Bürgermedien

Bürger machen Medien

Mann vor Kamera im Interview mit Reporterin
Paul-Georg Meister / pixelio.de

Die grundsätzliche Idee der Bürgermedien ist ganz einfach: Bürger/innen haben ein Thema, greifen selbst zu Kamera und Mikrofon, produzieren einen Radio- oder Fernsehbeitrag und  gestalten so ihr eigenes Programm. Kinder, Jugendliche, Studierende, Senioren und viele andere Gruppen haben mit den Bürgermedien eine Plattform für ihre Themen und Geschichten – sie erhalten praktische Einblicke hinter die Kulissen von Medienproduktionen und lernen dabei viel über die Mechanismen der Medienwelt.

Medienkompetenz durch Bürgermedien

Durch diesen handlungsorientierten Ansatz wird es breiten Bevölkerungsschichten ermöglicht, eigene Medienerfahrungen zu machen. Wer einen Radio- oder Fernsehbeitrag oder sogar eine komplette Sendung erstellt, interessiert sich für das Medium an sich und dessen Wirkung. Er/Sie beschäftigt sich mit der Themenfindung und -fokussierung, dem kreativen Umgang mit Sprache und Bildern, der Organisation und Produktion und mit Reaktionen eines Publikums auf die eigenen Meinungsäußerungen. Er/Sie erwirbt Medienkompetenz.

In den Bürgermedien ist eine partizipative, themenzentrierte und produktorientierte aktive Medienarbeit möglich. Denn die Macher/innen können das, was sie beschäftigt, in Beiträgen aufbereiten und öffentlich verbreiten und sind dadurch ein Bestandteil lokaler und regionaler Öffentlichkeit.

Im Landesmediengesetz NRW ist dieses Recht auf Partizipation und aktive Teilhabe an der öffentlichen Meinungsbildung verankert. In Nordrhein-Westfalen sind drei Formen der Bürgermedien vorgesehen: Bürgerfunk, Bürgerfernsehen und Hochschulrundfunk.

Zugang zu Bürgermedien

Beim Bürgerfunk und Bürgerfernsehen gibt es das Prinzip der Zugangsoffenheit. Jeder/Jede soll mitmachen können. Bei den Campus-Radios organisieren und gestalten die Hochschulangehörigen ihr eigenes Programm.

Bürgerfunk gibt es in ganz NRW. Die Sendungen sind über die lokalen Privatradios zu hören. Campusradios senden auf eigenen lokalen UKW-Frequenzen in zahlreichen  Hochschulstädten. Das Programm des Ausbildungs- und Erprobungsfernsehens „nrwision“ wird landesweit im digitalen Kabel verbreitet. Darüber hinaus nutzen viele Bürgermedien auch das Internet als Verbreitungsplattform für ihre Sendungen.

Aus- und Fortbildung in den Bürgermedien

Die bürgermedialen Einrichtungen vermitteln journalistische und gestalterische Grundlagen der Medienproduktion und ermöglichen so den Erwerb von Medienkompetenz für breite Bevölkerungsschichten. Durch die Arbeit bei den Bürgermedien können die Bürger verschiedene Zusatzqualifikationen erwerben. So können sie sich zum Beispiel als Medientrainer/in ausbilden lassen, um anderen Nutzer/innen das Radio- und Fernsehmachen beizubringen.