Juli 2014 - Projekt Medientage Essen

Medientage Essen

Jugendliche haben gegenüber ihren Eltern schon lange einen gewaltigen Wissensvorsprung in Medienthemen – Gefahren, aber auch Chancen ergeben sich daraus: Internet und Handy verbinden nicht nur Welten, sie können auch einen Einblick in die individuelle Lebenswelt der Jugendlichen gewähren. Damit die zukünftige Generation in der Problematik geschult ist und ihre Pädagogen kompetente Ansprechpartner werden, veranstalteten die Jugendhilfe Essen gGmbH (JHE) und der Medienbereich des Jugendamtes 2013 zum ersten Mal die Medientage Essen, aufgeteilt in einen Fachtag und zwei Schülertage.

Der Fachtag richtete sich an Pädagogen aus Schule, "offenem Ganztag" und Jugendeinrichtungen und war speziell an die erzieherischen Bedürfnisse der Pädagogen angepasst. Sie in Medienthemen auf den neuesten Stand zu bringen, landesweite Institutionen und die Ansprechpartner vor Ort kennen zu lernen und sie zur Nutzung der zahlreichen Möglichkeiten zu animieren waren die Ziele der Organisatoren. Dazu gab es zunächst mehrere einleitende Vorträge, die hinterher mit fünf verschiedenen Workshops zur Vertiefung vervollständigt wurden.

Medien-Experten aus ganz Nordrhein-Westfalen reisten für die ideale Besetzung der Workshops an. "Wir haben versucht, Personen zu finden, die sich nicht nur theoretisch mit den entsprechenden Themen auskennen, sondern möglichst auch in ihrem Arbeitsfeld mit Kindern und Jugendlichen oder Multiplikatoren arbeiten und so wirklich aus der Praxis berichten können", erklärt JHE-Pädagogin Katrin Gutsche. Die Workshop-Themen waren im Einzelnen: Liebe, Sex und Pornos im Internet, Datenschutz und Urheberrechte, Onlinesucht, Medien in Jugendhaus und Schule sowie Cybermobbing.

Für die beiden Schülertage gab es ganz eigene Angebote – die Aufmerksamkeit von Jugendlichen zu erregen ist schließlich nicht so einfach: Spiele statt Vorträge und Stationen statt Workshops. Die Stationen waren kleine Stände in der Weststadthalle, die auf kreative Weise Zugang zum Medienwissen gewährten. Ob beim Spiel "Medien-Checker", der kuriosen Zukunftswand oder dem Profil-CHECK – überall wurden Spaß und Lernen gekonnt kombiniert.

Besonders das "Medien-Checker"-Spiel war ein klarer Favorit. Zunächst als Spiel des Medienlebens konzipiert, wurde die Idee zugunsten einer Neuinterpretation des bekannten Brettspiels "trivial pursuit" verworfen. Die allgemeinen Fragen des Vorbilds wurden durch Medienthemen ersetzt und Spielfeld, Würfel und Spielfiguren auf die richtige – durchaus beachtliche – Größe gebracht. Das Spiel war für Gruppen angelegt und konnte entweder nach einer bestimmten Zeit oder der Beantwortung aller Fragen beendet werden.

Das Theaterstück "Romeo added Julia" wurde von Pädagogen und Schülern besucht. Die dichte und abwechslungsreiche Inszenierung erlaubte eine lebensnahe Auseinandersetzung mit den zahlreichen brisanten Themen. Ein sicherer Beweis dafür war die angeregte Diskussion zwischen Schülern und Schauspielern nach der Aufführung.

Insgesamt eine so gelungene Veranstaltung, dass sofort klar war: Nächstes Jahr wieder und noch ein Schülertag mehr. Die Medientage Essen 2014 befinden sich also bereits in der Planung und sind vom 11. bis zum 14.11. terminiert.

Eine ausführliche Dokumentation der "Medientage Essen 2013" als download und Informationen zu den "Medientagen Essen 2014" gibt es auf www.townload-essen.de/medientage.