ICILS 2018: Studie zur Medienkompetenz von Schülerinnen und Schülern

Die Ergebnisse von ICILS 2013 waren für Deutschland alarmierend. Die zweite Runde der internationalen Schulleistungsstudie zu computer- und informationsbezogenen Kompetenzen in der Jahrgangsstufe 8 ist jetzt gestartet.

Im November 2014 haben die Ergebnisse der ersten "International Computer and Information Literacy Study" (ICILS) das Land aufgerüttelt: Deutschlands Schülerinnen und Schüler besitzen zwar Smartphones und Co., aber weniger als ein Viertel der Achtklässlerinnen und Achtklässler sind in der Lage, mit einem Computer eigenständig Informationen zu suchen und zu bearbeiten. Zudem sind langsame Internetzugänge und veraltete Rechner für die Hälfte der Lehrkräfte Schulalltag.

Die im Juli gestartete zweite Runde der IEA-Studie wird durch eine erneute Erhebung im Jahr 2018 den aktuellen Status der digitalen Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern sowie die Rahmenbedingungen an Schulen ermitteln und einen Vergleich mit den internationalen und den vorherigen Ergebnissen vornehmen. Achtklässlerinnen und Achtklässler von 150 repräsentativ gezogenen Schulen aus allen Bundesländern werden dabei in computerbasierten Tests auf ihre Fähigkeiten geprüft. Das Ministerium für Schule und Weiterbildung NRW hat die Stichprobe für Nordrhein-Westfalen im März 2017 um 80 Schulen erweitert, so dass auch eine gezielte Auswertung für das Bundesland möglich ist.

Erstmals wird bei der Studie als Zusatzmodul für Deutschland und auch für NRW das noch junge Forschungsfeld Computational Thinking erfasst. Dabei wird untersucht, ob die Schülerpopulation der Jahrgangsstufe 8 in der Lage ist, Probleme zu erkennen, die mithilfe von Computern bewältigt werden können. Um diese schließlich in einer Abfolge von geplanten Teilschritten von einem Computer oder einem Menschen lösen zu lassen – so zum Beispiel für ein selbstfahrendes Auto eine Strecke festzulegen.

Birgit Eickelmann, Professorin für Schulpädagogik an der Universität Paderborn.

"2019 werden wir zum ersten Mal Erkenntnisse über diesen Bereich für deutsche Schülerinnen und Schüler vorliegen haben", erklärt Dr. Birgit Eickelmann, Professorin für Schulpädagogik an der Universität Paderborn. Eickelmann koordiniert dort die Studie als wissenschaftliche Leiterin für Deutschland. Damit wird die Hochschule in Paderborn nationales Forschungszentrum.

Durch Forschungsschwerpunkte im Bereich der Informationstechnologien hat die Universität Paderborn bereits frühzeitig auf die Vermittlung von Medienkompetenzen und den Umgang mit neuen Technologien in den Lehramtsstudiengängen gesetzt. Fachübergreifend ist der Erwerb von Medienkompetenzen ein wichtiger Baustein der Paderborner Hochschuldidaktik.

International wird auch der neue Studienzyklus wissenschaftlich vom Australian Council for Educational Research (ACER) geleitet. Erstmalig werden nun unter anderem Frankreich, Italien, die Vereinigten Staaten sowie Finnland an der Studie teilnehmen. Die Studie wird in Deutschland mit insgesamt 2,3 Millionen Euro vom BMBF gefördert.

Universität Paderborn: International Computer and Information Literacy Study 2018
Waxmann Verlag: ICILS 2013 [Berichtsband, Download als PDF-Datei]
International Association for the Evaluation of Educational Achievement (IEA)