"Generation What?"-Studie

Seit April 2016 können 18- bis 34-Jährige online an einer europaweiten Studie teilnehmen und so aktiv dazu beitragen, ein Bild ihrer eigenen Generation zu zeichnen. Noch bis April 2017 ist die Teilnahme an der Studie „Generation What?“ möglich.

Logo Generation What
Bild: BR/Bilderfest GmbH

Die Studie „Generation What?“ wird von der Europäischen Rundfunkunion (EBU), zu der auch ARD und ZDF gehören, koordiniert. Sie umfasst 149 Fragen zu den Themen Politik, Religion, Medien bis hin zu Sexualität und Lebensglück. Um möglichst viele Teilnehmer zu erreichen wird und wurde das Projekt unter anderem von den öffentlich-rechtlichen Medienanstalten und Medienpartnern beworben. In Deutschland begleiten der Bayerische Rundfunk, der SWR und das ZDF das Projekt. Bereits im November 2016 hat das SINUS-Institut anhand einer repräsentativ gezogenen Stichprobe aus den Teilnehmer/innen Ergebnisse aus der gewählten Erhebungsperiode vorgestellt. Die Teilnahme an der Online-Studie ist jedoch immer noch möglich – die Studienergebnisse werden in Echtzeit auf der Webseite aktualisiert.

Die Studie

„Generation What?“ stellt eine Weiterentwicklung von „Génération Quoi“ dar, einer im Jahr 2013 in Frankreich durchgeführten Studie. Bei „Generation What?“ sind nun zehn weitere Teilnehmerländer dabei: Deutschland, Österreich, Belgien, Spanien, Irland, Luxemburg, Holland, Wales und Tschechien. Darüber hinaus können selbstverständlich auch Menschen aus anderen Heimatländern teilnehmen. Bisher haben Personen aus 35 Ländern die Studienfragen beantwortet. So lassen sich auch Vergleiche mit anderen (europäischen) Ländern als den oben genannten herstellen. 

Die nachfolgende Video-Playlist zeigt Meinungen junger Europäer/innen zu verschiedenen der Studie entnommenen Fragen. Den Anfang macht der Themenkomplex Sucht – auch im Kontext des Internets.  

Bild Generation What Teilnehmer
Bild: BR/Bilderfest GmbH

Grundlage der Studie stellt ein Online-Fragebogen dar, der von renommierten Soziologen entwickelt wurde. In allen Teilnehmenden Ländern werden dieselben Fragen gestellt um Vergleichbarkeit zu ermöglichen. 

Die Studienergebnisse bilden ein Portrait der jungen Menschen in Deutschland. Dieses besteht einerseits aus den grafisch aufbereiteten Ergebnissen der Studie (die immer noch live aktualisiert werden), andererseits aus Videos mit Meinungen und Antworten junger Deutscher, die im Vorfeld der Studie aufgenommen wurden. Ebenso ist ein Portrait junger Europäer in Form von Studienergebnissen und Videos online verfügbar. Die Ergebnisse können in einer interaktiven Europakarte betrachtet werden, durch Klicken auf ein Land erscheinen die genauen Ergebnisse zur ausgewählten Frage. Alle Videos finden sich zudem im YouTube-Kanal von „Generation What?“

Bedeutung der Ergebnisse für die Medienpädagogik

Einige der Ergebnisse können auch Thema in der medienpädagogischen Arbeit sein oder als Gesprächsanreize dienen. Spannend ist beispielsweise die Frage: „Könntest du ohne Internet glücklich sein?“. In Deutschland antworteten darauf 48% der Teilnehmer/innen mit „Ja“, knapp die Hälfte der jungen Deutschen kann sich also nicht vorstellen, ohne das Internet glücklich zu sein. In Italien sieht das ganz anders aus: Nur 30% der Befragten können sich nicht vorstellen, ohne das Internet glücklich zu sein. Auch das Vertrauen in die Medien der untersuchten Generation kann mit Hilfe der Studie veranschaulicht und diskutiert werden. Hier zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Bildungsniveaus, die auf einen Handlungsbedarf hinweisen: Je niedriger der Bildungsstand, desto niedriger das Vertrauen in die Medien.

Wie wichtig das Internet, Smartphones und soziale Medien für Teilnehmer/innen der Studie sind, zeigt Eindrucksvoll die Data Cloud mit Namensvorschlägen für die untersuchte Generation. Der am häufigsten eingereichte Vorschlag sticht deutlich hervor: „Generation Internet“. Namen wie „Generation Smartphone“, „Generation Digital,“, „Generation Social Media“ oder „Generation Selfie“ wurden ebenfalls sehr häufig eingereicht. Bei der Suche nach einer Bezeichnung für die eigene Generation kann man – auch mit jüngeren Zielgruppen – leicht und wertungsfrei – über die Bedeutung der digitalen Medien im eigenen Leben ins Gespräch kommen. 

Die Studie stellt ein echtes europäisches Großprojekt dar, dass ohne die Vernetzung durch das Internet in dieser Form nicht möglich wäre. Sie kann daher auch Anlass dazu sein, über Chancen und Möglichkeiten zu diskutieren, die die Vernetzung für Europa und die Welt bietet.