August 2011 - come_IN - interkulturelle Computerclubs

Im Rahmen des Projektes "come_IN" ist innerhalb der letzten acht Jahre ein wachsendes Netzwerk interkultureller Computerclubs an Schulen und Jugendzentren in Nordrhein-Westfalen entstanden. In mittlerweile sechs Computerclubs in sozial und kulturell diversen Stadtvierteln in Bonn, Dortmund, Kreuztal und Siegen fördert die Gelegenheit zum gemeinsamen Lernen, Spielen und Arbeiten am und mit dem Computer Kinder und Erwachsene in ihrem kreativen, sinnvollen Umgang mit modernen Medien.

Das Engagement in den Clubs ermöglicht die spielerische Aneignung verschiedener Soft- und Hardware, welche den Clubteilnehmern neue Formen zur Verwirklichung oder Präsentation eigener Ideen, Kommunikation oder Selbstdarstellung eröffnen. Der Computer soll als Mittel zur Medienproduktion verstanden und eingesetzt werden und nicht nur dem Medienkonsum dienen. 

Da die Nutzung neuer Technologien gleichzeitig immer auch Risiken birgt, ist es von Beginn an notwendig, einen verantwortungsbewussten Umgang mit diesen Medien zu erlernen. Das Paten-Kind-Prinzip bildet deshalb eine wichtige Grundlage für die Aktivitäten im Computerclub: Kinder nehmen an come_IN im Grundsatz gemeinsam mit einem erwachsenen Paten teil – das kann ein Elternteil genauso sein wie die Großmutter, eine Nachbarin oder der große Bruder. So wird eine generationenübergreifende Lernsituation geschaffen, die zwischen Erwachsenen und Kindern, idealerweise auch außerhalb des Clubs, im familiären oder nachbarschaftlichen Kontext eine Fortsetzung findet.

Das begleitende Forschungsprojekt der Universität Siegen untersucht, inwieweit durch den Umgang mit modernen Medien insbesondere für die Kinder wichtige Lernprozesse initiiert und unterstützt, sprachliche Differenzen überbrückt und die Auseinandersetzung mit kulturellen Unterschieden und Gemeinsamkeiten gefördert werden. Die wissenschaftlichen und studentischen Projektmitarbeiter (Lehrstuhl Wirtschaftsinformatik und neue Medien, Prof. Dr. Volker Wulf) sind als Aktionsforscher unmittelbar in die Clubaktivitäten involviert und können so als Teil der Praxisgemeinschaft, meist in der Funktion eines Tutors, das Erreichen der gemeinsamen Ziele aktiv unterstützen.

Die wöchentlichen Clubtreffen sind auf eine Dauer von etwa zwei Stunden ausgelegt und finden nach den regulären Unterrichtszeiten statt. Als Ort für die interkulturellen Computerclubs haben sich besonders Grundschulen als geeignet erwiesen, sind sie doch ein Ort im Stadtviertel, an dem sich Menschen verschiedener Kultur und Herkunft treffen. Über projektbezogenes Arbeiten, so die Grundannahme von come_IN, kann eine gemeinsame Praxis der Clubteilnehmer untereinander entstehen; eine solche geteilte Praxis kann sich in den häufig von hoher Arbeitslosigkeit und sozialen Schwierigkeiten geprägten Stadtvierteln positiv auf Identität, Sprache und Bildungsbewusstsein auswirken. Aktuell findet beispielsweise die visuelle Programmierumgebung „Scratch“ großen Anklang bei jungen und alten Teilnehmern in den come_IN Computerclubs, mit deren Hilfe animierte Geschichten, selbst programmierte Spiele und andere kreative Projekte verwirklicht werden.

Weitere Information sind auf der Website des Projekts unter der URL www.computerclub-comein.de verfügbar.