Juni 2008 - Internationales Begegnungszentrum Friedenshaus e.V., Bielefeld

Was ist das IBZ?
27 Jahre ist es mittlerweile her, dass MigrantInnen und in Deutschland Geborene das Internationale Begegnungszentrum (IBZ) in Bielefeld gründeten. Ziel war und ist es, eine eigenständige Interessenvertretung und ein selbst bestimmtes Haus der Begegnung zu schaffen, in dem Menschen nicht von "FürsprecherInnen" vertreten werden und ihre Kultur nicht in folkloristischer Weise aufgefasst und bewundert wird. Ein Ort, an dem stattdessen Respekt, Gleichberechtigung und Interesse aneinander die Basis bilden.

Neben der sozialen Beratung für MigrantInnen und einem umfassenden Angebot an Sprach- und Weiterbildungskursen bietet seit jeher die Kantine, sozusagen das Herzstück des IBZ, mit ihrem abwechslungsreichen Mittagsangebot einen alltäglichen Ort des Kennen Lernens und Austauschens. Durch Bereiche wie das Interkulturelle Bildungswerk und die zahlreichen IBZ-Hausgruppen (ehrenamtlich tätige Gruppen und Vereine, die Musik, Kultur, Politik und Alltag ins Haus tragen und ihm damit seine besondere Note verleihen) gehören migrationspolitische Informationsveranstaltungen und kulturelle Events ebenso zum Alltag. Einen weiteren Schwerpunkt bildet der Kinder- und Jugendbereich, der neben fachspezifischer Nachhilfe und Hausaufgabenbetreuung Freizeitangebote verschiedenster Art anbietet. Getragen wird der Verein über seine Mitglieder, den Vorstand und mehrere hauptamtliche MitarbeiterInnen, die regelmäßig von Zivildienstleistenden und PraktikantInnen unterstützt werden.

Medienpädagogische Projekte im IBZ
Mit verschiedensten Projekten hat sich das IBZ in den letzten Jahren auch medienpädagogisch hervorgetan. Angefangen beim Jugendvideoprojekt „Brillenträger raus?“ zum Thema Diskriminierungsformen im Jahre 1996, die (mittlerweile leider nicht mehr existierende) „Zeitung von und für MigrantInnen“, der Filmreihe „1001 MigrantInnen-Bilder“ im Jahre 2004 und der Arabischen Filmwoche im letzten Jahr bis hin zur Videodokumentation über die Entstehung des IBZ-Wandbildes durchziehen medienpädagogische Projekte die Chronik des IBZ. Und auch im Bereich der Erwachsenenbildung gehören diverse EDV-Kurse zum festen Rahmenangebot.
Zudem fand in diesem Jahr die Diskussionsveranstaltungsreihe "Migranten in den Medien" statt, bei der es sowohl um die Darstellung von MigrantInnen in den westeuropäischen Medien als auch die (marginale) Partizipation von MigrantInnen bei der Produktion von Medien ging. Ein Schwarzer als Nachrichtensprecher? Eine Kopftuch tragende Talkmasterin? Wo MigrantInnen in den Medien auftauchen, sind sie mehrheitlich bekannte SportlerInnen, Kriminelle oder Angehörige der so genannten Unterschicht. Merkwürdig? Allerdings! Im Rahmen von monatlichen Diskussionstreffen wurde diskutiert, welche Rolle die Medien im Integrationsprozess einnehmen und welche Möglichkeiten bestehen, die Berichterstattung in den Medien zu verändern.

Aktuelle Medienangebote
In den kommenden Sommerferien bietet der Kinder- und Jugendbereich gleich zwei Workshops an; das Videoprojekt "Rasende Reporter" und das Radioprojekt "Eure fetten Beats im Radio" geben jungen BesucherInnen (bis 14 Jahre) die Möglichkeit, Interviews zu machen und Musik selbst zu produzieren. Jugendliche ab etwa 16 Jahren können zudem über das medienpädagogische Projekt "Ich sehe was, was du nicht siehst?und das bin ich!" Filmbeiträge zum Thema Vorurteile und Rassismus erarbeiten.