November 2007: Spielraum - Institut zur Förderung von Medienkompetenz, Köln

Kinder und Jugendliche erschließen sich spielerisch die Welt. Ein Fakt, der auf altbekannte Spielformen genauso zutrifft wie auf neue Spiele an den Spielkonsolen oder den Computern. In den letzten Jahren ist die Nutzung der neuen Medien in den Kinderzimmern rasant angestiegen. Die virtuellen Welten nehmen schon heute einen großen Teil des Kinder- und Jugend-Alltags ein und ersetzen manchmal sogar so manche reale Spielerfahrung. Erwachsene kennen sich mit Computer- und Videospielen hingegen oft nicht aus und sind verunsichert, wie sie auf das Interesse der Heranwachsenden reagieren sollen. Einerseits werden die Chancen und Lernpotentiale angepriesen, andererseits wird in der Öffentlichkeit vor Gefahren durch Gewaltinhalte und Sucht gewarnt. Da ist guter Rat teuer...

Das Institut Spielraum an der Fachhochschule Köln kommt dem Informationsbedürfnis von Eltern und Pädagogen entgegen und zeigt Möglichkeiten auf, wie die Faszination für die virtuellen Welten pädagogisch sinnvoll genutzt und Konflikte rund um die Nutzung von Computer- und Videospielen im Familienalltag aufgefangen werden können. Gemeinsam mit Institutionen und Einrichtungen aus der ganzen Bundesrepublik wurde dazu ein Netzwerk etabliert, das Fortbildungsangebote, Praxisprojekte und Unterrichtsmodule konzipiert und durchführt.

Ziele sind die Vermittlung von Medienkompetenz an Erwachsene, das Aufbrechen der Wissenskluft über Computer- und Videospiele zwischen den Generationen, eine Versachlichung der Diskussion und die Realisierung medienpädagogischer Angebote für Familien, Schulen, Jugendeinrichtungen und Heranwachsende.

Um das Rad der Pädagogik nicht ständig an allen erdenklichen Orten neu erfinden zu müssen, versucht Spielraum vorhandene Praxiserfahrungen und Wissen zu bündeln und ein flächendeckendes Netz medienpädagogisch tätiger Experten und Referenten zu schaffen, die vor Ort Informationsveranstaltungen, Fortbildungen und Projekte durchführen können. In mehreren Arbeitsgruppen unterschiedlicher thematischer Ausrichtung tauschen sich Experten untereinander aus, planen Veröffentlichungen, realisieren Schulungsmaterialien und organisieren gemeinsame Veranstaltungen. Dabei thematisiert man die Chancen virtueller Lernwelten und setzt sich kritisch mit den Gefahren und Risiken auseinander.

Den Fokus der Auseinandersetzung und Zusammenarbeit bildet die pädagogische Betrachtungsweise, die praktische Projekte und handfeste Tipps für den Alltag zuhause, in der Schule oder der Jugendeinrichtung in den Mittelpunkt stellt. Die Angebote reichen dabei von Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche, über die Ausrichtung von Fachtagungen oder Fortbildungen für Pädagogen, die als Module zu unterschiedlichen Themenkomplexen durchgeführt werden können, bis hin zu Informationsabenden und Beratungsangeboten für Eltern an Schulen, in Kooperation mit Jugendämtern oder verschiedenen Bildungsträgern.

Wer Fragen zum Umgang mit Computer- und Videospielen hat, Referenten oder Ansprechpartner in der näheren Umgebung für einen Elternabend, eine Fortbildungsveranstaltung oder ein medienpädagogisches Praxisprojekt sucht, dem helfen sowohl die Internetseite als auch die Medienpädagogen von Spielraum gerne weiter. Alle, die selbst bereits pädagogisch ausgerichtete Projekte oder Veranstaltungen rund um Computer- und Videospiele durchgeführt haben oder es in Zukunft planen, sind herzlich eingeladen, sich an dem Netzwerk zu beteiligen.