November 2012: Filmfestival "überall dabei"

Inklusives Filmfestival mit Unterrichtsmaterial zu allen Filmen

Filme bieten Menschen die Möglichkeit, sich auszutauschen: Über andere Kulturen, gesellschaftliche und soziale Fragen oder zwischenmenschliche Beziehungen. Filme vermitteln Inhalte und können Brücken bauen sowie Vorurteile ins Wanken bringen. Mit ihrem Filmfestival "überall dabei" nutzt die Aktion Mensch diese Chance zum Austausch und zur Auseinandersetzung mit Filmen, die das Thema Inklusion auf vielfältige Weise darstellen. Denn: Kaum etwas ist spannender als der Mensch selbst – ihn zu beobachten und über ihn zu sprechen.

Die sechs Filme von "überall dabei" machen den Menschen selbst zum Thema: Wie kommunizieren wir, wie nehmen wir die Welt wahr, wie überwinden wir die oftmals gleichen Hürden mit unterschiedlichen Fähigkeiten? Aber auch: Wie entwickeln wir uns weiter, wie verändern wir uns und unsere Gesellschaft?

"überall dabei" ist das fünfte bundesweite Filmfestival der Aktion Mensch. Es zeigt vom 20. September 2012 bis 8. Mai 2013 in 40 Städten sechs ausgewählte Spiel- und Dokumentarfilme zur Inklusion. Wir begleiten junge Menschen auf dem Weg zum Erwachsenwerden (Deaf Jam, Zwillingsbrüder) und im Kampf für mehr Respekt für Menschen mit Behinderung (Rachels Weg, Die Kunst sich die Schuhe zu binden). Wir erleben auf eindrückliche Weise den ungleichen Kampf einer sehbehinderten jungen Frau gegen einen Serienkiller (Blind) und suchen nach dem, was uns in Zeiten von Robotik und künstlicher Intelligenz überhaupt zum Menschen macht (Mensch 2.0). Die Filme laden ein zur Diskussion über eine inklusive Gesellschaft, die geprägt ist von Selbstbestimmung, Gleichberechtigung, Toleranz, Mut und Neugier.

Die Aktion Mensch hat im Jahr 2006 erstmals die Frage gestellt: "In was für einer Gesellschaft wollen wir leben?" Seitdem plädiert sie auch mit ihrem Filmfestival für das Diskutieren über eine lebenswerte, gerechte, menschenwürdige und inklusive Gesellschaft. Sie organisiert dazu mit ihren bundesweiten und lokalen Partnern an jedem Veranstaltungsort ein Programm mit Publikumsdiskussionen und Expertengesprächen. Zu einer gemeinsamen Auseinandersetzung gehört vor allem, dass möglichst alle Menschen daran teilnehmen können – und zwar überall. Hierzu müssen Barrieren abgebaut werden – technische, kulturelle oder soziale.

Und das können nur die Menschen selbst: Indem sie an Grenzen gehen, sich diese bewusst machen und sie manchmal auch überschreiten – um überall dabei zu sein. Durch sie entstehen neue Wege, durch sie entstehen Veränderungen, durch sie entsteht Inklusion. Für einzelne Menschen, für Gruppen, in den Köpfen und der realen Welt. Dafür steht auch das Filmfestival "überall dabei". Als einziges in Deutschland ist es umfassend barrierefrei organisiert: Es stellt Audiodeskriptionen für Menschen mit Sehbehinderungen, Untertitel für Menschen mit Hörbehinderungen und eine spezielle Tonspur für Hörgeschädigte und Hörgeräteträger zu den Filmen bereit und begleitet die anschließenden Diskussionen mit Gebärdensprach-Dolmetschern für gehörlose und Schriftdolmetschern für hörgeschädigte Menschen. So setzt die Aktion Mensch mit ihrem Filmfestival Inklusion praktisch um und ermöglicht den Menschen, beim Festival überall dabei zu sein.

Und auch über das Filmerlebnis hinaus bietet die Aktion Mensch zahlreiche Kommunikationsanlässe – durch Diskussionen und Aktionen im Internet sowie durch didaktisch aufbereitetes Unterrichtsmaterial. Denn die Beschäftigung mit Film – im Kino oder im Unterricht – bietet eine Chance zur lebendigen und aktivierenden Inklusionspädagogik. Angefangen durch das gemeinsame Sehen, Hören und Erschließen von Filmen, bis hin zu eigenständig umgesetzten Filmprojekten, in denen jede Schülerin und jeder Schüler die eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten erproben und schulen kann.