Motive für die Netzwerk-Arbeit

Warum mitmachen?

Genauso wie die Beteiligten können auch die Motive für eine Netzwerk-Mitarbeit oder gar -Initiierung sehr vielfältig sein. Sie richten sich zumeist auf die – erhofften – Potenziale des Networking.

Das beginnt beim Erfahrungs- und Informationsaustausch, der gerade für Mitarbeiter/innen aus kleineren Einrichtungen mit wenigen Beschäftigten, zeitlich befristeten Projekten oder freiberuflichen „Einzelkämpfern“ eine große Rolle spielt:

  • Der Zusammenschluss von personellen, materiellen und kommunikativen Ressourcen (z. B. Räume, Technik, Finanzen, Kontakte, Kompetenzen) erweitert für die einzelnen Akteure die Handlungsspielräume und ermöglicht neue und größere gemeinsame (Netzwerk-)Angebote und Leistungen (Veranstaltungen, Publikationen, öffentliche Aktionen, Service-Leistungen), durch die auch die einzelnen Beteiligten größere Befriedigung und Anerkennung erfahren können.
  • Die Erweiterung des beruflichen und persönlichen Erfahrungshorizontes kann zudem auch neue Chancen für die berufliche Weiterentwicklung mit sich bringen. Es gibt Netzwerke (wie etwa XING), die in erster Linie der Kontaktaufnahme für die eigene Karriereplanung dienen.
  • Schließlich kann Netzwerk-Arbeit auch einfach gut tun und Spaß machen, wenn man zwanglos neue Ideen kreieren, gemeinsame Ziele verfolgen, sich in einer angenehmen Atmosphäre treffen und neue Vorstellungen und neue Leute kennen lernen kann. Dieser „Wohlfühl-Faktor“, die emotionalen Bindungen sind enorm wichtig für die Bereitschaft, sich in ein Netzwerk einzubringen und dabei zu bleiben.

Zusammengefasst müssen Netzwerke also für die Beteiligten auf fachlicher, materieller, organisatorischer, kommunikativer und/oder emotionaler Ebene spürbare Mehrwerte erbringen, wenn sie zur – vor allem anhaltenden und engagierten – Mitarbeit motivieren sollen.

Gründe und Hintergründe

Obwohl Netzwerke bereits eine längere Tradition besitzen, ist es kein Zufall, dass sie gerade in jüngster Zeit eine solche Konjunktur haben. Gründe dafür sind:

  • komplexere Aufgaben und Umfeldbedingungen (nicht zuletzt im Bereich der Medienkompetenz-Vermittlung)
  • zunehmende Unsicherheit bei der Definition von Wertvorstellungen (im Bereich der Medienkompetenz z. B. die Schwierigkeit von Eltern, für ihre Medienerziehung ein Leitbild zu entwickeln und auch durchzusetzen)
  • labile Beschäftigungsverhältnisse – gerade von Medienpädagogen, die häufig nur befristete Projektverträge haben oder sich als Freiberufler behaupten müssen
  • neue Möglichkeiten einer vernetzten Medien-Kommunikation
  • größeres Streben nach Unabhängigkeit und individueller Selbstbestimmung

Solche und weitere Faktoren führen zu Verständigungsbedarf und zur Suche nach neuen Formen sozialer Kommunikation und Organisation, die einerseits sozialen und emotionalen Rückhalt ermöglichen, zum anderen die individuellen Gestaltungsräume möglichst wenig einschränken.