Januar 2014: Medienarbeit im Jugendzentrum ZOFF, Moers

Warum Medienarbeit?

Medien prägen die Kinder- und Jugendwelt. Für die Jugendarbeit ist daher die Medienpädagogik ein wichtiger Bestandteil, denn der (kompetente) Umgang mit Medien ist im gesellschaftlichen Leben nicht mehr wegzudenken. Medienkompetenz schafft die Möglichkeit zur Teilnahme an Abläufen in unserer Gesellschaft und ist daher unerlässlich.

Jugendliche sollen nicht nur konsumieren, sondern aktiv am Geschehen teilnehmen können, das erfordert aber auch Hilfestellung, um die immer komplexer werdenden Zusammenhänge erkennen zu können. Unsere Aufgabe ist es Anregungen zu geben, aufzuklären ohne die neuen Medien zu verteufeln. Bei aller Kritik gerade auch an den sozialen Netzwerken: Entscheidend ist der kompetente Umgang damit, nicht das Negieren dieser Angebote.

Durch die Filmarbeit können die Jugendlichen Stellung beziehen, mitreden und ihre eigenen Fähigkeiten erkennen. Die Darstellung im Film bietet eine Plattform zur Teilnahme an gesellschaftlichen Prozessen und ist daher ein wichtiger Beitrag auch zur Sozialisation.

Die Arbeit mit Medien soll auch für die nächsten Jahre ein "roter Faden" der Arbeit im Jugendzentrum ZOFF sein.

Kurze Chronik:

Medienarbeit hat  im Zoff eine lange Tradition - schon in den achtziger Jahren wurde gefilmt, vor allem Maßnahmen in Zusammenarbeit mit den SJD-Die Falken. Dokumentationen von Ferienlagern und Veranstaltungen mit politischem Charakter wurden aber in erster Linie "intern" genutzt und Eltern oder "Gleichgesinnten" präsentiert.

Anfang der neunziger Jahre fand dann der PC den Einzug ins Haus: 1991 fand in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt Moers das erste Computerprojekt im ZOFF statt. Die erste Ausgabe des "Kids-Express" - damals noch mit ausgeliehenem Atari hergestellt - wurde später die Tummelferienzeitung (im Rahmen einer Kindernaherholung) und fast 25 Jahre lang herausgegeben. Ab 1992 wurden in Kooperation mit dem Bürgerfunk Radiosendungen mit Kindern produziert, meisten als Projekt mit der Hermann-Runge-Gesamtschule, und alle Sendungen auch bei Radio KW gesendet. Daneben gab es schon Videos, die dann zu kurzen Spielfilmen zusammengeschnitten wurden. Um auch unsere Eigenproduktionen im Haus präsentieren zu können, wurde vor zwanzig Jahren ein kleines Kino mit insgesamt knapp 40 Plätzen eingerichtet. 2010 wurde ein Film über die Moerser Jugend präsentiert, die in 20 Minuten ein aktuelles Stimmungsbild zeigen sollte.

Aktuelle Situation:

Im Jahr 2011 hat vor allem das Filmprojekt "Pudding ohne Milch" für Aufsehen gesorgt. Auch für unsere Verhältnisse war der Aufwand  groß, über ein knappes Jahr und gefördert mit Mitteln aus dem Programm "Stärken vor Ort" und des Projekts "Soziale Stadt Mattheck/Josefviertel" entstand ein etwa 50-minütiger Spielfilm mit insgesamt 30 beteiligten Personen zum Thema "Armut". Die Präsentation im Februar 2012 im Moerser Kino  "Atlantic" vor 160 Besuchern war der gelungene Abschluss des Projektes. Beide Produktionen Jugend in Moers und der Trailer von "Pudding ohne Milch" wurden im Jugendhilfeausschuss gezeigt.

Ausblick:

Um unabhängiger unsere jugendlichen Filmemacher unterstützen zu können ist ein Film-/Videobearbeitungsplatz in unserer Einrichtung installiert worden. Da der letzte Film noch größtenteils durch ausgeliehene Technik entstanden ist, wollen wir u.a. eine sogenannte Schnittstelle im Zoff einrichten, die zum Herstellen neuer Filme, aber gleichzeitig auch zur Fortbildung genutzt werden kann. Perspektivisch sollen noch stärker die Jugendlichen selbst auch diesen Bereich übernehmen, natürlich mit fachlicher Unterstützung.

Aktuell ist der Film "Jugend und Zukunft" in Bearbeitung und soll im Februar 2014 veröffentlicht werden.