April 2009: Haus Haard, Ev. Heimvolkshochschule Oer-Erkenschwick

Die Lage

Beginnen wir mit der geografischen Lage des Hauses: am nördlichen Rand des Ruhrgebietes, am Übergang zum Münsterland. Schöne Natur und etwas abgelegen; so schön und abgelegen, dass selbst moderne Navigationssoftware es nicht findet. Kein Problem, man kann mit dem Zug fahren und sich vom Bahnhof abholen lassen, eine Wegbeschreibung per Post bekommen oder aus dem Internet downloaden.

Die Lage der Gäste

Die Seminargäste gehören überwiegend zur Generation 50+ - Stichwort: Lebenslanges Lernen. Man kann hier übernachten, muss es aber nicht, deshalb Heimvolkshochschule. Die Kurse dauern zwischen drei und zehn Tagen, leben und lernen unter einem Dach, inklusive Vollverpflegung. Die Themenbereiche sind: Gesundheit, Religion, Kultur, Musik ... und ganz wichtig, neue Medien. Viele Menschen der Generation 50+ haben im Beruf keinen oder wenig Kontakt zum Computer gehabt, auch privat gab es keinen Grund, sich damit zu beschäftigen. Jetzt drängeln Kinder, Enkelkinder und Freunde: Man solle sich endlich eine E-Mail-Adresse besorgen, die Bank schlägt online-banking vor, im Verein soll eine Einladung am Computer gestaltet werden, die Tagesschau verweist für weitere Informationen auf ihre Seite im Internet und Haus Haard sagt, man solle die Wegbeschreibung downloaden. Keine Chance mehr, dem Computer zu entrinnen, selbst wenn man mit dem Zug zum Haus Haard fährt, überall Fahrkartenautomaten, Computer ...

Die medienpädagogischen Angebote des Hauses

Haus Haard beschäftigt sich bereits seit vielen Jahren mit der Entwicklung pädagogischer Angebote zur Medienkompetenz für die Generation der Über-50-Jährigen. So finden sich schon im Jahre 1991 die ersten Computerkurse im Veranstaltungsprogramm. Seit dieser Zeit hat sich ein rasanter Wandel der Medienlandschaft vollzogen, der auch im Seminarangebot des Hauses seinen Ausdruck findet.

Mit Computeranfängerkursen wird der Einstieg in das Thema eingeleitet. 8-12 Teilnehmer und Teilnehmerinnen beschäftigen sich vier Tage lang intensiv mit Hardware und Software. Die Arbeit am Computer wird an konkreten Alltagsanwendungen wie Textgestaltung oder Informationsbeschaffung im Internet geübt. Der Vorteil: Sehr homogene Lerngruppen, ein angemessenes Lerntempo in einer entspannten Atmosphäre. Am Abend haben die Gäste die Möglichkeit, den Computerraum weiter zu nutzen und gemeinsam auszuprobieren, was am Tage gelernt wurde. Bei Bedarf können daran anschließend Vertiefungskurse und weiterführend Spezialkurse zum Thema Internet oder Digitalfotografie gebucht werden. Das Angebot wird abgerundet durch ein monatlich stattfindendes Computerclubtreffen. Die unverbindliche und kostenfreie Teilnahme dient dem Erfahrungsaustausch und der Vernetzung der Gäste und ist für viele bereits zur festen Institution geworden. Danach ist der Download einer Wegbeschreibung aus dem Internet kein Problem mehr ?