Mai 2013: youthpart – Jugendbeteiligung in der digitalen Gesellschaft

Das Wort "Partizipation" ist derzeit in aller Munde: belebt vor allem durch den gesellschaftlichen Umbruch, der durch das Internet und digitale Medien gefördert und gefordert wird, und damit einer Neudefinition unterliegt. Partizipation mit und durch das Internet, so genannte ePartizipation, muss erkundet und mit Leben gefüllt werden. Denn die Internet-Technologie ist nicht mehr wegzudenken aus der Gesellschaft, unumkehrbar sozusagen; schon gar nicht bei den Jugendlichen von heute sowie zukünftigen Generationen. Hier kommt youthpart ins Spiel.

"Vieles zur ePartizipation von Jugendlichen vor Ort ist noch unklar und muss erprobt und ausprobiert werden. Da tauchen im Prozess viele Fragen zum Umgang mit dem Internet und Social Media auf, aber auch zu unseren Tools, die wir beantworten und gemeinsam besprechen", sagt Jürgen Ertelt und gibt damit einen praktischen Einblick in die kommunale Beratungsleistung von youthpart.

Auf dieses kommunale Beratungsangebot von youthpart werden Partner vor Ort auf unterschiedlichen Wegen aufmerksam, zum Beispiel durch den Städte- und Gemeindebund, der die Ausschreibung zu kommunaler Beratung für digitale Jugendbeteiligung in Kooperation mit youthpart und dem Bundesjugendministerium im Mai 2012 verschickte. Oder aber, weil man dem youthpart-Team und dessen Angeboten auf der einen oder anderen Veranstaltung begegnet ist.

Doch im Projekt youthpart laufen noch weitere Fäden zusammen.

Da ist zum Beispiel der Blick über den deutschen Tellerrand: Welche Erfahrungen zu digitaler Jugendbeteiligung gibt es dazu bereits im Ausland? Mit Partnern und Vertretern der Jugendministerien aus Österreich, Spanien, Finnland, dem Vereinigten Königreich sowie der Europäischen Kommission steht der Austausch dieser und weitere Fragen im Vordergrund. E benso steht die Weiterentwicklung des thematischen Feldes auf dem Programm. Dazu werden im gemeinsamen Prozess Guidelines zu gelingender ePartizipation von Jugendlichen entwickelt. Auch gemeinsame Veranstaltungen sind geplant, wie zum Beispiel ein Peer-Learning-Seminar in Helsinki im August, und das erste europäische Jugend-BarCamp in Wien im Oktober.

Digitale Jugendbeteiligung – Gibt es da ein Tool für?

Es gibt kein Patenrezept für digitale Jugendbeteiligung, dafür viele Fragen und viel zu erproben. Um genau dies zu ermöglichen stellt youthpart einige Tools zur Verfügung, die mit den Partnern auf kommunaler, europäischer und internationaler Ebene im Rahmen von geplanten ePartizipationsprozessen eingesetzt werden. Zu diesen - in Kooperation mit anderen Partnern entwickelten - Tools gehören: ein Etherpad-Server (yourpart.eu) zum Erstellen von gemeinsamen Texten oder Listen, der Camper - das BarCamp-Planungstool mit dazugehörendem Handbuch (barcamptools.eu) um sogenannte "Unkonferenzen" einfacher zu organisieren, und schließlich der Online Jugendpartizipationsserver (ypart.eu), wo Entscheidungsträger gemeinsam mit Jugendlichen verbindliche Entscheidungen diskutieren, wählen und beschließen.

Die Erfahrungen, die youthpart mit seinen Partnern sammelt, werden sowohl in einer Datenbank für Good Practice gesammelt und zur Verfügung gestellt, als auch wissenschaftlich untersucht und zugänglich gemacht. Die Frage nach den Bedingungen für ein Gelingen, also nach Erfolgsfaktoren ist dabei die zentrale Fragestellung.

Alle Fäden und Ergebnisse laufen wieder zusammen: am 7. und  8. April 2014 stellt das Projekt die Ergebnisse auf einer internationalen Tagung in Berlin vor. Die begleitete Erprobung durch youthpart ist dann vorerst vorbei - doch ePartizipation muss man lernen, und da bleibt noch viel zu tun.

Das Projekt youthpart ist ein multilaterales Kooperationsprojekt, in Trägerschaft von IJAB - Fachstelle für internationale Jugendarbeit e.V., gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Das Projekt wird koordiniert von Nadine Karbach und Jürgen Ertelt.