Juni 2015: "Abgedreht" - Kinderfilmredaktion im Bennohaus Münster

Die Idee: Kinder schauen gerne Filme, machen oft große Augen und fragen sich dabei: "Wie haben die das gemacht?" In der Kinderfilmredaktion lernen Kinder ab 8 Jahren, wie man einen Film selbst macht. Sie denken eine Geschichte aus, sind Schauspieler vor der Kamera oder arbeiten hinter der Kamera mit der Profitechnik.

Die Ziele des Angebotes: Schritt für Schritt lernen die jungen Filmemacher mit der Technik umzugehen, eine Geschichte zu entwickeln, ein Storyboard zu erstellen, und sie erwerben weitere journalistische  Kenntnisse, zum Beispiel wie man die Spannung im Film aufrecht hält. So erfahren sie mehr über verschiedene Einstellungsgrößen und welche Wirkung verschiedene Perspektiven haben können. Angeleitet durch geschulte Medientrainerinnen sprechen die Kinder in einer der Redaktionssitzungen auch über "Manipulation" und Fiktion im Fernsehen. Durch das Medienprojekt werden Kreativität  und Teamfähigkeit (weiter-)entwickelt und das soziale Handeln mit- und untereinander gestärkt. So fühlen sich auch Kinder mit Förderbedarf in der Gruppe wohl. Insbesondere Selbstdarstellung, Selbstbewusstsein sowie die Selbstreflektion lassen sich durch die aktive Medienarbeit besonders gut verbessern.

Die Arbeit der Redaktion: Das Projekt "Abgedreht" startete nach den Osterferien 2015 mit der Vorstellung aller Beteiligten. Zur Technikeinführung nutzten die Medientrainerinnen die altersgerechte Methode "Kameraeinführung mal anders", bei der mit Hilfe einer Geschichte die benötigte Fernsehtechnik spielerisch vorgestellt wird. Anschließend wurde das Video "Wie drehe ich einen Film" (Sophies Zauberei) gezeigt. Und schon konnten die Kinder selbst an die Kameras. Sie probierten die Technik eigenständig aus und bekamen passend zu den Übungen noch einige Informationen über die Funktionen von Kamera, Licht, Ton oder Einstellungsgrößen erzählt. Im nächsten Schritt haben die Kinder ihre Erwartungen und Wünsche auf kleine Zettel geschrieben und auf den großen aufgemalten Fernseher geklebt. So hatte das Team fest und immer vor Augen, woran die Kinder besonders Spaß haben.

In der zweiten Redaktionssitzung entwickelten die Kinder eine Geschichte. Dafür wurden zunächst Ideen für TV- Formate bzw. -Genres gesammelt, diskutiert und ggf. verworfen und anschließend über die Favoriten abgestimmt: Freundschaftsfilm, Krimi und Action. Weiterhin wurden die inhaltlichen Ideen der Kids gesammelt und daraus wurde eine Geschichte entwickelt, die alle drei Elemente verbindet: Es geht um die Entführung eines Mädchens durch einen bösen Polizisten, ihre Freunde und ein guter Polizist retten sie. Anschließend wurden Rollen verteilt, Requisiten zusammengestellt sowie weitere Vorbereitungen getroffen.

In der dritten Woche spielten die Kinder zu Beginn das "Einstellungsgrößen-Memory", um ihr Wissen über Einstellungsgrößen aufzufrischen. Dann starteten die Dreharbeiten.  Die erste Szene wurde komplett gedreht. Die Redaktion befindet sich zurzeit in den letzten Zügen der Produktionsphase. Die Kinder wechseln dabei ihre Aufgaben: Diejenigen, die beim letzten Termin vor der Kamera agierten, bedienen das nächste Mal die Kamera. Regelmäßig kommen theaterpädagogische Spiele und Übungen zum Einsatz, damit die Kinder ihre Szenen vor der Kamera üben und sich sicherer fühlen. Im Laufe der Arbeit bekommen die Kinder eine Menge neue Ideen, sodass viel improvisiert und das Storyboard immer wieder angepasst wird.

Das Bennohaus

Getragen vom gemeinnützigen Verein Arbeitskreis Ostviertel e.V. ist das Bürgerhaus Bennohaus eine kultur- und medienpädagogische, fach- und generationsübergreifende Stadtteileinrichtung im Ostviertel Münsters, die allen Bürgern offen steht.
Medienpädagogik und aktive Medienarbeit mit Kindern und Jugendlichen bildet einen methodischen Schwerpunkt des Bennohauses. Seit 2007 gehört inklusive Medienarbeit zu den wichtigsten Arbeitsschwerpunkten.

Das Bennohaus integriert in seiner vielfältigen Arbeit Ansätze aus Theater-, Kultur-, Sozial- und Erlebnispädagogik. Dabei ist es den Verantwortlichen wichtig, ein hohes Maß an Qualität in der pädagogischen Arbeit zu gewährleisten, damit die Kinder und Jugendlichen in den Projekten die Welt der Medien aktiv und mit viel Spaß entdecken können. Ziel ist es, ihre persönlichen und sozialen Fähigkeiten zu stärken, ihre Medienkompetenz auszubilden und ihnen somit einen leichteren Zugang zu gesellschaftlicher Teilhabe zu ermöglichen. Bis zu 600 Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung sind jährlich in den Projekten aktiv.