorhandenen Fachcurricula ausgegangen werden. Hier können Anknüpfungspunkte für die Medienkompetenzvermittlung gefunden werden.

Lernstoff Film - Filmanalyse im UnterrichtSeit Anfang 2007 gibt es ein neues Angebot des IKF: "Lernstoff Film - Filmanalyse im Unterricht". Es dient der medienpädagogischen Arbeit mit Filmen im Unterricht und dem Aufbau und der Erweiterung einer Schul-Filmothek. Die DVD- und Videotechnik ermöglicht es dem Lehrer, das Filmerlebnis in den Unterricht zu integrieren und Filme sequenzweise zu besprechen. So bietet sich die Möglichkeit, die Eingangssequenz eines Filmes zwei oder drei Mal anzuschauen, und gegebenenfalls von Frame zu Frame, von Einstellung zu Einstellung, nachzuvollziehen. Wo hat der Regisseur die Perspektive geändert, wo einen Schnitt gemacht? Wie setzt sich ein Filmanfang zusammen? Wie ist die Exposition, der Weg in den Film, in die Geschichte angelegt? Welche Einstimmung nimmt der Filmanfang vor? Mit welchen filmsprachlichen Mitteln? Die Emotionalisierung einer Sequenz kann diskutiert werden, etwa durch das probeweise Ausblenden des Tons. Der Film oder einzelne Passagen können in der Originalsprache gehört werden. Schließlich können die Bezüge eines Films zu seinen realen, historischen oder literarischen Vorlagen en Detail besprochen und sichtbar gemacht werden.

Schulen und Bildungseinrichtungen bietet das IKF zu günstigen Preisen Filme auf DVD für verschiedene Themen, Fächer und Altersstufen mit dem Recht zur nicht-gewerblichen öffentlichen Vorführung an. Auf Nachfrage vieler Nutzer werden weitere Filme auf DVD angeboten: vom IKF empfohlene Spielfilme, Dokumentarfilme und Kinderfilme zur (privaten) Sichtung, teilweise ebenfalls mit kostenfreiem Begleitmaterial. Darüber hinaus empfiehlt das IKF ausgewählte Bücher zu den Themen Film, Filmgeschichte und Filmästhetik, z.B. "Philosophie im Film" mit praxisorientierten Vorschlägen für den Einsatz von Filmen im Unterricht. Schließlich werden für den Geschichtsunterricht oder die politische Bildung auf CD-ROM-Arbeitsmaterialien zu nationalsozialistischen Vorbehaltsfilmen wie z.B. "Jud Süß" angeboten. Weitere Informationen finden sich im neuen Online-Shop (www.ikf-medien.de).

Schul-Kino
Das IKF hat im Jahr 2005/2006 ein neues Projekt konzipiert: das Schul-Kino. Es bietet Lehrer/innen und ihren Schulklassen ein wöchentliches Angebot an ausgewählten Filmen mit curricularen Bezügen für alle Altersgruppen und Schularten an. Zur Vor- und Nachbereitung im Unterricht stellt das IKF kostenfreies pädagogisches Begleitmaterial zur Verfügung. Ziel ist es, medienpädagogische Aktivitäten zu fördern und einen Beitrag zur nachhaltigen Steigerung der Medienkompetenz junger Menschen zu leisten. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gibt es dieses Angebot in 20 Städten.

Bildungsveranstaltungen zum Thema "Nationalsozialistische Filmpropaganda"
Das Institut für Kino und Filmkultur führt in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung Kino-Seminare zum Thema "Nationalsozialistische Filmpropaganda" durch. Die NS-Propagandaproduktionen dürfen im Kino nur im Rahmen von Bildungsveranstaltungen vorgeführt werden. Bei diesen Veranstaltungen gibt ein Referent des IKF zu Beginn eine Einführung, in der die historischen Hintergründe erläutert und Besonderheiten der propagandistischen Aussage des Films angesprochen werden. Nach der Filmsichtung vermittelt der Referent weitere Informationen zur Produktion und Rezeptionsgeschichte des Films. Er analysiert den Film und seine Machart und bietet die Möglichkeit einer anschließenden intensiven Diskussion. Die Kosten des Referenten werden vom IKF übernommen.