Antragsverfahren

Die konkrete Ausgestaltung eines Antrags richtet sich nicht nur nach der Höhe des Fördervolumens, sondern auch nach den Fördergrundsätzen und -zielen der jeweiligen Geldgeber/innen. Das Spektrum reicht von der Einreichung eines formlosen Förderantrages über ein vereinfachtes Antragsverfahren für Kleinprojekte bis hin zu EU-Projekten mit einem zweistufigen und damit sehr zeitaufwändigen Bewerbungsverfahren.

Formen und Stufen der Antragsstellung

Beispielsweise verzichtet die Gemeinnützige Hertie-Stiftung zugunsten unbürokratischer Mittelvergabe auf Antragsformulare, d. h. zur Antragstellung genügt eine formlose schriftliche Projektskizze mit Angaben zum Antragsteller, zu den Projektzielen und -inhalten, zur Modellhaftigkeit des Projekts und zur Finanzierung. Dabei ist es nicht unüblich, die Förderungswürdigkeit des Projektes durch projektunabhängige Expert/innen bestätigen zu lassen.

Für Anträge auf Bundes- und EU-Ebene ist in der Regel ein zweistufiges Bewerbungsverfahren vorgesehen. In der ersten Stufe werden die eingereichten Interessenbekundungen (z. B. 3- bis 5-seitige Projektskizze oder auch ausführlicher) unter Hinzuziehung unabhängiger Fachgutachter/innen geprüft und bewertet. Wenn das Projekt mit den Förderzielen der Geldgeber/innen übereinstimmt, werden in der zweiten Stufe die ausgewählten Projektträger aufgefordert, einen Förderantrag zu stellen.

Beratungen im Vorfeld

Viele Geldgeber/innen lassen auch die Möglichkeit einer Voranfrage zu, in der geklärt werden kann, ob ein Projekt den Anforderungen der Förderrichtlinien entspricht oder nicht. Diese Beratungsgespräche können auch verpflichtend sein.

Faktor Zeit

Generell gilt für Antragsverfahren, dass der Faktor Zeit nicht unterschätzt werden sollte. Dies gilt sowohl für Antragsfristen, die unbedingt einzuhalten sind, als auch für den Zeitraum vom Eingang des vollständigen Antrags bis zur Entscheidung über die Vergabe der Mittel, der von wenigen Wochen bis zu mehreren Monaten reichen kann. Damit hat das Antragsverfahren auch direkte Konsequenzen für den Beginn des Projekts selbst. In der Regel sind bereits begonnene Projekte nicht förderfähig und werden nur in begründeten Ausnahmefällen akzeptiert. Für Projekte, deren Beginn zwischen Antragstellung und vor einer Bewilligung liegen, gilt, dass sie auf eigenes Risiko begonnen werden.