Trotz aller Unterschiede von Netzwerktypen gibt es gemeinsame Merkmale, die insbesondere für soziale Netzwerke zutreffen:
Netzwerke sind nicht-zentrale, horizontale Verflechtungssysteme, die – gleich einem Spinnennetz – durch viele Verknüpfungen und Verbindungen eine Kombination aus Stabilität und Flexibilität ermöglichen. In modernen Gesellschaften repräsentieren Netzwerke ein multilaterales und multiperspektivisches Steuerungsmodell, das gerade für Akteure aus Weiterbildung, Kultur und sozialen Handlungsfeldern große Potenziale bietet.
„In der sozialwissenschaftlichen Perspektive lassen sich soziale Netzwerke allgemein als ein Geflecht sozialer Beziehungen zwischen Akteuren auffassen. Netzwerke grenzen sich von alltäglich stattfindenden Interaktionen als auch von formalen Organisationen ab. Netzwerke haben den Vorteil, die Möglichkeiten der Ordnungsformen von Markt und Hierarchie miteinander zu verknüpfen.“ (Aderholt 2001, S.4)
Mitglieder bzw. Akteure von Netzwerken können Vertreter von Organisationen und Einrichtungen oder auch einzelne Personen sein. Theoretisch kann Vernetzung mit minimal drei Akteuren beginnen. Allerdings können erst bei einer größeren Anzahl von Beteiligten Potenziale eines Netzwerks, die sich aus dem möglichen Zusammenspiel unterschiedlicher Ressourcen und Perspektiven ergeben, adäquat erschlossen werden. Vorteilhaft ist es, wenn Akteure aus unterschiedlichen Handlungsfeldern vertreten sind, deren Kompetenzen und Ressourcen sich sinnvoll ergänzen.
Beispiel online-UPD@TE
Beim online-UPD@TE Kooperationsteam werden Ressourcen verschiedener Partner genutzt: Ulrich Kolks bekommt im Rahmen der kriminalpolizeilichen Präventionsarbeit ein Arbeitszeitkontingent zur Verfügung gestellt, das er mit Planungs- und Koordinierungsaufgaben für das Netzwerk füllen kann. Die Firma Tobit Software stellt Räumlichkeiten und Catering zur Verfügung, andere Partner stellen ihr Fachwissen in Form von Vorträgen oder Beratung zur Verfügung.
Sehr große und komplexe Netzwerke erfordern in der Regel differenzierte Organisationsformen und professionelle Koordination bzw. Steuerung. Basis für funktionierende Beziehungen im Netzwerk sind Vertrauen, Verlässlichkeit und Freiwilligkeit.
“Der von Praktikern wahrgenommene Nutzen von Netzwerken basiert auf vertrauensvollen Partnerbeziehungen zwischen Personen oder Organisationseinheiten, die ihre Ressourcen z.T. aus eigenen Organisationen ziehen. Eine Erfolg versprechende Kombination und Koordination der eingebrachten Ressourcen ist darauf angewiesen, dass Vertrauenswürdigkeit im Netzwerk permanent mit reproduziert wird.“ (Aderholt 2001, S.8)
Netzwerk-Beziehungen sind personenorientiert. Das bedeutet, dass Gelingen und Wirkung eines Netzwerks wesentlich vom Engagement seiner Akteure abhängen. Dieses muss nicht gleich verteilt sein; häufig sind sogar einzelne Aktivisten treibende Kräfte und zentrale Bezugspunkte. Wichtig ist jedoch, dass solche unterschiedlichen Beteiligungen transparent und von allen akzeptiert sind.




