Dossier Informationskompetenz

Figuren sitzen im Kreis
Fotografie von Fritjof Wild – serviervorschlag.de

Innerhalb von nur einer Minute werden gegenwärtig weltweit 2,6 Millionen Suchanfragen an Google gestellt, 138 Millionen E-Mails versendet, 571 neue Webseiten online gestellt, 433 000 „Tweets“ bei Twitter gepostet und allein innerhalb des sozialen Netzwerks Facebook 293 000 Status-Updates veröffentlicht, 1,8 Millionen „Likes“ vergeben und über 350 Gigabyte Daten übertragen. Diese Zahlen des Onlineanbieters Qmee.com veranschaulichen die nur schwer vorstellbaren und nahezu unbegrenzten Mengen an Daten und Informationen, die heutzutage über das Internet abgewickelt und zur Verfügung gestellt werden.

Suchmaschinen, Wikis und Co.

Suchmaschinen wie Google, Bing oder Yahoo sind für den Internetnutzer das Tor zu diesen Informationen, das Tor zum Wissen der Welt. Sie beantworten „gefühlt“ jede Frage in Sekunden. Als Reaktion auf eine Suchanfrage filtern sie die Informationen auf der Basis von Algorithmen, die die jeweiligen Anbieter definieren und die zu ihren bestgehüteten Geschäftsgeheimnissen gehören. Über 90 Prozent der Nutzer in Deutschland verwenden Google als Suchmaschine und die Mehrzahl ist mit den ersten zehn Nennungen der Ergebnisliste zufrieden. 

Doch sind die ersten Suchergebnisse wirklich immer die relevanten? Welche persönlichen Daten gebe ich im Netz unwissend an Dritte weiter? Welche Möglichkeiten bestehen, um die Glaubwürdigkeit von Informationen zu prüfen? Sind Vergleichsportale wirklich unabhängig?

Suchtipps für den Alltag

Eine einfache, alltägliche Suchanfrage mag und soll auch ohne großes Hintergrundwissen oder wissenschaftliche Suchstrategien funktionieren. Gleichzeitig gilt aber auch: ein Algorithmus kann uns das eigenständige Denken und die kritische Überprüfung nicht abnehmen. Wer „googelt“, bekommt zwar schnelle Antworten, aber Informationen kompetent zu recherchieren und zu bewerten, erfordert mehr. Kompetent Suchende müssen also effektive Strategien beherrschen und über die Hintergründe und mögliche Interessen der Anbieter informiert sein, um den Wahrheitsgehalt, die Relevanz und die Glaubwürdigkeit von Informationen besser einschätzen zu können.

Diese Sammlung bietet einen Einstieg in das Thema Informationskompetenz. Sie gibt Tipps zu richtiger Recherche und Bewertung von Informationen, außerdem einen Ausblick zur Informationsweitergabe über Soziale Netzwerke, Wikis, Weblogs und Foren sowie einen Blick auf damit zusammenhängende Risiken und Gefahren
Im Bereich Workshop finden sich zudem Materialien für einen Informationskompetenz-Workshop, um Interessierte zum Thema "Informationskompetenz im Netz" zu qualifizieren und Wissen zu vermitteln. Dozenten erhalten ein modular ausgearbeitetes Paket, das ihnen erlaubt, solche Kurse mit möglichst wenig Aufwand erfolgreich durchzuführen.