März 2009: Forum Politische Bildung, Hattingen

Die Themengruppe Computer und Medien im Geschäftsbereich Forum Politische Bildung des DGB Bildungswerks macht politische Medienbildung für Erwachsene. Jenseits der traditionellen Computerbildung zur Erlangung von Fertigkeiten im Umgang mit dem PC stehen hier gesellschaftspolitische Fragestellungen im Vordergrund.

Nicht der Computer selbst, sondern vielmehr seine gesellschaftlichen Implikationen im Guten wie im Schlechten sind heute von Interesse, um einschätzen zu können, inwieweit Computerspiele wirklich zur Gewaltbereitschaft beitragen, aber auch inwiefern E-Mails, SMS und Co. unsere Kommunikationsstrukturen wandeln und damit zu grundlegenden Änderungen im gesellschaftsweiten Kommunikationsmanagement beigetragen haben. Es sind schon lange nicht mehr die fehlenden Kenntnisse bei der Bedienung des Internetbrowsers, die Menschen den Zugang zum Internet verwehren. Ängste bezüglich der Sicherheit und Offenlegung der eigenen Privatsphäre sind viel häufiger der Grund, sich nur sehr eingeschränkt im Internet zu bewegen. Das Forum Politische Bildung versucht daher, einen informativen und ausgewogenen Mix zu finden zwischen der gesellschaftspolitischen Auseinandersetzung und der Erlangung der nötigen Kompetenzen um digitale Medien adäquat zu nutzen. Vermittelt wird hier auch, dass das Internet zu einem Schlüsselmedium der demokratischen Gesellschaft werden muss. Die mit dem Internet verbundenen Beteiligungspotentiale sind gewaltig, auch wenn sie heute nur von einer Minderheit wirklich genutzt werden.

Eines der besonderen Merkmale des Forums Politische Bildung ist die Wahl des Betriebssystems. Das Open Source Betriebssystem Linux ist für die Verantwortlichen nicht nur die Basis für einen sicheren Umgang mit dem PC in Netzwerken, sondern auch die politische Antwort auf Gängelung des Nutzers und den Umgang mit Standards als Grundlage für Kommunikation in der Wissensgesellschaft.

In Seminaren wie "Online-Kriminalität: Wie Betrüger, Spammer und Terroristen das Internet ausnutzen und was sich dagegen tun lässt" arbeitet das Forum mit der Polizei zusammen, um den TeilnehmerInnen einen Einblick hinter die Kulissen zu gewähren. Die größte Veranstaltung der Themengruppe "Computer und Medien" ist aber der alljährliche Mediensommer. Er findet immer in der letzten Woche der NRW-Sommerferien statt. Konzipiert ist das Format für daheimgebliebene Familien. Für jede Altersgruppe gibt es in diesem Rahmen Bildungsangebote im Medienbereich. Zwischen 80 und 90 TeilnehmerInnen sind es jedes Jahr, die mit besonderen Referenten Themen bearbeiten wie "Schnüffelt doch woanders! – Warum mir meine Privatsphäre wichtig sein sollte" mit Rena Tangens und padeluun vom FoeBuB e.V., Mitveranstalter des Big Brother Awards oder "Digitales Bild und digitale Farbe – Bedeutung, Wirkung und Wahrnehmung in Kunst und Politik" mit Prof. Dr. Frieder Nake, dem ersten Computerkünstler der Welt, oder auch "Hacken statt Cracken – Intelligenter Umgang mit dem Internet" für Jugendliche mit Markus Beckedahl, einem der bekanntesten Blogger Deutschlands. Teil der pädagogischen Reflexion ist dabei immer der Einsatz sogenannter Web2.0 Dienste in der Bildung. So wird experimentiert mit Blogs, Podcasts und Wikis ebenso wie mit Twitter, Youtube und delicious, um in der Präsenzphase unserer Seminare eine Nachhaltigkeit für die Arbeit im Alltag zu erzielen.

Seid kurzem engagiert sich der Bereich auch für das Barcamp Ruhr, wo er sich nicht nur als Hauptsponsor engagiert, sondern auch eine Dokumentation und eine Broschüre zum Thema "Barcamps als Veranstaltungsformat in der politischen Bildung" erstellt.