Medienkompetenz-Kitas NRW mit MeKoKitaService

Neben Film und Fernsehen gehören heute Computer, Smartphones und Tablets wie selbstverständlich zum Aufwachsen in einer medial geprägten Gesellschaft. Bereits im Kita-Alter sind Kinder einer Vielzahl medialer Eindrücke ausgesetzt, die es zu verarbeiten gilt. Ziel des MekoKitaService ist es, Erzieher/innen zu medienkompetenten Ansprechpartner/innen auszubilden, die Kindern verschiedene Verarbeitungsmöglichkeiten ihrer medialen Erfahrungen anbieten. 

MekoKita Service Logo

Das Projekt Medienkompetenz-Kitas ist ein Modellprojekt der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) und wird von der GMK – Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur durchgeführt. Ausgangspunkt bilden wissenschaftliche Erkenntnisse aus zwei von der LfM in Auftrag gegebene Studien. Im Projekt wurden 12 Modell-Kitas über den Zeitraum von eineinhalb Jahren von Medien-Coaches begleitet, die gemeinsam mit den Erzieher/innen das Medienkonzept der Kitas überarbeiteten. Die Ergebnisse der Modellprojekte sowie Ideen und praktische Beispiele sind online unter www.meko-kitas-nrw.de verfügbar und bieten Erzieher/innen und Einrichtungsträgern Anregungen, um die Medienkompetenz in Kitas zu fördern. Hier setzt dann auch der MekoKitaService an, ein Newsletter-Angebot mit vielen regelmäßigen Informationen und praktischen Tipps für die Zielgruppe. 

Medienkompetenzförderung auf beiden Seiten

Kinder verarbeiten Eindrücke aus, durch oder mit Medien auf unterschiedlichste Weise. Ob ein Held aus dem Lieblingsbuch oder die Spielfigur der Lieblingsapp im Rollenspiel mit einbezogen wird, ob mit Bauklötzen Fotograf/in gespielt wird oder YouTube-Videos nachgespielt werden. Der Bedarf an Verarbeitungsmöglichkeiten der medialen Eindrücke ist hoch und stellt eine wichtige pädagogische Aufgabe dar, mit der sich auch Fachkräfte intensiv auseinandersetzen müssen. Um Kinder auf ein Leben in der medial geprägten Welt vorzubereiten, sollte bereits im Vorschulalter mit der Stärkung ihrer Medienkompetenz begonnen werden. Dazu müssen Erzieher/innen selbst über ausreichend Medienkompetenz, Methodenwissen und einen Fundus an praktisch umsetzbaren Ideen verfügen. Das Projekt MekoKitaService der LfM unterstützt Fachkräfte dabei.

Das Modellprojekt mit 12 Kitas

Im Modellprojekt wurden 12 Kitas Medien-Coaches zur Seite gestellt, die die Einrichtung ein halbes Jahr lang unterstützen. Sie besuchten die jeweilige Kita sechs bis acht Mal persönlich und standen den Fachkräften auch darüber hinaus bei Fragen zur Verfügung. Die Medien-Coaches suchten gemeinsam mit dem Kita-Team nach Möglichkeiten, das medienpädagogische Konzept der Einrichtung zu erweitern und zu verbessern. Dabei orientierten sie sich an den individuellen Bedingungen der jeweiligen Kita und holten die Erzieher/innen dort ab, wo sie standen. 

Zunächst setzten sich die Fachkräfte mit medienpädagogischen Grundlagen auseinander und lernten, Projektbausteine zu identifizieren, die sich einfach umsetzen lassen. Dabei ging es eher um geeignete Methoden und eigene Erfahrungen als um technisches Fachwissen. Anschließend planten und erprobten die Erzieher/innen den praktischen Medieneinsatz. Im Team entwickelten die Fachkräfte so ein zu ihrer Einrichtung passendes Bild von Medienerziehung, das in das jeweilige pädagogische Konzept integriert werden konnte. Im Anschluss wurden das Projekt evaluiert. Ein zentrales Ergebnis stellt dir Entwicklung der Haltung der Erzieher/innen gegenüber Medien- und Medieneinsatz in der Kita dar. Hier ist eine deutliche Entwicklung von einer zunächst bestehenden Skepsis hin zu einer aktiven handlungsorientierten Medienerziehung zu beobachten.

MekoKitaService

Das Projekt soll allerdings nicht nur Vorteile für die zwölf Kitas bieten, die von den Medien-Coaches betreut wurden.

Für Fachkräfte anderer Kitas steht online kostenlos eine Vielzahl an Materialien zur Verfügung, die problemlos in der eigenen Arbeit eingesetzt werden können. Im Projektbericht finden sich detaillierte Beschreibungen des Vorgehens in zwei Kitas, die so auch in der eigenen Einrichtung nachgearbeitet werden können. Darüber hinaus gibt es einige konkrete Best-Practice Beispiele, die ebenfalls leicht nachgeahmt werden können. Im Methodenteil stehen weitere Ideen zur Verfügung, mit denen Fachkräfte ins Gespräch kommen können. Da auch die Elternarbeit eine Rolle spielt, gibt es sowohl im Projektbericht als auch auf der Webseite des Projekts Anregungen um Eltern aktiv in die Medienerziehung einzubinden. Auf der Webseite werden viele praktische Tipps und einfach umzusetzende Projekte vorgestellt. Zudem werden Anregungen gegeben, wie erstellte Medienprodukte weiter gewinnbringend in die pädagogische Arbeit miteinbezogen werden können. Die Projekte sind leicht umzusetzen und benötigen kaum Vorbereitungszeit und nur wenige Geräte oder technisches Know-How.

Mit der Anmeldung zum kostenlosen Newsletter wird es sogar noch leichter: Wöchentlich erhalten Interessierte praktische Tipps, Projektideen und Materialien zum Einsatz in der eigenen Einrichtung.  

Projektbeispiele: Rätseln mit Fotos und Geräuschen

Spannend und leicht umzusetzen sind kleine medial unterstützte Rätsel. So kann eine Gruppe Kinder beispielsweise den Auftrag erhalten, Fotos von jeweils 4-5 Gegenständen zu machen, die eine gemeinsame Eigenschaft haben, z.B. rund sind. Einer anderen Gruppe werden danach die Fotos vorgelegt und es wird versucht, die Gemeinsamkeit der Gegenstände zu erraten. Im Anschluss daran können die Kinder versuchen, aus den fotografierten Gegenständen eine Geschichte zu entwickeln. Es können auch weitere Gegenstände mit der gewählten Eigenschaft gesucht werden.

Ein ähnliches Rätsel lässt sich leicht mit einem Aufnahmegerät umsetzen. Jedes Kind nimmt ein Geräusch auf (z.B. Knistern mit einem Bonbon-Papier, Zerreißen von Papier). Dann wird gemeinsam gerätselt, was hinter den Geräuschaufnahmen stecken könnte. Dabei und im Anschluss wird über die Geräusche gesprochen. Gibt es Geräusche die gut zusammenpassen? Womit werden die Geräusche verknüpft, wie fühlen sie sich an?

Diese einfachen und schnell umsetzbaren Projektideen fördern unter anderem Kreativität, Wahrnehmung der Umgebung, Ausdrucksfähigkeit und den Umgang mit Kamera oder Aufnahmegerät.