Oktober 2015: PIKSL-Labor

Digitale Teilhabe im PIKSL-Labor

Im PIKSL-Labor im Düsseldorfer Stadtteil Flingern kommen Menschen mit und ohne Behinderung zusammen, um voneinander zu lernen und Lösungen im Umgang mit alltäglichen (digitalen) Problemstellungen zu entwickeln. Die Idee ist einfach: "Menschen mit Behinderung" wissen ganz konkret, welche Barrieren gesellschaftliche Teilhabe erschweren und wie Komplexität abgebaut werden kann. Aus diesem Grund erarbeiten sie - gemeinsam mit Hochschulpartnern - barrierearme Lösungen und innovative Ideen, von denen nicht nur sie selbst, sondern auch andere Menschen profitieren können. Die PIKSL-Laborantinnen und -Laboranten sind Experten im Abbau von Komplexität. Sie verfügen über Erfahrungen im kreativen Umgang mit Barrieren und bringen dieses Wissen in die gemeinsame Arbeit mit Kooperationspartnern ein. Auf der PIKSL-Internetseite befindet sich eine Auswahl an Forschungsprojekten.

PIKSL ermöglicht digitale Teilhabe für alle: Im Rahmen eines inklusiven Medienbildungsangebots erlernen Seniorinnen und Senioren aus dem Stadtteil den Umgang mit Computern und Tablets. Das besondere an diesem Angebot: Menschen mit Lernschwierigkeiten leiten die achtwöchigen Kurse. Zu Beginn des Einsteigerkurses legen die acht Teilnehmenden und die PIKSL-Dozenten gemeinsam fest, welche Inhalte in den zweistündigen Einheiten erarbeitet werden sollen. Anhand eines so entstandenen Kursfahrplans können die jeweiligen Kurseinheiten von den PIKSL-Dozenten vorbereitet werden. Während des Kurses unterstützt ein PIKSL-Dozent zwei Senioren. Die Dozenten sind sehr geduldig, denn sie wissen selbst, wie es ist, wenn man etwas länger braucht, um Zusammenhänge zu verstehen.

Die Kurse werden seit 2012 angeboten. Die nächsten PIKSL-Kurse starten Ende Oktober 2015. Mit dem Kursbeitrag können Menschen mit Behinderung bei PIKSL beschäftigt werden.

Im Sommer dieses Jahres wurde das Angebot durch die Stiftung Digitale Chancen und die E-Plus-Gruppe ausgezeichnet. Auf internationaler Ebene wurde PIKSL als "Innovative Practice" im Jahr 2014 von Zero Project bei den Vereinten Nationen in Wien ausgezeichnet. 2015 war der WDR mit "Hier und Heute" bei PIKSL und hat dort gedreht. Die entstandene knapp viertelstündige Reportage können Sie hier sehen: https://vimeo.com/133188943 ((c) WDR 2015).

Das Projekt PIKSL wurde von der In der Gemeinde Leben gGmbH initiiert, einem Träger der Behindertenhilfe, der Menschen mit Behinderung und erworbener Hirnschädigung in Düsseldorf ambulant und stationär unterstützt. Das von der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW bis 2014 als Modellprojekt geförderte Angebot verfolgt das Ziel, Partizipationsmöglichkeiten an digitalen Informations- und Kommunikationstechnologien zu schaffen und gleichzeitig Barrieren interdisziplinär abzubauen, um Teilhabechancen zu verbessern, für die betroffenen Menschen neue Handlungsmöglichkeiten zu eröffnen und Inklusion vor Ort anzustoßen.

PIKSL ist inzwischen mehrfach ausgezeichnet worden: Es ist Preisträger im bundesweiten Wettbewerb "Deutschland – Land der Ideen" und erhielt im Oktober 2012 die Auszeichnung zum "Ausgewählten Ort". Wenig später wurde das PIKSL-Projekt von NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze als "Ort des Fortschritts NRW" ausgezeichnet: "Das PIKSL-Labor ist das Beispiel für eine soziale Innovation im Sinne der Forschungsstrategie Fortschritt NRW: Es arbeitet integrativ an Entwicklungen, in deren Mittelpunkt die Menschen stehen. Aus der Arbeit von PIKSL ergeben sich unmittelbare, sicht- und fühlbare Verbesserungen. Es ist ein Ort des Fortschritts" (Svenja Schulze anlässlich der Feierstunde zur Preisverleihung im Dezember 2012). Im März 2014 wurde die Wirksamkeit von PIKSL durch Phineo bestätigt.