Februar 2011 - Das Medienprojekt "Paderspieletester"

Im Januar 2010 schlossen sich die ComBi (Computerbibliothek der Stadtbibliothek Paderborn), das Jugendkulturzentrum MultiCult, das Jugendzentrum "Die Villa" und der erzieherische Kinder- und Jugendschutz (Jugendamt Stadt Paderborn) als Partner zusammen, um das mediale Gemeinschaftsprojekt "Paderspieletester" zu entwickeln.

<b>"Beim Spieletest sind Kids die Profis"</b> <br>Experten: 14 Paderspieletester von klein bis groß, aber mit viel Erfahrung auf dem Computerspiele-Sektor, mit den Projektleitern Michael Krämer (ComBi) und Susanne Kirchnear (MultiCult/li.oben), sowie Elena Kussmann (Stadtjugendamt) und Anna-Lena Frohnapfel (Die Villa/re. Oben). Foto: <br>W. Hofman, am 8.7.2010 in der NW erschienen.

Idee des Projektes ist es, dass Jugendliche Computer- und Konsolenspiele testen, verantwortungsvoll prüfen und bewerten und somit aktiv mit Medien arbeiten. Während der Testphase erleben die Kinder und Jugendlichen die Faszination, Spannung und Herausforderungen der medialen Angebote. Ziel dabei ist es, dass diese Kinder und Jugendliche die Medien kritisch reflektieren, ihre Urteilsfähigkeit gegenüber Computerspielen ausbilden und letztlich einen verantwortungsvollen Medienkonsum und Medienumgang erlernen.
Zu Beginn des offiziellen Projektstarts (Januar 2010), wurden die Teilnehmer in den Jugendzentren über das Vorhaben informiert. Viele interessierte Kinder und Jugendliche nahmen an dem Vortreffen in der Computerbibliothek teil, bei dem durch einen "ersten Testdurchlauf" demonstriert wurde, wie man Spiele geeignet testet und anschließend bewertet.

Der Testablauf:
Die Tester können sich Computer- und Konsolenspiele unentgeltlich in der Computerbibliothek entleihen oder auch Spiele aus ihrem privaten Rahmen für die Testphasen nutzen. Das Testen kann entweder während des Aufenthaltes im Jugendtreff oder aber im eigenen Zuhause stattfinden.
Um mit der Testphase zu beginnen benötigen die Teilnehmer einen Fragebogen, den sie während des Testdurchlaufs ausfüllen. Insgesamt wurden gemeinsam mit den Jugendlichen in den HoTs zwei Fragebögen erarbeitet. Der erste Fragebogen richtet sich an Kinder im Alter ab 6. Der zweite Fragebogen, der in seinen Fragestellungen etwas professioneller gestaltet wurde, richtet sich an junge Erwachsene im Alter ab 18. Die Fragebögen helfen dem Tester dabei, das Spiel besser einzuschätzen, und unterstützen ihn für den anschließenden Testbericht.
Nach der Testphase schreiben die Jugendlichen einen Testbericht über das Spiel. Dieser Bericht wird mit der Hilfe der Mitarbeiter im projekteigenen Blog veröffentlicht (zu finden unter paderspieletester.wordpress.com).

Der Bericht beinhaltet neben allgemeinen Informationen zum jeweiligen Computerspiel (wie Altersbegrenzung, Preis, Genre, Handlung, Ziel des Spieles, usf.) die individuelle Beurteilung des Spieletesters. Die persönliche Meinung von jungen Menschen zu Computerspielen ist hier besonders gefragt: Sie bewerten, wem sie das Spiel weiterempfehlen würden oder nicht, und begründen ihre Sichtweise.
Im Blog können dann andere Kinder, Jugendliche und Eltern die Spielbewertungen nachlesen, aber auch Kommentare und Fragen dazu einstellen. Das hilft zum einen jungen Menschen einzuschätzen, ob das Spiel sie interessiert, für sie geeignet ist und ob der Kauf überhaupt lohnt. Zum anderen können aber auch Eltern - die oftmals nicht wissen, was ihre Kinder an Medienprodukten konsumieren - erfahren, welche Spiele ihren Kindern empfohlen werden und welche sich möglicherweise schlechter eignen würden.
Auf diese Weise ändert sich der Blick der Spieler auf das Medium, kann verantwortungsvolles Handeln trainiert und somit ein Stück Selbstwertgefühl entwickelt werden. Indem die Kinder und Jugendlichen als Experten für andere agieren (z.B. jüngere Geschwister, aber auch Erwachsene, die sonst eher bestimmend sind) wird aus dem Umgang mit dem Medium ein Stück Arbeit für die Gemeinschaft.

Kurz: Bei Paderspieletester sind die Kids die Profis, und sie sind diejenigen, die das Projekt gestalten!
                                                                                         E.Kussmann/M.Krämer