Aktiv werden: Was können Nutzer tun?

Gerade für Jugendliche und junge Erwachsene ist das Internet ein wichtiger, umfassender Lebensraum. Darum ist hier – genau wie offline – Zivilcourage gefragt. Es liegt auch in der Verantwortung der Nutzer, der digitalen Bürger, dafür zu sorgen, dass nicht eine lautstarke Minderheit das Klima dieses Lebensraums mit Rassismus, Sexismus und Hetze vergiftet. Um sich den Hassreden im Netz entgegenstellen zu können, sind auch Eltern und pädagogische Fachkräfte in ihrer Vorbildrolle gefragt. Sie können den Umgang mit Hate Speech mit ihren Kindern besprechen bzw. in ihrer pädagogischen Arbeit zum Thema machen.

Denn Hate Speech muss man nicht hilflos gegenüberstehen. Folgende Handlungsmöglichkeiten gibt es: 

Aktiv Position beziehen.

Nutzer von sozialen Medien können für ein weltoffenes und respektvolles Miteinander plädieren. Sie können Verfasser von Hass-Beiträgen darauf hinweisen, dass man ihre Beiträge als rassistisch empfindet. Sie können sich informieren und argumentieren, mit Worten Widerstand betreiben.

Grenzen setzen.

Wer selbst eine Seite betreibt, kann Beleidigungen und Bedrohungen als Moderator löschen. In sozialen Netzwerken können Verfasser von Hassbeiträgen geblockt oder aus der Freundesliste entfernt werden. Desweiteren können Hasskommentare beim Betreiber der Seite gemeldet werden, damit diese gelöscht werden. In diesem Fall sind Screenshots als Beweise nützlich.

Straftaten anzeigen.

Aussagen, die volksverhetzend sind oder zu Gewalt aufrufen, sind gesetzlich verboten und können bei der Polizei angezeigt werden. Unter www.polizei.nrw.de sind auch die Onlinewachen der meisten anderen Bundesländer verlinkt.

Kritisch sein.

Hate Speech ist manchmal schwer zu erkennen. So werden teils bewusst falsche Aussagen oder als Ironie verpackte Hassbotschaften verbreitet. Vor allem rechtsextreme Gruppen benutzen soziale Medien, um menschenfeindliche Inhalte zu verbreiten. Hier gilt es besonders, Quellen und Profile zu prüfen.

Auf Selbstschutz achten.

Gerade junge Nutzer sollten bei allem Engagement auf ihre eigene Sicherheit achten, etwa, indem sie ihre persönlichen Daten wie Adresse oder Telefonnummer schützen. Blocken und Löschen von Hatern hilft oft, wer aber unsicher ist oder selbst angefeindet wird, sollte sich in jedem Fall Unterstützung von Freunden, Eltern oder anderen vertrauten Personen holen.