November 2011 – Netzwerk Cyber-Cops

Mit einer Hand lässt sich kein Knoten knüpfen! So könnte das Motto des Netzwerks "Cyber-Cops" sein, das seit 2008 im Kreis Minden-Lübbecke Jugendliche zu Medienberatern ausbildet. Netzwerkpartner sind neben dem Kommissariat Kriminalitätsvorbeugung/Opferschutz die Medienwerkstatt Minden-Lübbecke, die Fachstelle Suchtvorbeugung, die Verbraucherzentrale NRW, der Deutsche Kinderschutzbund Minden-Bad Oeynhausen und andere.

Das Projekt zielt auf eine aktive Auseinandersetzung mit dem breiten Thema Medienkompetenz und orientiert sich an Peer-Education. Anlass für Schulen, das Projekt zu initiieren, sind häufig neue Gewaltformen, die gerade auf Schulhöfen und in Klassenzimmern auffallen. Unbeteiligte werden gedemütigt, während Mitschüler/innnen die Szene per Handy filmen. Die Videos oder Bilder werden zielgerichtet bearbeitet, von Handy zu Handy weitergeschickt oder im Internet über Foren verbreitet.

Mit dem Peer-to-Peer Ansatz wird innerhalb des Projekts die Eigenverantwortung der Medienberater gestärkt und dem Umstand Rechnung getragen, dass Eltern und Lehrer bei der Vermittlung von Risiken und Informationen für den sicheren Umgang mit dem Internet nur bedingt in die Welt der Schülerinnen und Schüler vordringen können.

Soweit zur Theorie! In der Praxis sucht die Schule interessierte Schüler aus, die als Medienberater geeignet sind. In einem Vorgespräch mit den Schülern werden Grundinformationen und Termine geklärt. Die Netzwerkpartner werden informiert, Termine koordiniert. Federführung des Projekts liegt bei der Polizei. Danach kann die neunteilige Fortbildung beginnen. Die Fortbildungsreihe ist nach thematischen Schwerpunkten aufgeteilt, wobei die einzelnen Netzwerkpartner jeweils unabhängig für einzelne Blöcke zuständig sind. Die ausgebildeten Medienberater bekommen im Anschluss ein Zertifikat ausgehändigt.

Mittlerweile sind an 13 Schulen im Kreis Minden-Lübbecke 200 Schülerinnen und Schüler als Medienberater ausgebildet worden, die sich an ihrer Schule beratend engagieren oder kleine Unterrichtseinheiten und Vorträge halten und Arbeitsgemeinschaften leiten.

Um die Arbeit der Jugendlichen anzuerkennen und einen Informationsaustausch zu ermöglichen veranstaltete das Netzwerk am 20.10.2011 im Mindener Kreishaus ein Fachforum unter dem Titel "Peer-to-Peer Medienprojekte - wie Jugendliche Jugendliche schulen". Den Einführungsvortrag hielten Marianne Wefelnberg und Richard Heinen von der Uni Duisburg, die den Nutzen von Peer-to-Peer-Education in der Medienkompetenz eindrücklich darstellten. Danach waren die "Cyber-Cops" selbst gefragt. In Projektspots erläuterten sie den 100 anwesenden Gästen, wie sie ihre Arbeit an ihren Schulen gestalten. Zum Abschluss der Veranstaltung zeigten sechs Schüler einer Realschule ein eindrucksvolles Theaterstück zum Thema "Cybermobbing". Die Rückmeldungen der Gäste waren durchweg positiv:

-   "Die Veranstaltung am Donnerstag fand ich sehr gelungen, habt ihr prima organisiert!"
-   "Ich war von einigen Jugendlichen echt beeindruckt, mit welcher Souveränität sie teils ihre Vorträge gehalten haben."
-   "Es war eine kurzweilige, abwechslungsreiche Veranstaltung. Vielen Dank!"

Kontakt:
Netzwerk Cyber-Cops

Kommissariat Kriminalitätsvorbeugung/Opferschutz der Kreispolizeibehörde Minden-Lübbecke
Frau Birgit Thinnes
Marienstraße 82
32425 Minden
Tel. 0571-8866-5704
birgit.thinnes@polizei.nrw.de

Medienwerkstatt Minden-Lübbecke e.V.
Frau Susanne Johanning
Bahnhofstr. 29
32312 Lübbecke
Tel. 05741-40830
info@medienwerkstatt.org