Werbung als Nutzungshindernis

Welche Risiken gibt es?

Eines der von den Wissenschaftlern definierten Problemfelder nennen sie „Gewährleistung von Handlungsautonomie“. Das bedeutet: Ist gesichert, dass Kinder bei der Wahrnehmung und Verarbeitung von Werbung stets selbstbestimmt agieren können, oder werden sie in ihrer Onlinenutzung eingeschränkt? Probleme lassen sich hier vor allem mit Blick auf Werbeformen erkennen, die besonders aufdringlich sind, wie etwa Pre-Rolls, oder Formen, bei denen sich Werbung vor das Angebot schiebt und das Kind keine Möglichkeit findet, diese einfach zu schließen. Dies kann beim jungen Nutzer ein Gefühl der Fremdbestimmung und Ohnmacht auslösen. Einen weiteren Problembereich stellt Werbung mit inhaltlicher Ähnlichkeit zur Webseite dar, sowie Werbung, die nicht eindeutig gekennzeichnet ist.

Was können Medienpädagogen und Anbieter tun?

Ein Auftrag an die Medienpädagogik ist, neben der Information über Werbeformen und den Umgang mit ihnen, vor allem die ganz grundsätzliche Vermittlung der kommerziellen Absicht von Webseiten. Kinder müssen oft erst erkennen lernen, dass ihnen etwas verkauft werden soll, oder dass jemand Interesse an ihren Daten hat.

In Richtung der Anbieter von Werbung gehen verschiedene Anforderungen. Diese sollten:

  • die Kennzeichnung und Platzierung von Werbung an die jeweilige Altersgruppe anpassen und vereinheitlichen.
  • werbegestalterische Ähnlichkeiten zu Webseiteninhalten vor allem auf Kinderseiten vermeiden.
  • auf eine zu starke Anreiznutzung bei Werbung, die sich an Kinder richtet, verzichten.
  • sich bei Kinderseiten auf wenige Werbeformate beschränken.