Juni 2009: Paulines Töchter e.V., Detmold

Paulines Töchter e.V. ist ein gemeinnütziger Verein zur Förderung von technischer und sozialer Kompetenz bei Mädchen und jungen Frauen im Übergang von der Schule in den Beruf. Darüber hinaus bringen wir Mädchen und junge Frauen verschiedener Nationalitäten zusammen, bauen Vorurteile ab und lernen uns gegenseitig besser kennen.
Der Name des Vereins führt zurück auf Fürstin Pauline zur Lippe, die vor mehr als 200 Jahren soziale Projekte ins Leben rief. Unter anderem gründete sie den ersten Kindergarten in Deutschland, um Müttern die Möglichkeit der Berufstätigkeit zu eröffnen.

Der Verein blickt auf zehn Jahre zurück, in denen unterschiedliche Projekte realisiert wurden. Von Anfang an standen die Heranführung von Mädchen an IT-Technologien und Berufswahlorientierung im Vordergrund.
In aufeinander aufbauenden Kursen wurden Mädchen zu Trainerinnen ausgebildet, um anschließend selbstständig jüngere Mädchen unterrichten zu können.

Aktuell gibt es bei Paulines Töchter zwei Projekte:

Das Projekt "GevoLe – Gemeinsam voneinander Lernen" besteht aus mehreren Bildungsmodulen, in denen interkulturelle und interreligiöse Themen mit Hilfe des Computers und seiner Anwendungsmöglichkeiten behandelt werden. Die Grundidee besteht darin, über alle Grenzen (Alter, Kultur, Religion) hinweg durch gemeinsame Lernerfahrungen Annäherungen zu ermöglichen und Vorbehalte abzubauen.
Zielgruppe des Projektes sind Mädchen zwischen 13 und 18 Jahren und Frauen der Mütter- und Großmüttergeneration.

Das Projekt unterteilt sich in 4 Bausteine, die unterschiedliche Schwerpunktsetzungen haben:

Multiplikatorinnen:
Jugendliche Trainerinnen werden in wöchentlichen Treffs in interkultureller Kompetenz geschult. Zudem werden gemeinsam mit ihnen die IT-Kurse vorbereitet. Die Mädchen erhalten viel Gelegenheit über den eigenen Tellerrand zu schauen und lernen andere Sichtweisen kennen.

Nachwuchsgruppen:In zwei aufeinander aufbauenden Kursen werden junge Mädchen in ihrem technischen Wissen geschult und inhaltlich an interkulturelle Themen herangeführt. Im Einführungskurs geht es zunächst um das Basis-Wissen in den Programmen Word, Power Point und Excel, sowie um Hardware- und Internetkenntnisse. Die Vermittlung erfolgt über Praxisaufgaben zur Vertiefung der Kenntnisse anderer Länder und Religionen. Im Vertiefungskurs erarbeitet der Kurs ein eigenes Produkt zu einem gewählten Thema.

Themengruppen:
In interkulturell und interreligiös zusammengesetzten Lerngruppen werden Themen wie z.B. Ehe, Familie, Partnerschaft und religiöse Feste aufgegriffen. Sie können durch den Workshop-Charakter intensiver behandelt werden als dies bei den wöchentlichen Treffs der Fall ist. Es werden Anknüpfungspunkte für ein Miteinander und Kennenlernen unterschiedlicher Kulturen ermöglicht.

Tandem-Kurse:
Teilnehmerinnen aus unterschiedlichen Generationen
und Kulturen kommen zum gemeinsamen Lernen zusammen.
Jugendliche Migrantinnen vermitteln deutschen Frauen und deutsche Jugendliche erwachsenen Migrantinnen grundlegende Kenntnisse der Computeranwendung und erfahren nebenbei viel über das Leben der jeweils Anderen.

Das Projekt "Baff - Baby and family forever" ist ein handlungsorientiertes Projekt, in dem Teenager sich mit verantwortungsvoller Elternschaft auseinandersetzen und erfahren, wie ein Kind das Leben verändert.
Mädchen (14 - 18 Jahre) verbringen einige Tage und Nächte mit einem "eigenen Kind" (Babysimulationspuppe). Sie setzen sich realitätsnah damit auseinander, wie ein Kind das Leben verändert und was verantwortungsvolle Elternschaft bedeutet. Sie nehmen eigene Bedürfnisse und die Bedürfnislagen von Babys wahr, werden sich des eigenen Verhaltens in stressigen Situationen bewusst und erkennen, wann man Unterstützung braucht.