Serena Supergreen

Einen Aushilfsjob machen, um sich Geld für einen Urlaub mit Freunden zu verdienen? Eine Situation, in die Jugendliche sich gut hineinversetzen können. In diesem Szenario aus dem Serious Game „Serena Supergreen“ können Schüler/innen sich spielerisch in technischen Tätigkeiten im Bereich erneuerbare Energien erproben. Dazu werden passende Unterrichtsmaterialien zur Berufsorientierung und zu erneuerbaren Energien bereitgestellt.

Serena Supergreen ist ein Serious Game. Als Serious Games bezeichnet man digitale Spiele, bei denen neben dem Spielspaß vor allem der Erwerb von Wissen und das Aneignen von Kompetenzen im Vordergrund stehen. DasSpiel haben Mitarbeiter/innen des Wissenschaftsladens Bonn, der TU Dresden und des Game Studios the Good Evil GmbH sich zunutze gemacht, um speziell junge Mädchen zwischen 12 und 16 Jahren über Technik, insbesondere in erneuerbaren Energien, zu informieren und somit einen Beitrag zur geschlechtersensiblen Berufsorientierung zu leisten. Im Projektteam sind auch Professor/innen, die das Spiel aus der Sicht verschiedener Fachgebiete erforschen. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Das Spiel Serena Supergreen ist ein Point-and-click-Adventure für junge Menschen in der Berufsorientierungsphase. Es kann sowohl mobil auf Android- oder iOS-Geräten als auch auf dem PC oder Mac kostenlos installiert werden. Das Spiel beginnt in Serenas Traum, der einen ersten Einblick in das Spiel gibt und die Grundprinzipien des Spiels vermittelt, bevor man mit Serena in ihrem Zimmer aufwacht und sich mit ihr auf den Weg in ihren neuen Aushilfsjob im Einkaufszentrum und auf den Weg in ein lebensnahes Abenteuer macht. Den Spielspaß haben die Entwickler in diesem Serious Game nicht vernachlässigt.

Identifikation und Feedbackkultur im Spiel

Während man in anderen Computerspielen häufig männlichen Personen als Hauptcharaktere folgt, sollen in diesem Spiel Serena Supergreen und weitere weibliche Charaktere speziell Mädchen als Rollenvorbild dienen. Um ein möglichst hohes Identifikationspotenzial zu schaffen, entscheiden die Spieler/innen selbst, wie Serena Supergreen aussehen soll.

Außerdem füllt man für Serena einen Bewerbungsbogen aus, in der man an Serenas Stelle seine eigenen Fähigkeiten einschätzen soll. Dann geht es los. Spielerisch lernen Jugendliche, was sie beim Auswechseln einer Glühbirne beachten müssen, wie man Schaltpläne entschlüsselt, technische Geräte repariert oder sich von einer Windkraftanlage abseilt.

Weiß man einmal nicht weiter, gibt es immer einen Spielcharakter, der mit hilfreichen Tipps unterstützt und Rückmeldung gibt. Auch schwierigere technische Aufgaben können so gelöst werden und das Vertrauen der Spieler/innen in ihre eigenen Fähigkeiten wird gestärkt.

Warum gerade „erneuerbare Energien“?

Bild: the Good Evil GmbH

Das Ziel des Projekts ist es, mehr Mädchen für technische Berufe zu begeistern. Doch warum gerade „erneuerbare Energien“? Die Projektleiterin Dr. Pia Spangenberger sagt dazu: „Mädchen neigen dazu, sich gegen Berufe im technischen Bereich zu entscheiden, weil sie den sozialen Anteil oft unterschätzen und sich die notwendigen Kompetenzen nicht zutrauen. Außerdem haben sie einen hohen Anspruch an die Sinnhaftigkeit ihres Berufes“. Deshalb betont das Spiel die gesellschaftlich relevante Nachhaltigkeit, die das Arbeitsfeld erneuerbare Energien mit sich bringt.

Serena Supergreen für die Berufsorientierung

Serena Supergreen im Unterricht

Im Anschluss an das Spiel erhalten Jugendliche Informationen rund um die Themen des Spiels. Auf der Webseite stehen Lehrkräften Unterrichtsmaterialien zur (geschlechtersensiblen) Berufsorientierung und zu Technik und erneuerbaren Energien zur Verfügung. Die Materialien sind jeweils mit Vermerken gekennzeichnet, für welche Jahrgangsstufe (8-10) sie geeignet sind.

Entwicklung und Auszeichnungen

Bild: the Good Evil GmbH

Serena Supergreen wurde im Projektzeitraum von Mai 2015 bis Juni 2017 entwickelt, getestet und evaluiert. Dabei wurden von Beginn an auch Schülerinnen und Schüler aus zwei Schulen sowie junge Gamer/innen einbezogen. Das Arbeitsmarktgeschehen und die Lehrplananforderungen wurden in die Spielentwicklung einbezogen, um relevante Berufe und Themen im Spiel zu verarbeiten. Zudem wurden typische und interessante Arbeitssituationen und Problemstellungen einiger Ausbildungsberufe analysiert und erhoben, um sie anschließend in das Spiel und die Materialien zur Anschlusskommunikation einzubeziehen.

Seit September 2017 werden in einer zweiten Projektlaufzeit durch das Projektteam die mittelfristigen Effekte des Spiels in Abhängigkeit der didaktischen Einbettung und des konkreten Spielverhaltens untersucht.

Serena Supergreen wurde bereits mit einigen Preisen ausgezeichnet. Darunter sind unter anderem der Pädagogischen Medienpreis 2017 in der Kategorie „Apps für Jugendliche“ sowie der Preis Giga-Maus 2017 in der Kategorie „Kinder ab 10 Jahre“.

Weitere Informationen zum Spiel finden Sie auf dieser Webseite