September 2015: Geogames-Projekte in der Jugendherberge Lindlar

Schon seit mehr als 15 Jahren werden an der Jugendherberge Lindlar  medienpädagogische Programme zwischen Natur- und Umwelterfahrung und künstlerischer Gestaltung angeboten und entwickelt. Sie werden als Programme für Klassenfahrten angeboten und in Ferienfreizeiten erprobt.

In diesem Rahmen werden in der Jugendherberge Lindlar in Zusammenarbeit mit Creative Taten Geogames entwickelt und angeboten.

Zur Zeit wird an einer regionalen Anpassung des Projekts "Finde Vielfalt" gearbeitet. Das Geogame kann ab Mitte 2016 in Lindlar gespielt werden. Bereits zum zweiten Mal wurden in der Ferienfreizeit "Move@Media", die die Jugendherberge seit mehr als fünf Jahren anbietet, von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern eigene kleine Geogames entwickelt.

Finde Vielfalt Simulation

Die laufende UN-Dekade "Biologische Vielfalt" war Anlass, sich an einem Projekt des Deutschen Jugendherbergsverbandes und der Universität Bamberg sowie der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg zu beteiligen.

Das im Rahmen des Projekts entwickelte Spiel "Finde Vielfalt Simulation" richtet sich an Jugendliche ab der 7. Klasse. Es fordert zur Entdeckung der Natur heraus und rückt die biologische Vielfalt in den Fokus. Im Spiel muss das Dilemma zwischen wirtschaftlichen und naturschutzbezogenen Interessen gelöst werden. Die Jugendlichen tauchen in eine Spielerzählung ein, die an reale Orte in der Natur führt, um dort Aufgaben zu lösen. Gespielt wird es mit Smartphones im Umfeld der teilnehmenden Jugendherbergen.

Ein Editor ermöglicht die Anpassung an Aufgabenstellungen, die sich auf ein regionales Thema der Biodiversität beziehen.

Für die Jugendherberge Lindlar wurde dafür das Problem der Weidewirtschaft und der Erzeugung von Milch in einer intensiven versus extensiven Weidehaltung und der daraus resultierenden Konsequenzen für die biologische Vielfalt im Bergischen Land ausgewählt. Dazu wird eine Rahmenhandlung in der Form eines Öko-Thrillers entwickelt. zwei Jugendliche begeben sich auf die Spur eines Konzerns, dessen Interesse der massenhafte Verkauf von Antibiotika an die Milchbauern vor Ort ist und die auch vor erpresserischen Methoden nicht zurückschrecken.

Ab Mitte 2016 kann das Spiel in Lindlar gespielt werden.

Move@Media

In den Ferienfreizeiten "Move@Media" 2014 und 2015 wurden mit jeweils 20 bis 30 Teilnehmern und Teilnehmerinnen eigene kleine Spiele entwickelt, umgesetzt und ausprobiert. Dies ist auch für das kommende Jahr wieder geplant.

In einem gemeinsamen Brainstorming entwarfen die Jugendlichen eine Geschichte, die im Wald und im Ort gespielt werden konnte. Dabei ging es darum, eine biologische Waffe und einen atomaren Sprengsatz zu finden und zu entschärfen. Eingekleidet wurde das Ganze in eine Agentenstory, zu der ein Nachrichtenvideo gedreht wurde, das den Anfang des Spieles darstellte. Die Adresse wurde als QR-Code in der Jugendherberge versteckt.

Mit dem Autorensystem "Mediator" wurden kleine Spiele entwickelt, die dann als Lösung einen Code-Schnipsel lieferten. Alle Codes mussten auf verschiedenen Websites gefunden werden. Die Adressen dieser Seiten wiederum waren im Wald und im Ort an verschiedenen Stellen versteckt, die gefunden werden mussten. Am Ende mussten dann alle gefundenen Codes richtig zusammengesetzt werden, um die Bombe entschärfen zu können.

Der medienpädagogische Ansatz folgt der Vorstellung von einer partizipativen Medienarbeit mit Kindern und Jugendlichen. Sie werden nicht nur als Konsumenten betrachtet, sondern in erster Linie als Produzenten. Und ihre Erfahrung soll dabei sein: "Ich kann das!"