Bestehende Angebote

Medienkompetenzförderung findet seinen Platz im Rahmen verschiedener Handlungsfelder. Es existieren bereits viele Angebote für die Arbeit mit unterschiedlichen Zielgruppen, z. B. für Kita, Grundschule, weiterführende Schulen und die offene Jugendarbeit. Es lohnt sich daher, auf den Internetseiten der landesweiten Initiativen vorbeizuschauen und sich einen ersten Eindruck zu verschaffen, oder dort womöglich bereits ganz konkrete Materialien und Konzepte für die spätere Arbeit zusammenzustellen.

Logo der Medienkompetenz-Kitas NRW

Da bereits Vorschulkinder in Medienwelten aufwachsen, sollten auch Kita und Co sich diesem Thema annehmen. Dafür bietet z. B. das Modellprojekt „Medienkompetenz-Kitas NRW“ der LfM auf seiner Homepage und in Form eines Newsletters (dem MekoKitaService) Einrichtungsträgern, Kitas und Erzieher/innen medienpädagogische Informationen und Ideen zur eigenen Konzeption und Umsetzung. Hier braucht medienpädagogisches Arbeiten keine umfangreiche und teure Technik, deren Einsatz ja auch erst gelernt werden will. Genauso hilfreich und viel niedrigschwelliger wäre es z. B. am Anfang der Woche nachzufragen, was die Kinder am Wochenende gesehen und gespielt haben, welche Medien sie genutzt und welche Sendungen sie gerne angeschaut haben. Schon solche einfachen Methoden können tiefe Einblicke in die kindliche Lebensrealität ermöglichen. Darauf aufbauend könnte ein Fotoprojekt, bei dem die Kinder die Fotos selbst machen und womöglich am Smartphone, Tablet oder PC bearbeiten, sich z. B. dem Thema „Helden im meinem Umfeld“ widmen.

Logo des Medienpass NRW

Nicht erst seit dem Ausbau der Ganztagsbetreuung kommen auf Schulen immer mehr erzieherische Aufgaben zu. Der Einsatz und die Thematisierung von Medien sind längst an vielen Stellen in den Lehrplänen verankert. Die Initiative „Medienpass NRW“ setzt an diesen Stellen an und bietet eine Vielzahl an Materialien für das medienpädagogische Arbeiten an Grundschulen und weiterführenden Schulen. Ziel ist es, Medienkompetenz im Schulalltag zu verankern und die Vernetzung zwischen Schulen und außerschulischen Angeboten zu stärken. Eine komplette Umsetzung des Medienpass' erfordert die langfristige Mitarbeit von Kollegium und Schulleitung. Ein einfacher Einstieg in die Arbeit mit dem Pass kann aber auch darin bestehen, sich nach und nach Schwerpunkte aus dem großen Angebot an Materialien herauszusuchen – z. B. aus den Bereichen Werbung oder Computerspiele – sie im eigenen Unterricht auszuprobieren und im Kollegium die Ergebnisse zu präsentieren.

Logo des Wettbewerbs Mobile Clip Festival

In der offenen Kinder- und Jugendarbeit (oder auch im Rahmen der Nachmittagsbetreuung an Schulen) gibt es häufig den nötigen Freiraum für Projektarbeit. Die Beteiligten können sich selbst einbringen und die Ziele eines Projekts in der Gruppe abstimmen. Das passiert zum Beispiel dann, wenn Jugendliche in aktiver Medienarbeit eigene Themen bearbeiten und in Form von Foto-, Radio- oder Videobeiträgen veröffentlichen. Anregungen für den Einsatz von einfachen und kostenfreien bzw. günstigen Programmen bietet z. B. die Initiative Netzcheckers in ihren Workshops. Der Wettbewerb „mobile clip festival“ (ehemals „Ohrenblick mal!“) zeigt jedes Jahr erneut auf, wie wichtige Themen mit einfachen Mitteln umgesetzt werden können.  

Logo der Medienscouts NRW

Immer mehr hat sich die Ansicht durchgesetzt, Jugendlichen, die durch ihr Aufwachsen mit Medien quasi einen Wissensvorsprung vor den Erwachsenen haben, einen Expert/innen-Status zuzugestehen, wenn es um Fragen zu Internet, Computerspielen, Handy und Co geht. Aus dieser Perspektive heraus betrachtet, ist die Einbeziehung von Peer-to-Peer-Ansätzen in formellen (Schule) und informellen (freie Jugendarbeit) Lernkontexten eine große Chance zur Förderung von Medienkompetenz. Passend dazu führt die LfM landesweit das Projekt „Medienscouts NRW“ durch. Schüler/innen der Sekundarstufe I werden im Schulkontext zu sogenannten „Medienscouts“ ausgebildet, die ihre Mitschüler/innen unterstützen oder Eltern informieren. Vergleichbare Ansätze können in der freien Jugendarbeit verfolgt werden. Etwa indem ältere Besucher eines Jugendzentrums regelmäßig Privatsphäre-Checks für Facebook und Co anbieten.

Logo der Initiative Eltern+Medien

Auch Familien brauchen Unterstützung beim Umgang mit Medien. Schließlich werden hier die ersten Erfahrungen mit Fernsehen, Internet und Co gemacht. Die Initiative Eltern+Medien unterstützt Kindertagesstätten, Schulen und Familienzentren, aber auch Elternvereine und andere Initiativen bei der Planung und Organisation von medienpädagogischen Elternabenden, die für die Einrichtungen kostenfrei sind.

Natürlich existieren auch für weitere Felder der Erwachsenenbildung, für die interkulturelle oder inklusive Medienarbeit viele beispielhafte Initiativen und empfehlenswerte Anlaufstellen. In der Rubrik Handlungsfelder findet sich dazu eine entsprechende Auswahl.