Dossier Medien- und Sprachbildung in Kindertagesstätten

Kinder
© LfM/LaKI

Der prägende Einfluss von Medien beginnt bereits in der Kindheit. Schon im Kindergartenalter sind sie eine wichtige Quelle für Information, Unterhaltung und Bildung. Um die vielfältigen Medienerlebnisse und -erfahrungen auch gut zu verarbeiten, brauchen die Kinder Unterstützung und Begleitung von Erwachsenen. So ist auch die Vermittlung von Medienkompetenz in der Kita eine wichtige und übergreifende Bildungsaufgabe.

Sprachbildung ist nötig

Eine zentrale pädagogische Aufgabe ist die Sprachbildung. So definiert auch das Kinderbildungsgesetz (KiBiz) in Nordrhein-Westfalen die Unterstützung der Sprachentwicklung des Kindes als eine zentrale Bildungsaufgabe. Besonders die Mehrsprachigkeit von Kindern soll anerkannt und gestärkt werden. Die sogenannte „alltagsintegrierte Sprachbildung“ setzt unmittelbar an der Lebenswelt und an den individuellen Interessen der Kinder an und gehört als fester Bestandteil zum pädagogischen Alltag in Kindertageseinrichtungen.

Medien treffen Sprachbildung

Kind mit Tablet
© LfM/LaKI

Ein interessanter Ansatz ist nun, die Aufträge Sprachbildung und Medienpädagogik miteinander zu verknüpfen. Schließlich können Medien auf unterschiedliche Weise zur sprachlichen Bildung beitragen, da sie Kinder faszinieren und zahlreiche Anlässe zur Kommunikation schaffen. Dies gelingt jedoch nur, wenn sie aktiv und gezielt dafür eingesetzt werden. Eine Kooperation der Landesweiten Koordinierungsstelle der Kommunalen Integrationszentren (LaKI) und der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) setzt an dieser Stelle an.

Eine vorteilhafte Verbindung

 Durch die Kombination von Medienbildung mit Sprachbildung entsteht eine Vielzahl von Vorteilen, die unter anderem das Lernen vereinfachen, die Motivation stärken und auch Eltern und Erzieher/innen einbeziehen:

  • Medienbildung hat zum Ziel, die Handlungskompetenz sowie die kommunikative Kompetenz von Kindern zu fördern. Letzteres schließt die sprachliche Bildung mit ein oder setzt diese sogar voraus.
  • Fragen zur Medienerziehung sind sowohl für Eltern als auch Erzieher/innen interessant und wirken auch für die Sprachbildung der Kinder stärker motivierend als andere Themen, wie etwa Gesundheit oder Verkehrserziehung.
  • Medien können eine heterogene Elternschaft verbinden, unabhängig von Bildung und Herkunft.
  • Kinder sind fasziniert von Medien und ihren Inhalten. Die Auseinandersetzung mit ihnen bietet zahlreiche sprachförderliche Anlässe.
  • Medien integrieren auch Bilder, Töne und Geräusche. Gerade für Kinder, die in der deutschen Sprache noch nicht sicher sind, kann das stärkend und unterstützend wirken.
  • Durch Handlung entdeckt das Kind die Welt und tritt mit ihr in Interaktion: Die über Wahrnehmung und Handlung gewonnenen Erfahrungen können erst mit Hilfe von Sprache begriffen werden.
  • Ohne fundierte Sprachkenntnisse können mediale Möglichkeiten nur eingeschränkt erfahren werden.

Eine Idee – zwei Zielgruppen

Um sowohl zuhause als auch in der Kita aufeinander abgestimmt wirken zu können, werden Erzieher/innen und Eltern einbezogen. Zusammen bilden sie eine Bildungs- und Erziehungspartnerschaft. Für diese verantwortungsvolle Aufgabe wurden zwei parallele Publikationen erstellt – ein Hauptwerk für die Arbeit in den Kitas einerseits und ein Begleitheft, mit dem die Eltern arbeiten können. Klar strukturiert und verständlich aufbereitet, bieten sie grundlegende Informationen zur Medienerziehung und Sprachbildung genauso wie praktische Übungen für die Kindertageseinrichtung und die Familie.

Etabliertes Programm als Basis

Logo des Projekts "Rucksack KiTa"

Grundlage für die Publikationen ist das bereits mit vielfältigen anderen Themen etablierte mehrsprachige Programm „Rucksack KiTa“, das sprachliche Bildung mit einem Konzept zur Zusammenarbeit mit Eltern verknüpft. Speziell für die entwicklungsfördernde Sprach- und Medienarbeit mit ca. vier- bis sechsjährigen Kindern wurden passende Materialien und Übungen erstellt. Diese können auch losgelöst vom „Rucksack KiTa“-Programm in der Kita oder, in ebenfalls angepasster Form, zu Hause von Eltern genutzt werden.

Transfer zur Flüchtlingsarbeit

Eine weitere, aktuelle Einsatzmöglichkeit ist eine ältere Zielgruppe: Auch in der Flüchtlingsarbeit mit jugendlichen oder erwachsenen Migranten bietet sich die Verbindung von Medien- und Sprachbildung an – so eignen sich beispielsweise Radioprojekte aber auch multimediale Websites sehr gut zur Förderung der Sprache mittels Medieneinsatz.