Rund um persönliche Daten

Welche Risiken gibt es?

Das wichtige Schlagwort ist hier „informationelle Selbstbestimmung“. Stets die Kontrolle über die eigenen Daten zu bewahren ist ein Gut, dass auch und besonders bei jungen Nutzern geschützt gehört. Problematisch ist etwa das Sammeln von Daten über die Interessen und Nutzungsgewohnheiten, meist ohne Kenntnis des Nutzers. Dafür verwenden Anbieter zum Beispiel Cookies, kleine Dateien, die auf dem Computer des Nutzers gespeichert werden und die dafür genutzt werden können, personalisierte Werbung zu erstellen und auszuliefern. Besonders wenn Kinder und Eltern ein Endgerät gemeinsam verwenden, kann es zu einer Vermengung der Nutzerdaten kommen – mit dem Resultat, dass die Werbung auch Nicht-Kindgerechtes enthält. Auch gibt es Fälle, bei denen zur Eingabe personenbezogener Daten der Kinder aufgefordert wurde, ohne nach der elterlichen Erlaubnis zu fragen.

Was gilt es bei Apps zu beachten?

Gerade bei Apps auf mobilen Endgeräten entstehen weitere Problemfelder. Beispielsweise gibt es Apps, die vor der Installation den Zugriff auf bestimmte Informationen wie persönliche Daten oder eine Standortbestimmung verlangen. Vor allem kostenlose Apps fordern sehr umfangreiche Berechtigungen. Die dadurch erlangten Informationen können auch dafür genutzt werden, ein Profil für personalisierte Werbung zu entwickeln oder – bei Zugriff auf das Adressbuch – Werbung an andere zu verschicken.

Daneben gibt es weitere Stolpersteine bei Apps: Oftmals enthalten sie Werbeeinblendungen, mit denen junge Nutzer oft verleitet werden, durch Antippen beispielsweise ein Abo abzuschließen oder eine kostenpflichtige SMS zu verschicken.
Auch ist bei vielen Apps und Spielen die kostenlose Version nur ein „Appetitanreger“. Sie können erst dann richtig genutzt werden, wenn kostenpflichtige Zusatzfunktionen gekauft werden. Diese Käufe innerhalb einer App werden In-App-Käufe genannt.

Was können Medienpädagogen und Anbieter tun?

Auf Seite der Medienpädagogik könnte in diesem Zusammenhang über die Möglichkeiten und Vorteile von eigenen Accounts für Kinder aufgeklärt werden.

Auf Anbieterseite sollte hingegen im Rahmen der Werbeselbstkontrolle erwogen werden, ob grundsätzlich auf eine Profilierung von sehr jungen Konsumenten verzichtet werden sollte. Auch die Nutzung von Anreizen zur Dateneingabe könnte auf den Prüfstand gestellt werden.

Allgemeine Tipps für Eltern

In Richtung der Eltern lassen sich ebenfalls einige Ratschläge rund um die Datensicherheit geben. Sie können:

  • mit ihrem Kind vereinbaren, im Netz so wenig persönliche Daten wie möglich herauszugeben. Vor allem mit Namen, Postadresse, Geburtsdatum, Telefonnummer und E-Mail-Adresse sollte sparsam umgegangen werden.
  •  bei gemeinsamer Nutzung von Geräten für das Kind einen eigenen Zugang mit entsprechenden Sicherheitseinstellungen einrichten.
  • auch für die eigene Verwendung eine zusätzliche E-Mail-Adresse anlegen, die etwa für die Teilnahme an Gewinnspielen oder Verlosungen verwendet werden kann.

Tipps für Eltern rund um Apps

 Speziell rund um Apps können Eltern weitere Ratschläge rund um die Datensicherheit beherzigen:

  • Apps gemeinsam mit den Kindern auswählen, dabei werbefreie Apps bevorzugen und bei der Installation auf die App-Berechtigungen achten.
  • Wenn eine App (Eigen-)Werbung enthält, sollte diese klar vom Inhalt getrennt sein, so dass auch Kinder den Unterschied erkennen können.
  • Vorsicht vor versehentlichen In-App-Käufen. Bei Android-Geräten können diese mit einem Passwort versehen werden, iOS-Geräte erlauben die Deaktivierung dieser Käufe.