November 2013 - Projekt "Ich sehe was, was Du nicht siehst"

"ICH SEHE WAS, WAS DU NICHT SIEHST" – Geschriebene Wahrheit
Eine Tanztheater-Produktion zum Thema Scripted Reality-TV

Vor dem Fernseher ist man täglich unzähligen Einflüssen ausgesetzt. Auch wenn viele Zuschauer sagen: "Ich lasse mich von Werbung nicht beeinflussen!", ist ihnen nicht klar, wie sehr das Gezeigte bei ihnen hängen bleibt. Einen Schritt weiter gehen die sogenannten "Scripted Reality"-Sendungen. Hier stellt sich schon gleich die Frage, ob das gezeigte "echt" ist. Selbst wenn nicht, sind die Situationen "aus dem wahren Leben gegriffen"? Studien zeigen, dass viele Kinder und Jugendliche Doku-Soaps und Gerichts-Sendungen als wirklichkeitsgetreue Abbilder der realen Welt, als Spiegel ihrer Gesellschaft akzeptieren. Dabei sehen sie alles nur von einem gewissen Standpunkt aus, nur einen Ausschnitt, wie durch ein Schlüsselloch. Wussten Sie z.B., dass unsere Gehirnströme bereits nach zehn Minuten "relaxtem" Fernsehkonsums in den Alpha-Wellen-Bereich wechseln? Dies ist derselbe Bereich, in dem wir uns unter Hypnose oder während eines autogenen Trainings befinden. Unsere Deckung ist unten und unser Gehirn saugt die Informationen wie ein Schwamm meist ungefiltert auf und speichert sie ab.

  • Wie kann man das Gesehene filtern und auswerten um dann eine eigene Stellung zu beziehen?
  • Wer sind eigentlich die Kunden der Fernsehsender?
  • Und gibt es überhaupt "ungescriptetes Fernsehen?"

Das Brachland-Ensemble hat sich dieses Themas angenommen und sich auf eine intensive Recherche begeben. Wir sprachen mit Vertretern der Medienbranche, Psychologen, Werbeexperten und professionellen Zauberkünstlern. Unter falschem Namen schleusten wir uns in einige Produktionen ein, um ein realistisches Bild von den (Mit-)Machern und den Produktionsbedingungen zu gewinnen.  Die daraus gewonnenen Erkenntnisse bilden die Arbeitsgrundlage unserer aktuellen Produktion rund um den Begriff "Realität". In dieser lassen wir  den Besucher durch das Schlüsselloch blicken - und öffnen dann die Tür.

Ein Tanztheater über das Spiel mit der Wirklichkeit.
Eine Geschichte über das Spiel von und mit der Öffentlichkeit.
Eine Studie über Wahrnehmung und ein Training für die Augen.
Ein Stück über Medienkompetenz.

Choreographie: Morgane de Toeuf
Regie: Dominik Breuer
Dramaturgie: Eric Rentmeister
Musik: Brice Deloose

Mit dieser Produktion richten wir uns insbesondere an SchülerInnen ab der Jahrgangsstufe sieben und bieten auch geschlossene Vorstellungen an. Damit einher geht eine theaterpädagogische Vor-und Nachbereitung in den Klassen und/oder im Anschluss an die Vorstellungen.
Lehrkräfte können über uns im Vorfeld mit Unterrichtsmaterialien versorgt werden, die u.a. von den Landesmedien-Anstalten zur Verfügung gestellt werden.

"Das ist auch ein Stück unserer Lebenswirklichkeit, die sich da widerspiegelt."
Anke Schäferkordt (ehemalige Geschäftsführerin RTL)

"Außer News können Sie heute alles scripten."
Günter Stampf – Produzent "Die Schulermittler"

"Gerade bei der Unterschicht läuft die Kiste immer, da ist es doch wurscht, was wir senden. Und wenn wir unsere Zielgruppe auch noch als billige Arbeitskräfte gewinnen können, die mal ins Fernsehen wollen, und dann bei der nächsten Sendung wieder auf den anderen rumhacken können, dann ist das doch eine WinWin-Situation"
Anonym - Produzent einer großen Kölner Produktionsfirma

Neue Termine in Kürze unter www.brachland-ensemble.de