Sprachbildung und Medienpädagogik

Bedingungen des Spracherwerbs

Zwei- oder mehrsprachig aufwachsende Kinder erwerben in der Regel zuerst ihre Familiensprache(n), Deutsch ist oft die zweite Sprache, die sie erlernen. Innerhalb der ersten Lebensjahre lernen sie in ihrer Familiensprache den grundlegenden Wortschatz, die grundlegenden grammatikalischen Strukturen und die ersten sprachlichen Handlungsmöglichkeiten.

Der Erwerb der deutschen Sprache hingegen verläuft bei Kindern mit Deutsch als Zweitsprache (DaZ) sehr unterschiedlich und oft eher zufällig. Folgende Faktoren können ihn beeinflussen:

  • die Bildungserfahrungen der Eltern
  • der Deutschgebrauch durch ältere Geschwister
  • deutsche Fernsehsendungen
  • zwischenmenschliche Kontakte

Alltagsintegrierte Aktivitäten

Junge mit Tablet, Bücher, Stifte
© LfM/LaKI

Hier setzt das Konzept der alltagsintegrierten Sprachbildung an. Sie orientiert sich an der Lebenswelt der Kinder, ist Bestandteil des pädagogischen Alltags der Kita und bezieht auch die Medienwelt mit ein. 

Schließlich müssen Kinder ihre vielfältigen Medienerlebnisse und Medienerfahrungen verarbeiten. Sie erzählen von der am Vortag gesehenen Zeichentricksendung und spielen die Erlebnisse in der Kita nach. Oder sie entwickeln eigene Geschichten zu ihren Medienlieblingen und lassen ihrer Kreativität freien Lauf. Dadurch entstehen zahlreiche Sprachanlässe, die beste Ansatzpunkte für eine Medienerziehung bieten, die die kommunikative Kompetenz der Kinder berücksichtigt und weiterentwickelt.

TV und Sprachbildung

Können Vorschulsendungen Kinder (mit und ohne Migrationshintergrund) beim Spracherwerb fördern? Ja, sie können – so das Ergebnis einer Studie des Zentralinstituts für das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI).

Getestet wurde, wie Kinder durch das Anschauen besonders gestalteter Beiträge ihre sprachliche Kompetenz verbessern können. Das passiert vor allem dann, wenn Kinder nicht nur passiv konsumieren, sondern aktiv am Programm teilhaben. Untersucht wurden die Vorschulformate JoNaLu, Die Sendung mit dem Elefanten, Sesamstraße und KiKANiNCHEN.

Der Spracherwerb wird vor allem durch eine teilnehmende Auseinandersetzung der Kinder mit dem Programm gefördert. Deshalb werden Kinder in den genannten Sendungen häufig zum Mitmachen eingeladen. Unterstützend werden oft auch die Eltern einbezogen: So gibt es etwa bei der „Sendung mit dem Elefanten“ einen „Elternticker“, der während der Sendung am unteren Bildrand konkrete Tipps gibt, worauf Eltern ihre Kinder gerade ansprechen können.

Tablets und Apps

Auch Tablets werden bei Kindern immer beliebter, aufgrund ihrer leichten Bedienbarkeit, der multimedialen Funktionen und vielfältigen Möglichkeiten, selbst zu agieren und zu  kommunizieren.

Speziell für die Sprachbildung bieten sich unter anderem digitale Lesemedien, wie z. B. Bilderbuch-Apps an. So empfiehlt etwa die Stiftung Lesen für Kleinkinder ab zwei Jahren Kinderbuch-Apps und interaktive Geschichten, die jedoch immer in Begleitung Erwachsener und dosiert erschlossen werden sollen. Für Vor- und Grundschulkinder eignen sich vor allem interaktive Geschichten-Apps, Lern-Apps oder Mischformen aus Lesen und Spielen. Diese Apps motivieren auch Lesemuffel zur Auseinandersetzung mit Geschichten.

Ein Screencast der Stiftung Lesen in Kooperation mit der Landesanstalt für Medien NRW und der LaKI zeigt, wie das interaktive Bilderbuch zur Sprachbildung in der Kita eingesetzt werden kann. Er gibt Tipps zur Verwendung der App, erläutert ihre Funktionen und gibt Anregung für mögliche Anschlussaktionen und Gespräche mit den Kindern: