Fachkompetenz und Fortbildung

Besonders die Umsetzung von Medienkompetenz-Projekten (z. B. in Form einer Projektwoche) erfordert Fachwissen – z. B. über jugendspezifische Kommunikationsformen oder den praktischen Einsatz von Kamera, Mikrofon und Co. Da viele pädagogisch Tätige eher zu den „digital immigrants“, also zu den Zugewanderten in digitale Welten zählen, während Kinder und Jugendliche heute als „digital natives“ mit digitalen Medien aufwachsen, empfiehlt es sich, Fachkompetenz ins Haus zu holen. Mit der Initiative Eltern+Medien der LfM und der AJS NRW wurden bereits zwei Angebote benannt, über die auch externe Referent/innen angefragt werden können.

Für Einrichtungen der Jugendhilfe bieten das Projekt Gecheckt! des Computerprojekt Köln e.V. und das M-Team der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) kostengünstige und praktisch veranlagte Projekte zur Medienkompetenzvermittlung. Beide werden gesondert gefördert und sind mit geringen Zusatzkosten verbunden.

Mann vor Kamera im Interview mit Reporterin
Paul-Georg Meister / pixelio.de

Viele Angebote für praktische Medienarbeit und -produktion sind in NRW unter dem Begriff "Bürgermedien" zusammengefasst. Hier kann jeder lernen, wie Beiträge für Fernsehen, Radio und Internet gemacht werden und eigene Themen in die Öffentlichkeit bringen. Das Selbermachen steht im Mittelpunkt. Für die Qualifizierung von interessierten Bürger/innen oder Jugendgruppen stellt die LfM Fördermittel zur Verfügung und vermittelt Referent/innen.

Nicht immer wird es möglich sein, Referent/innen kostenfrei über eine Initiative vermittelt zu bekommen. Um das eigene Budget nicht übermäßig zu strapazieren, lohnt die Suche nach alternativen Finanzierungsangeboten. In der Rubrik „Projekt-Finanzierung“ werden dazu viele Anlaufstellen und Strategien aufgezeigt.

Es gibt reichlich Angebote für Fachkräfte, die nach beruflicher Fortbildung suchen, um als Multiplikator/in medienpädagogische Projekte umzusetzen oder die Fachkompetenz in der eigenen Einrichtung zu stärken. Konkrete Bildungsangebote werden von verschiedenen Institutionen in NRW bereitgestellt. Die Bandbreite reicht von der Fachtagung zu einem Schwerpunktthema (z. B. Cybermobbing) bis zu berufsbegleitenden Ausbildungen, die durch ein Zertifikat bescheinigt werden.

Durch die Vielzahl praxisnaher Materialien, die von medienpädagogischen Initiativen bereitgestellt werden, lassen sich Angebote zur Medienkompetenzförderung realisieren, sogar ohne eine Fortbildung besucht zu haben. Die EU-Initiative klicksafe bietet für den Einsatz in der Jugendarbeit und im Unterricht einen großen Fundus an Materialien (Arbeitsblätter, Filme etc.), mit deren Hilfe nach kurzer Einarbeitungszeit Schulungen zu diversen Medienthemen durchgeführt werden können. Der Medienpass NRW bündelt eine noch größere Zahl an Materialien und Methoden, die den Einstieg erleichtern. Für den Bereich der mobilen Medien bietet Handysektor Lerneinheiten, Erklärvideos und Grafiken.

Niemand sollte von sich selbst eine alle Medien umfassende Kompetenz erwarten oder sich von der Vielzahl an Themen abschrecken lassen. Durch kleine Schritte, die auf der eigenen Neugierde aufbauen und Anknüpfungspunkte zur bisherigen Arbeit bieten, findet jede/r Interessierte eine Nische, in der medienpädagogische Angebote sinnvoll und spannend umgesetzt und ausgebaut werden können.