Auf einen selbst kommt es an: die persönlichen Voraussetzungen

Zum „Networker“ wird man nicht geboren – dennoch erleichtern bestimmte Fähigkeiten und Einstellungen eine erfolgreiche Netzwerk-Arbeit bzw. machen sie überhaupt erst möglich.

Dazu gehören:

  • Team- bzw. Kooperations-Erfahrungen und -Fähigkeiten;

  • Empathie, also die Fähigkeit, sich in andere hineinversetzen und Perspektiven wechseln zu können;

  • Zielorientierung und Motivation (zu wissen, was man selbst im und mit dem Netzwerk erreichen will, und sich dafür auch einzusetzen);

  • Lösungs- statt Problem-Orientierung. Aber auch: Geduld (Networking braucht eben Zeit);

  • Konfliktbereitschaft (verschiedene Sichtweisen müssen unter einen Hut gebracht werden, was oftmals nicht ohne Konflikte abläuft)

  • sowie ein gewisses Maß an „Frustrationstoleranz“, denn nicht alles wird in Netzwerken (gleich) so laufen, wie man sich das wünscht.


Von daher ist eine Selbstbefragung vor oder zu Beginn einer Netzwerk-Beteiligung durchaus nützlich. Diese könnte beinhalten:
Was erwarte oder erhoffe ich von einer Netzwerk-Beteiligung? Wie lässt sich der erwartete Benefit für mich persönlich bzw. für meine Einrichtung beschreiben? Wie kann ich das Erfüllen meiner Erwartungen überprüfen? Was will und kann ich umgekehrt in das Netzwerk einbringen? Welche materiellen, zeitlichen und fachlichen Ressourcen stehen dafür zur Verfügung? Wo gibt es für mich Grenzen der Offenheit und Kooperation? Gibt es Vorbehalte gegenüber den anderen Netzwerk-Beteiligten?

Netzwerke brauchen ein Klima der Partnerschaft und des Vertrauens, in dem ein weitgehendes Gleichgewicht von Geben und Nehmen gelebt wird. Viele Netzwerke scheitern, weil alle erwarten, etwas zu bekommen, aber nur wenige bereit sind, etwas zu geben.
(Harald Payer: Die Kunst des Netzwerkens. In: Stefan Bauer-Wolf 2008, S.43 )

Zu den persönlichen Voraussetzungen gehört auch der Rückhalt in der eigenen Organisation: Welche Ziele und Interessen verfolgt meine Organisation bzw. Einrichtung mit meiner Mitarbeit oder gar Entsendung in ein bestimmtes Netzwerk? Stimmen diese überein mit meinen persönlichen Ambitionen? Welchen Rückhalt, welche Akzeptanz hat meine Netzwerk-Mitarbeit bei den Kollegen und der Leitung bzw. bei meinen Mitarbeiter/innen? Und welche Ressourcen werden mir dafür zur Verfügung gestellt (zeitlich, materiell, organisatorisch)? Wie kann ich Erfahrungen und Ergebnisse aus dem Netzwerk wieder in die Einrichtung einspeisen (z.B. Gespräche, Dokumente, Publikationen, Veranstaltungen etc.)?