Mediennutzung von Kindern

Elektronische Medien üben auf Kinder eine besondere Faszination aus. Kinder haben in der Regel einen natürlichen und unverkrampften Zugang zu Medien, den es positiv zu nutzen gilt. Sowohl Chance als auch Risiken von Medien für Kindern gilt es in der Ausbildung in Fachschulen des Sozialwesens als auch in der Arbeit mit Kindern, Eltern und Lehrkräften zu betonen. 

Bezüge aus den Bildungsgrundsätzen für Kinder von 0 bis 10 Jahren

Medienerlebnisse aufzugreifen und den Kindern hierfür Verarbeitungsmöglichkeiten anzubieten ist in Anbetracht der Vielzahl von medialen Eindrücken eine wichtige pädagogische Aufgabe. Eine Pädagogik, die sich stark an der kindlichen Lebenswelt orientiert und dementsprechend situationsorientiert arbeitet, hat die Aufgabe, sich allen Einflussfaktoren der sich ständig verändernden Lebenswelt von Kindern inhaltlich anzunehmen und Kinder bei dieser Entwicklungsaufgabe zu unterstützen. Auch die Verarbeitung von Medienerlebnissen ist ein wichtiger Bestandteil der (früh-)kindlichen Erfahrungsbildung, weil sich die Kinder dabei die Beziehung zwischen ihrem eigenen Erleben und dem Medienerlebnis vor Augen führen können. Durch die Verarbeitung ihrer Medienerlebnisse drücken Kinder auch ihre eigenen lebenswelt- oder entwicklungs-bezogenen Themen aus. Ausgehend von den Medienerlebnissen der Kinder bieten die Fach- und Lehrkräfte spielerische Methoden der Verarbeitung an (Situationsorientierung).

Bezüge im Lehrplan der Fachschulen des Sozialwesens (Ausschnitt):

Die Studierenden:

  • erfassen das Mediennutzungsverhalten ihrer Zielgruppe
  • führen rezeptionsorientierte Medienarbeit mit Kindern und Jugendlichen durch.
  • reflektieren die eigene (Medien-)Sozialisation.
  • nehmen das Mediennutzungsverhalten der Zielgruppe ernst und knüpfen in ihrem medienpädagogischen Handeln daran an.
  • bewerten verschiedene medienpädagogische Ansätze und entscheiden sich für einen davon als Basis eigener medienpädagogischer Arbeit.
  • planen medienpädagogische Projekte und Bildungsangebote für Zielgruppen, führen sie durch und reflektieren sie.

Leitfragen zur Unterstützung und Gestaltung von Bildungsmöglichkeiten

  • Wie sieht der Medienalltag der Kinder aus?
  • Welche Medien werden von den Kindern in welchem Umfang genutzt?
  • Kenne ich die aktuellen Medienhelden der Kinder?
  • Greife ich ihre Medienerfahrung auf, auch die von Kindern mit Zuwanderungsgeschichte?
  • Insbesondere in ihrem Leitmedium „Fernsehen”?“

Beispiel: Einrichtungen der Kindertagespflege

In der Kindertagesstätte sind die Medienhelden der Kinder (3 bis 6 Jahre) allgegenwärtig.

Während Mert (4 Jahre) mit seinen Hausschuhen, auf denen Spiderman-Köpfe zu sehen sind, versucht die Wand im Bewegungsraum hochklettern, summt Ella (3 Jahre) das Lied von Kikaninchen.Elias (5 Jahre) trägt ein Batman-T-Shirt und spielt gerne Spiele auf dem Tablet. Louisa (6 Jahre) möchte einmal Eisprinzessin werden und geht gerne ins Kino. Noah (5 Jahre) läuft mit einer selbst gebastelten Legopistole durch den Flur und jagt nach Verbrechern. Er ist gerade Kommissar Renner von Alarm für Cobra 11

Anregungen für die Thematisierung im Unterricht

Die Mediennutzung kann mit Studierenden aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden. Als Einstieg eignet sich die Reflexion des eigenen kindlichen Mediennutzungsverhaltens und die Auseinandersetzung mit der eigenen Mediensozialisation.

Im nächsten Schritt ist es sinnvoll, einen Überblick über die Mediennutzung von Kindern zu bekommen, hierzu können representative Studien zum Nutzungsverhalten von Kindern und Jugendlichen dienen. Studierende können sich in Gruppen mit unterschiedlichen Facetten der Mediennutzung oder der Entwicklung der Nutzungsgewohheiten auseinandersetzen, diese später vorstellen oder diskutieren.

Wird die Mediennutzung von Kinder betrachtet, sind Eltern als Gate-Keeper und Regulatoren stets mitzudenken. Es ist daher sinnvoll, dass Studierende sich auch intensiv mit der Rolle, den Interessen und Sorgen der Eltern beschäftigen, beispielsweise bei der Planung eines Elternabends. 

Auseinandersetzung mit der eigenen Mediensozialisation

Auseinandersetzung mit verschiedenen Medienstudien

Ausgestaltung eines medienpädagogischen Projektes für die Kita

Planung eines Elternabends

Anregungen für die Umsetzung in der Praxis

Junge mit Kamera

Das in der Theorie Erfahrene und Erarbeitete kann von Studierenden in Praxisprojekten mit Kindern umgesetzt werden. Das Thema Medienhelden eignet sich für verschiedene Projekte, die auch die aktive, gestalterische Medienkompetenz von Kindern unterschiedlicher Altersgruppen fördern können. Die Projekte können dabei ganz niederschwellig sein, z. B. wenn Kinder lediglich ihren Lieblingshelden auf Papier skizzieren. Im Anschluss kann über die Besonderheiten und Stärken der Helden gesprochen werden und auch darüber, was die Kinder sich wünschen oder welche Stärken sie selbst haben. 

Auch in der Elternarbeit können Medienhelden für einen gelungenen Einstieg sorgen.

Fotoprojekt: Superhelden-Galerie

Videoprojekt mit dem Schwerpunkt Filmtricks

Für Vorschulkinder: Experimentieren mit Klängen: